Geschmackssache: Max is(s)t strudelig…

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Max' Kulinarische Kolumne - Sauerkraut-Strudel

Diesmal fiel mir die Wahl des Mottos für meine Kolumne schwer, weil ich mich schließlich nicht wiederholen möchte. Es soll säuerlich-pikant zugehen und reichlich Spielraum für kochende Kreativität bieten. Versprochen ist deshalb auf jeden Fall, es geht um Sauerkraut-Variationen abseits von Eisbein, Grützwurst, diversen Eintöpfe oder Bigos, den ich Ihnen auch schon vorgestellt habe. Auf der Suche nach dem besonderen Sauerkrautschmaus habe ich mir kürzlich fantastische Strudel zubereitet, die den eigenen Gaumen, aber auch jeden Gast verwöhnen.


Sauerkraut, das ich früher lose aus dem Kaufmannsladen um die Ecke geholt habe, kann man übrigens auch selber machen. Das ist aber schon etwas aufwendig. Eine Anleitung dazu finden Sie wie immer in meiner virtuellen Rezeptothek. Wenn Sie sich diesen Mühen nicht unterwerfen möchten, empfehle ich wärmstens Sauerkraut aus dem Spreewald, das es in jedem gut sortierten Laden, der heute Supermarkt heißt, geben sollte. Ansonsten den Laden wechseln.

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Und nun ran an den Strudel. Sie werden ahnen, dass Sie dazu einen Teig benötigen. Den stellen Sie aus 130 Millilitern Wasser, 380 Gramm Mehl, einem Ei, gut 50 Millilitern Öl, zehn Millilitern Essig und einem Teelöffel Salz her. Alles gut vermengen und zu einem glatten Teig kneten. Daraus wird nun eine Kugel geformt und leicht mit Öl bestrichen, die unter einer vorgewärmten Schüssel etwa eine halbe Stunde ruhen darf.


Das ergibt Zeit, sich an die Füllung zu wagen. Dafür kann man beispielsweise gut 100 Gramm Bergkäse fein zerkleinern. Außerdem werden mit 20 Millilitern Öl je zwei grob gewürfelte Zwiebeln und Äpfel sowie einigen Zweigen Thymian und etwas Zucker anbgebraten und vermengt. Nun kommt der Auftritt Sauerkraut: Davon wird ein Pfund mit gut drei Esslöffeln Crème fraîche, etwas Senf und körnigem Senf mit dem Käse- bzw. Apfel-Zwiebel-Mix, Kümmel, Koriander, Salz und Pfeffer vermischt, der Thymian entfernt.


Inzwischen haben Sie den Backofen auf 200 Grad vorgeheizt und ein Blech mit Backpapier belegt. Den Strudel formen Sie, indem Sie ein Geschirrtuch mit Mehl bestäuben, darauf den Teig als Rechteck dünn ausrollen und mit der Sauerkraut-Mischung bestreichen, dabei ringsherum zwei Zentimeter Rand frei lassen und alles von der kurzen Seite aufrollen. Diese Rolle wird nun noch verschlossen, mit einer Senf-Kräuter-Butter bestrichen und etwa eine halbe Stunde auf Sicht gebacken. Sodann wird die Rolle in gleich große Stücke geteilt und heiß serviert. Dazu empfiehlt sich ein frischer Salat. Geht aber auch ohne. Motto des Tages: In der größten Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot. Aber ein Glas Wein muss sein.


Natürlich kann der Sauerkraut-Strudel auch mit Blutwurst, Hack oder Schinkenspeck gefüllt sein. Selbst  Hotdogs mit Sauerkraut oder Sauerkrautbrötchen habe ich parat. Seien Sie einfach mal neugierig und wagen Sie einen Blick auf mein internettes Angebot. Ein diesbezüglicher Geheimtipp sind die mit Sauerkraut und Blauschimmelkäse gefüllten Kartoffeln. Da läuft mir glatt das Wasser im Mund zusammen… 


Und glauben Sie in diesem Zusammenhang bloß nicht Wilhelm Busch. Der meinte einst: „Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.“ Augen zu, und durch. Der Geschmack ist entscheidend.

Diese Kolumne erschien am 17.10.2020 in der Schweriner Volkszeitung.

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