Trakehnerhof Großwaltersdorf: Haus mit viel Zeit für Ihre Wünsche

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Landhotel "Trakehnerhof"

Mittelsaidaer Straße25 - 09575 Großwaltersdorf

www.trakehnerhof.de

Auch sonst sachkundige Erzgebirgsbesucher wissen mit dem Namen Großwaltersdorf nicht gleich etwas anzufangen. Der kleine Ort im Unteren Erzgebirge liegt unweit von Freiberg und dem traditionsreichen Ort Zschopau sowie in der Nähe von Augustusburg mit dem gleichnamigen Schloss. Diese Lagebezeichnung grenzt natürlich schon markant ein.

Und nicht wenige Besucher wissen auch, dass Großwaltersdorf auf eine über 120-jährige Pferdezucht- und Reitsporttradition verweisen kann. Hier werden die aus dem früheren Ostpreußen bekannten Trakehnerpferde gezüchtet. Siegfried Richter und seine Frau Inge haben diese Tradition über Jahrzehnte verantwortlich begleitet und sich nach der Auflösung der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) zum Kauf des edlen Pferdebestandes entschlossen. Heute führen Sohn Frank und Schwiegertochter Ina den elterlichen Betrieb fort.

Als Tochter Martina mit ihrem Ehemann Heinz Kerber sich nach der politischen Wende in der DDR entschlossen, ein Landhotel zu eröffnen und zu betreiben, lag es nahe, dieser Gastlichkeit einen Namen zu geben, die an diese pferdezüchterische und -sportliche Tradition anknüpft. Der Name  "Trakehnerhof" war geboren. Das ***Landhotel hat sich mittlerweile zu einem gefragten Ort der Einkehr in der Region und darüber hinaus für passionierte Erzgebirgs-Besucher entwickelt, die von Großwaltersdorf eine gar treffliche Basis für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung haben und die beschauliche Ruhe eines Dorfes und der umgebenden Natur schätzen.

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Das zweckmäßig eingerichtete Haus verfügt über 19 geschmackvoll und hell eingerichtete Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmer, ein Appartement sowie eine im ländlich-bäuerlichen Stil gehaltene Hochzeits-Suite. Die können natürlich auch Verliebte aller Altersgruppen buchen, versichert Martina Kerber.  Die Zimmer sind mit allem Komfort modernen Wohnens ausgestattet. Sie können nach Absprache beispielsweise auch mit Kinderbettchen erweitert werden. Nicht umsonst ist das Haus schließlich als familienfreundliches Hotel zertifiziert. Und für alle, die auch im Urlaub oder auf Reisen nicht auf das Internet verzichten können oder wollen, sorgt ein hauseigenes WLAN-Netz für einen guten Empfang auf allen Zimmern.

Im  gastronomischen Bereich des Hauses wirkt eine geschmackvolle Einrichtung und Ausstattung auf den Gast. Hier ist nichts aufdringlich, alles strahlt den wohltuend dezenten Geschmack der Eigentümer aus, der eine Symbiose aus erzgebirgischer Gemütlichkeit und stilvollem Ambiente darstellt. Bereits im großzügigen Tresenbereich kann man in Ruhe einen guten Schluck zu sich nehmen, oder den Tag bei einem Absacker ausklingen lassen. Im Restaurant ist das Interieur an erzgebirgische Schnitz- und Drechslertraditionen angelehnt, und in der mit viel Sorgfalt im Detail eingerichteten Kutscherstube wird an die züchterischen Erfolge des Richterschen Gestüts erinnert. Im Restaurant-Bereich befindet sich auch die sogenannte Stülpner-Höhle. In dem separaten Nebenraum, der an einen erzgebirgischen Volkshelden im Stil eines Robin Hood erinnert, kann man im rustikalen Ambiente die zünftige erzgebirgische Küche, aber natürlich auch alle anderen kulinarischen Angebote des Hauses genießen und in kleinem Rahmen feiern.

Spätestens jetzt muss die Küche des Hauses ins Spiel kommen. Versprochen wird in einem Prospekt, dass der "Trakehnerhof" Kochkunst auf hohem Niveau bietet. Man kann es vorwegnehmen: Das ist in der Tat so, und überhaupt kein vordergründiger Werbeslogan. Was die Küchenchefin Steffi Kerber-Reichel und ihre Mannschaft kulinarisch auf die Beine stellen, ist aller Ehren wert. Dazu muss man wissen, dass die Chefin erst 27 Jahre jung, aber bereits mehrfach preisgekrönte Köchin ist. Sie errang unter anderem einen Vizeweltmeistertitel und wurde 2008 mit der deutschen Köche-Nationalmannschaft Olympiasiegerin in allen drei Kategorien. Zum Beruf fand Kerber-Reichel nach eigenem Bekunden über ihre Großmütter "Oma Inge" und Ilse Kerber. Oma Inge geht ihr auch heute noch in der Küche zur Hand und hat so manchen Tipp parat.

Was die Küchenchefin bescheiden, aber selbstbewusst als bodenständige, regionale erzgebirgische Küche bezeichnet, geht deutlich über ein kulinarisches Allerlei hinaus. Sie veredelt die erzgebirgische Küche nahezu und überrascht ebenso mit kreativen Wortschöpfungen für Ihre Gerichte wie mit nahezu gewagten, aber äußerst gekonnten geschmacklichen Kombinationen. So bietet sie beispielsweise als Vorspeise ein Kartoffel-Waldpilz-Carpaccio, als Suppen Neunkräutersuppe mit Croutons oder Kürbissuppe mit gebackener Jakobsmuschel an. Wer es zur Vorspeise warm mag, dem sei ein rosa gebratenes Rehfilet an Zartbitterschokolade mit Calvadosäpfeln und geröstetem Speckbrot sehr empfohlen.

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Aus dem einheimischen Wildbret zaubert die junge Frau gemeinsam mit ihrem Koch Martin Deutschmann verführerische Kompositionen, beispielsweise ein Duett vom Fasan, bestehend aus gebratener Brust und gefüllter Keule, oder einen rosa gebratenen Hirschrücken mit geschmorten Feigen, gebratenen Waldpilzen und Brennnesselravioli in Zitronenbutter. Das klingt nicht nur gut, das mundet vortrefflich. Am besten, man genießt solche Dinge mit geschlossenen Augen. Das regt die Sinne nahe erotisierend an. Aber bitte nicht vergessen, beim Abschneiden die Augen kurzzeitig wieder zu öffnen...

Nicht minder anspruchsvoll sind Angebote wie Salmi vom Perlhuhn als Klassiker der französischen Küche, Wildente mit Semmel-Majoran-Füllung und Honig glasiert, oder ganz traditionell der Erzgebirgische Sauerbraten in Lebkuchensauce. So kenne ich das auch von meiner Großmutter, und der Braten ist keinesfalls so sauer zubereitet, wie das beispielsweise in und um Dresden angeboten wird. Für Fischliebhaber bietet die Küche ein vorzügliches Steinköhlerfilet im Zitronen-Kapern-Sud an Bohnen-Tomaten-Gemüse mit Morcheln und Schinkenspeck. Dazu hausgemachte Tagliatelle. Köstlich. Einfach nur köstlich. Dem in nichts nach steht die Crottendorfer Fohren, eine in Schwarzbrotrösteln gebratene Forelle mit Buttermilchsauce.

Kurz und gut, allein das Studium der Karte ist einen Besuch im Trakehnerhof wert, der Genuss der tollen kulinarischen Kreationen erst recht. Da kommen selbst die auf ihre Kosten, die es ganz einfach und  deftig mögen. Auf der Karte fehlen in dieser Hinsicht weder der legendäre Hackepeter, deftiger Linseneintopf, die berühmten "Buttermilchgetzen", Bauernfrühstück, Schlachteplatte und die sogenannte Scharfe Sache, bestehend aus kalten Scheiben von Schweinebraten auf Meerrettichbrot. Wer ganz mutig sein will, für mich ist das eine echte Delikatesse, der probiert das "Aarzgebirgische Dreierlei", eine Kombination aus Aberthamer, Schiebböcker und Liptauer Kas (Käse) auf Schwarzbrot und mit Gänseschmalz serviert. Dass es dazu auch ein Glas Bier gibt, krönt besonders für einen Mann den Gaumenschmaus.

Was mir Steffi-Kerber-Reichel im Gespräch zu ihrer Küchen-Philosophie und zum kulinarischen Angebot des Trakehnerhofs "verraten" hat, kann man auf dieser Seite lesen...

Ich jedenfalls war und bin begeistert. Wenn ich mich dem Umkreis von 50 Kilometern zu Großwaltersdorf nähere, werde ich mit Sicherheit die Karte und ihre Feinheiten weiter erkunden. Das ist Ehrensache für einen, der bodenständiges, aber auch anspruchsvolles Essen sehr schätzt. Zumal die Küchenchefin lockt, sie könne auch Dinge zaubern, von denen ich bisher nur Träume. Scherz beiseite, Ernst komm her - ich glaube es ihr aufs Wort.

Nicht zu vergessen: Alle Produkte für ihre Gerichte stammen hauptsächlich aus der Region und sogar aus familiären Anbau und eigener Zucht. Steffi Kerber-Reichel: "Onkel Frank liefert die Angus-Rinder, ein Fischer aus dem Ort beliefert uns mit heimischem Fisch, die Gänse kommen aus dem benachbarten Breitenau, natürlich nicht zu Fuß,  und unser Wild stammt aus den Tiefen der erzgebirgischen Wälder." Aus der Gärtnerei Fischer von Eppendorf kommen Tomaten, Gurken und Salate. Selbst die Beeren und Kräuter werden eigenhändig gesammelt. Die Verwendung regionaler Produkte und frischer Zutaten bleibt immer oberster Priorität unterworfen, ergänzt die Küchenchefin.

Bemerkenswert sind auch die vielen Arrangements des Landhotels für alle möglichen Anlässe und Ansprüche. Die Palette reicht von kulinarischen Themenwochen über diverse Veranstaltungen mit Winzern oder traditionellen Handwerkern, Kochkursen mit der Küchenchefin bis hin zu jahreszeitlich ausgerichteten Arrangements und die "Tage für Verliebte" mit besonderen Leckerbissen. Selbst eine sogenannte abwechslungsreiche Familienerlebniswoche wird angeboten. Da ist es schon keine wirkliche Überraschung mehr, wenn die Großfamilie Richter/Kerber sogar ein selbst geschriebenes  Kräuterbüchlein präsentiert und der hauseigene Laden allerlei Leckereien wie Gelee, Marmeladen, Fleisch und Wurst anbietet. Zur Weihnachtszeit, weiß Steffi Kerbel-Reichel zu berichten, sind Oma Inges Weihnachtsbäckereiprodukte der Renner. Aber auch die hausgemachten Pralinen und Liköre finden reißend Absatz.

Während im Trakehnerhof Leib und Seele bei Essen und Trinken zusammengehalten wird, sorgt darüber hinaus der  angeschlossene Reiterhof für das bekannte Glück auf dem Rücken der Pferde. Hier schwingen Bruder Frank und seine Frau Ina das Zepter. Angeboten werden Reitarrangements und Reitunterricht für Anfänger und auch Pferdeprofis angeboten. Das alles und mehr verrät ein Blick auf die Internet-Seite des Trakehnerhofs. Die hat allerdings aus meiner Sicht durchaus Reserven, da könnte man im Detail mehr Pep hineinbringen.

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