Geschmackssache: Max is(s)t legendär …

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Gemüsepfanne

Die Jahresendzeit ist für mich besonders lese-intensiv, weil man(n) mehr Zeit und Muße hat. Dabei bin ich bei meinen meist kulinarisch geprägten Ausflügen und Recherchen (Ende Dezember auch in den SVZ-Ausgaben) auf den Namen Ursula Winnington gestoßen. Der dürfte manchen von Ihnen nicht viel sagen. Aber als frühere Leser von DDR-Zeitschriften wie „NBI“, „Für Dich“ und „Das Magazin“ müsste Ihnen die in Rostock geborene und im Nordosten aufgewachsene Doktorin der Agrarwissenschaften ein Begriff sein. Dort und in anderen Medien widmete sie sich als kulinarische Weltenbummlerin Speisen nach Rezepten aus aller Herren Länder.


Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich das „Magazin“ neben anderen verführerischen Fotos auch nach ihren Empfehlungen in Sachen „Liebe, Phantasie und Kochkunst“ durchforstet habe. Die (anderen, Sie wissen schon … ) Fotos habe ich gesammelt. Die Rezepte leider nicht. Das hole ich nach. Denn die hat der Klatschmohn Verlag in Rostock dankenswerterweise als kleine Büchlein für Erwachsene und andere Kinder neu aufgelegt. Nun warte ich ganz hibbelig darauf, dass mir die Postbotin eine baldige Neujahrsfreude beschert. In Papierform, versteht sich.

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Ich habe mich aber schon virtuell schlau gemacht. Ganz mein Ding ist dabei ihre Art, einfache, landestypische Küche auch für die ostdeutsche Hausfrau auf den Tisch zu zaubern und so das Lebensmittel-Repertoire der Vorwendezeit optimal auszunutzen.


Heute kann die 94-Jährige produktmäßig natürlich aus dem Vollen schöpfen, bleibt aber trotzdem eher küchentechnisch bescheiden. Das unterstrich auch eine aktuelle Rezept-Idee für ein schmackhaft-gesundes Gemüsegericht. Dafür brät sie zwei, drei (!) kleingehackte Knoblauchzehen und einen reichlichen Teelöffel gehackten Ingwer in Olivenöl an und gibt zwei in kleine Stücke geschnittene rote Paprika dazu. Alles etwa vier Minuten nicht zu scharf braten. Rühren nicht vergessen. Dann kommen zwei, ebenfalls in kleine Stücke geschnittene, Pak Choi und gemörserte Korianderkügelchen dazu.


Nach zwei Minuten rührenden Bratens werden noch einige geviertelte Tomaten und ganz nach Belieben Gnocchi oder gewürfelte Pellkartoffeln dazugegeben. Final wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und mit frischen, feingehackten Kräutern wie Minze, Petersilie und Basilikum angerichtet. Wenn Sie statt dem Chinesischem Senfkohl (Stichwort: Wat de Bur nich kennt …) geschmacklich etwas Vergleichbares einsetzen möchten, empfehle ich Weiß- oder Spitzkohl. Auch der China-Kohl ähnelt dem Pak Choi in Geschmack und Konsistenz.


Wie auch immer, die Gemüse-Pfanne wird mein erstes Wochenend-Gericht 2023 sein. Vielleicht mit einer klitzekleinen Fleischbeilage. Auf jeden Fall mit einem Glas guten Wein, wie es die Frau empfiehlt, der man den Titel „Koch-Queen …“ oder „Biolek des Ostens“ nachsagt. Ob ihr das gefällt, werde ich sie gelegentlich persönlich fragen. Auf jeden Fall sind ihre Rezepte legendär und Garant für eine geschmackvolle kulinarische Reise durch das Jahr. Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat Januar zeigt einen Gang von Christian Somann, Küchenchef im Restaurant "Gutsherrenküche" im Gutshaus Stolpe, im Rahmen der Veranstaltung "Siewert & Friends" im November 2022 im Grand Hotel Heiligendamm : "Peene König" Gestockter Peene Hecht | Kaviar Beurre Blanc | Rosine | Nordsee-Krabben.

Diese  Kolumne erschien am 6.1.2023 in allen Ausgaben der Schweriner Volkszeitung sowie der Norddeutschen Neuesten Nachrichten.

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