Geschmackssache: Max is(s)t verliebt…

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Max' Kulinarische Kolumne - Welsfilet mt Pflaumenkartoffeln und Kürbis

Ich muss gestehen, die Liebe zu Ute aus Rosenow schlug bei mir wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein. Ihre runden Kulleraugen spiegelten eine höchst reizvolle Sinnlichkeit wider. Die Lust war schnell entfacht. Aber, damit keine Zweideutigkeiten aufkommen, die Begierde war und ist rein geschmacklicher Natur. Kein Wunder also, dass wir uns diesbezüglich immer wieder zum Bekanntgehen und bald auch auf kulinarische Tour verabreden.

Um mich kulinarisch zu betören, hat die Köksch vom Restaurant "De oll Dörpschaul" ein  Welsfilet mit Pflaumenkartoffeln und Kürbis im eigenen Rahm ins Spiel gebracht. Das hat mich schnell überzeugt. Dazu würzt man vier Welsfilets von je 160 g ganz nach eigenem Geschmack und brät den Fisch. Etwa die Hälfte von 800 g Kürbis wird zu Mus gekocht, der Rest in Würfel geschnitten und gut angebraten. Dabei dürfen auch gern Röstaromen entstehen. Nun werden circa 600 g Pellkartoffeln, ähnlich wie Pommes, in Stifte geschnitten und gut gebraten.

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Zum Braten für Fisch und Kartoffeln verwendet die Köchin übrigens Rapsöl. Ich stehe diesbezüglich eher auf Butter oder Sana-Margarine.  Inzwischen etwa 400 g Pflaumen entkernen, der Länge nach in Streifen schneiden, etwas salzen und zu den Kartoffeln geben. Dann das Kürbismus zu dem gebratenen Kürbis geben, mit etwas Salz und Zucker würzen, und anschließend fein geschnittene Kapuzinerkresse hinzufügen. Dann wird alles gefällig angerichtet, wobei sich Blüten der Kapuzinerkresse gar trefflich auch als Dekoration des Gerichts anbieten. Fertig ist eine geschmacklich harmonische Mahlzeit mit typisch norddeutschem Akzent. Muss ja auch so sein, wenn eine gebürtige Thüringerin und ein gebürtiger Erzgebirger kulinarisch verbandelt sind. Hier muss ein Smiley hin.

Und eine Frau wäre keine Frau, wenn sie nicht auch noch etwas "klauk schnacken" und beispielsweise gewürztechnische Alternativen ins Spiel bringen würde. Aber darüber muss ein Mann eben stehen und zugeben können, dass statt Kapuzinerkresse auch Kombinationen von Schnittlauch und Petersilie, Kerbel und Sauerampfer (mein Favorit), Pimpinelle und Bohnenkraut oder Salbei und Minze möglich wären.

Wo ich meiner kochenden Liebsten aber uneingeschränkt zustimme: Das Filet sollte nicht direkt aus dem Kühlschrank weiter verarbeitet werden. Es darf gerne schon vor dem Braten Zimmertemperatur besitzen und gewürzt sein. Alles schön heiß von beiden Seiten anbraten und dann bei geringer Temperatur fertig garen. Ich würze allerdings lieber gern, so unterschiedlich ist eben das Liebesspiel, danach. Wels ist übrigens optimal für Esser, die sich erst an Fisch gewöhnen wollen. Dieser Fisch hat festes Fleisch, ist nahezu ohne Gräten und schmeckt fast wie Geflügel, meint die Köksch. Finde ich nicht. Wenn schon Fisch, dann auch Fischgeschmack, der der Wels sehr wohl hat.

Und statt der Kartoffeln, obwohl mir die norddeutsche Kombination mit den Pflaumen gar trefflich gefällt, gibt es natürlich eine Reihe weiterer Beilagen als Pfannkuchen aus Grünkern, Buchweizen Hirse, ein Gemüsepüree, oder einfach als geschmackvoller Salat. Das Thema Bio, saisonal und regional sparen wir aber an dieser Stelle erst einmal aus, denn das hat durchaus kulinarisch-beziehungsmäßiges Streitpotenzial. Bleiben Sie also einfach neugierig auf weitere Affären zwischen Ute und Max. Die Rezepte sind wie immer auch nachzulesen auf meiner Internetseite.

 Diese Kolumne erschien am 22. September 2015 in der Schweriner Volkszeitung.

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