Seiten-Blicke: Schlemmen im Advent

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Geschmackvoll: Bleibe im Land und nähre dich redlich

In Sachen Essen und Trinken gibt's tausende mehr oder weniger sinnige Sprüche. Wenn ich allerdings auf die täglich bei mir eintreffenden Meldungen in Sachen Kulinarik schaue, dann fallen mir recht deftiger Sprüche ein. So in Richtung "Dinge, die die Welt nicht braucht..." Da bietet beispielsweise der französische Spitzenkoch Alain Ducasse ein vegetarisches Menü für schlappe 380 Euro. Dazu kann man doch glatt mal mit der Familie nach Paris düsen und sich gesunde Kost zu Gemüte führen. Ich könnt' vor Lachen nicht. Abgesehen davon, dass sich meine vegetarischen Gelüste in Grenzen halten. Wie hat vor kurzem ein Comedian sinngemäß in Radio MV gesagt: Sehr förderlich ist, wenn man die vegetarischen Bestandteile kurz vor dem Essen mit einem deftigen Steak ersetzt. Nein, nein, nichts gegen Vegetarisches. Aber mir geht es um die Verhältnismäßigkeit von Preis und Leistung. Und wenn der umtriebige Franzose in seine Radieschen Porträts von gekrönten Häuptern schnitzt: Ich ziehe solchen kulinarischen Eskapaden eine bodenständige, deftige Küche vor, die gern auch mit Kräutern, Salaten und Blüten kreiert werden darf. Da kann ich für die oben genannte Summe nahezu meine ganze Familie einladen und erlebe garantiert mehr Genuss als im vegetarischen Paris.

Diese Kolumne erschien im Rahmen der Seite
"Kochen & genießen" in der Schweriner Volkszeitung vom 30. September 2014.

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