Geschmackssache: Rezept für die Zukunft

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Freie Zeit ist knapp. Das gilt auch für Christin Popella aus meiner Heimatstadt Aue, die mir eher zufällig über Facebook „begegnet“ ist. Deren Laden in der Wettiner Straße kenne ich schon seit Kindheitstagen. Damals stand die junge Fleischermeisterin als Junior-Chefin natürlich noch nicht im Geschäft. Sie bezeichnet sich, man höre und staune, als Genusshandwerkerin. Das finde ich in vielerlei Hinsicht ideenreich.


Lachend verrät sie mir, dass ihre freie Zeit hauptsächlich zum Genießen da ist. Sie kocht gern mit Freunden. Spontan, wild und mit allem, was die Vorräte hergeben. Und sie umgibt sich mit Menschen, „die ihr Tun, ihr Handwerk und ihren Alltag leidenschaftlich leben und lieben.“ Diesbezüglich sind wir also mindestens schon mal zwei. Obwohl sie auch einmal zu Sachsens bestem Koch in Leipzig essen geht, liebt sie die einfache Küche mit „einfach guten Zutaten“. Und sie plaudert viel mit ihren Freunden über neue Kochideen. Das ist Punkt zwei unseren Gemeinsamkeiten.

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Mehr noch, sie kehrt öfters im  „Le Bambou“ in Freiberg ein. Dort werden anspruchsvolle geschmacklich-kombinatorische Gerichte auf den Teller gezaubert. Das Angebot ist ein raffinierter Mix aus regionalen Zutaten und internationalen kulinarischen Einflüssen. Das verbindet eben, meint Christin Popella, die in Sachen Kulinarik viel im Freistaat herumkommt. Ich kenne das Restaurant seit Jahren und bin begeistert von Ambiente, Präsentation und Geschmack. Weiterer Punkt auf der gemeinsamen kulinarischen Haben-Seite.


Ob es bei ihren Besuchen in Freiberg auch „um die Wurst“ geht, ist nicht überliefert. Ausgeschlossen ist es jedenfalls nicht. Denn darin ist Popella eine wahre Meisterin ihres Fachs. Kein Wunder, ihre Familie kann schließlich auf eine über 100-jährige Wurstmacher-Tradition verweisen.

Sie schwärmt von den Rezepten ihres Urgroßvaters, der beispielsweise eine „oberhammer-geile“ Poltawaer bester schlesischer Machart kreiert hat. Dass man die nicht einfach auf die „Bemme klatscht“, versteht sich für Christin Popella von selbst. Damit kann man unglaublich schmackhafte Gerichte zaubern, wie das heutige Rezept in Liaison mit dem Graupenrisotto und Roter Bete beweist.


Ich habe es ausprobiert. Es schmeckt himmlisch „sächsy“. Dazu muss man wissen, dass sie eine gleichnamige Initiative gestartet hat, die als Rezept für die kulinarische Zukunft auf nachhaltigen Genuss mit regionalen Produkten gerichtet ist. In ihrer lebendig-frischen Art und Weise erklärt sie: „Ich bin qualitäts-verliebt in natürliche Produkte, die es hier in Hülle und Fülle gibt. Nie war in dieser Beziehung mehr Anfang als jetzt.“

Diese Kolumne erschien samt einem Rezept für
Poltawaer im Wirsingmantel und Graupenrisotto mit roter Bete
am 7. Dezember 2016 in der Sächsischen Zeitung und der Freien Presse.

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