Geschmackssache: Reisen und speisen

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Den Sachsen hat es schon immer in den deutschen Nordosten gezogen, wo es viel Meer gibt. Dass dabei viele Wege an die Ostsee führen, ist kein Geheimnis. Auf so einer Reise kann man auch kulinarisch gesehen allerhand erleben. Tipps für gute Gastlichkeit gibt es jedenfalls en gros.

Wer über die A 13 nordwärts fährt und auch einen Abstecher nicht scheut, der kann beispielsweise im Spreewald eine genussreiche Rast halten. In Werben bietet der „Landgasthof Zum Stern“deftige regional-typische Küche. Dort treibt der Spreewaldkoch Peter Franke sein kulinarisches Unwesen. Erlebenswert ist auch seine Kräutermanufaktur im benachbarten Burg. Fantastisch, was der Mann kräutertechnisch alles auf der Kirsche hat.

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Wer dem kulinarischen Trubel der Hauptstadt entgehen will, der macht schon in Zossen eine Pause. Dort kocht Daniel Reuner im gleichnamigen Hotel an der B 96 ideenreiche, anspruchsvolle  Gerichte und verarbeitet alles, was in seinem Umfeld wächst und gedeiht. Wer Berlin doch nicht aussparen möchte, der sollte sich mal in Restaurants wie „Nobelhart & Schmutzig“ wagen, wo „brutal lokal“ gekocht und aufgetischt wird.

Weiter geht’s je nach Ziel in Richtung Mecklenburgische Seenplatte oder nach Usedom/Rügen. Kulinarisch gesehen ist die Gegend um Plau ein lohnenswertes Ziel. Dort lohnt es sich, im Fackelgarten, in Zeislers Esszimmer oder dem Lenzer Krug einzukehren. Auf der anderen Route ist die Feldberger Seenlandschaft nicht nur ein natürliches Highlight. Hier zelebriert Daniel Schmidthaler in Fürstenhagen eine hervorragende, aber vergleichsweise preiswerte Sterneküche. Gleich nebenan in Triepkendorf serviert Marcus Sapion im Landgasthof Tenzo abwechslungsreiche Küche mit fernöstlichen Geschmacksnoten.

Wer es eher urban mag, dem sei eine Einkehr ins Forsthaus Strelitz vor Neustrelitz empfohlen. Dort kocht Wenzel Pankratz sehr bodenständig als Mecklenburger Antwort auf das „Nobelhart“. Schmidthaler und Pankratz sind sogar für den Meisterkoch der Region nominiert, der 2016 in Berlin erstmals statt dem Brandenburger Meisterkoch gekürt wird.  Die Berliner wollen sich offenbar den Weg in ihre Badewanne schmackhaft machen.

Neben den üblichen kulinarischen Verdächtigen auf Usedom und Rügen ist das „Büttners“ in Greifswald-Wiek ein Geheimtipp, wo Antje und Ines Büttner einen modernen, naturverbundenen Küchenstil praktizieren. Auch Stralsund bietet im Altstadt- und Hafenbereich jede Menge gute kulinarische Adressen. Das Rezept stammt übrigens von Küchenchef Lars Degner aus dem Falk Seehotel in Plau, der sich an eine norddeutsche Variante des italienischen  Klassikers gewagt hat, dessen vollständige Zubereitung im Internet zu finden ist. Versprochen, das ist ein deftiger Gaumenschmaus, der trefflich zum Nachkochen geeignet ist.

Diese Kolumne erschien samt einem Rezept für Ossobuco auf Bärlauch-Risotto
am 18. Mai 2016 in der Sächsischen Zeitung und der Freien Presse.

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