Geschmackssache: Max is(s)t saftig…

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Max' Kulinarische Kolumne - Obst-Gemüse-Saft und Menü mit Rotwild

Auf der Themensuche in Sachen Essen und Trinken stoße ich des Öfteren auf merkwürdige Dinge. Etwa dieser Tage, als ich einen regelrechten Schmähartikel über grüne Smoothies gefunden habe. Sie wissen schon, dass sind hippen Mixgetränke meist aus Gemüse aller Couleur. Die eignen sich doch so trefflich für gute Vorsätze in Sachen Abnehmen, Entschlacken und gesundem, schönen Aussehen. Das meiste davon ist blanker Unsinn, behauptet ein Salonkolumnist und entwickelt daraus eine Argumentation mit der Schlussfolgerung: Grüne Smoothies raus. Denn die wären aus der sogenannten Schimpansendiät heraus entwickelt und folgten dem falschen gesundheitlichen Ansatz.


Auf gut Deutsch: Finger weg von dem Gesöff, das zu oft mit Bestandteilen empfohlen wird, deren Inhaltsstoffe eher unbekannt oder nicht genau untersucht worden sind. Tipp: Ein gelegentlicher grüner Trunk in Ehren, aber dann ist Schluss mit lustig. Nun wissen Sie ja sicher, dass Max kein Kind von kulinarischer Traurigkeit ist, aber auch nicht unbedingt zu den Jüngern vegetarischer Genüsse gehört.

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Und gesunde Ernährung, bestätigen mir meine kochenden Berater, ist eben Ansichts- oder Auslegungssache. Zwei Experten, drei Meinungen. Aber schließlich will man sich ja gelegentlich die Illusion nicht nehmen lassen, dass es gesund ist, hin und wieder mal einen Gemüsetrunk zu sich zu nehmen. Für meinen Boizenburger Kochfreund Joachim Rummel gilt diesbezüglich der eherne Grundsatz: Entweder selbst gemacht oder gar nicht. Gut gebrüllt, Rummel. Dem schließe ich mich aus tiefster Überzeugung an.


Der Küchenchef empfiehlt einen Energiespender als Mix aus ein paar gefrorenen Brokkoliröschen, Banane, Kiwi, Cherrytomaten, Apfel, etwas Zitronensaft und verschiedenen Kräutern wie Petersilie, Salbei, Basilikum, oder Gewächse wie Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch und Spitzwegerich. Dazu etwas Wasser und zum Süßen selbstgemachten Rotklee- oder Löwenzahnsirup. Man kann also seiner geschmacklichen Fantasie freien Lauf lassen.


Hauptsache man ist dabei in Sachen Gesundheit nicht zu „freaky“, also ausgeflippt, schmunzeln Rummel und ich um die Wette. Im Norden würde man wohl in Richtung „oewerkandidelt“ oder „brägenklüderig“ argumentieren. Letztlich macht es wie fast immer die Dosis: Allzuviel is(s)t ungesund. Einen vernünftigen Mixer sollte man übrigens haben. Der Smoothie soll ja, was immer das heißt, schön smooth sein. Allens klor? Dann Kopp in‘ Nacken und rein in die Birne. Das Gute daran, so ein Ding hat man in fünf Minuten zubereitet und damit das Gefühl entwickelt, dem Körper etwas Gesundes gegönnt zu haben.


Schlürfen kann man das Zeugs vor dem Frühstück, also vor Rührei und Schinken, oder als Pausengetränk zwischendurch. Auch zu diversen bissfesten Speisen dürfte sich der flüssige Mix als geschmackliche Kombination anbieten. Die Palette reicht von einer einfachen Gemüsesuppe mit Fleischeinlage bis hin zu Fisch- und Wildgerichten.


Mir hat es diesbezüglich ein geiles Menü von Daniel Schmidthaler angetan. Der kocht im äußersten Osten Mecklenburgs und ist von den Berlinern immerhin zum Meisterkoch der Region gekürt worden. Er kombiniert Rotwild mit Zwetschken, Kürbiskernhollandaise, Sellerie, einem Herbsttrompeten-Wildfond und wildem Meerrettich. Nachzulesen im Rezeptteil meines neugestalteten Portals. Alter Falter, das ist Genuss pur. Dazu als Einstimmung der Rummelsche Trunk und als finaler Verteiler ein eiskalter „Mann un  Fru“. Aber nur einen „wönzigen Schlock“.

Diese Kolumne erschien am 10. Januar 2017  in der Schweriner Volkszeitung.

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