Geschmackssache: Max is(s)t tänzerisch…

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Max' Kulinarische Kolumne - Salsa-Variationen

Seit frühester Jugend bin ich ein begeisterter Tänzer.  Angefangen hat alles in einer Volkstanzgruppe. Ich hatte sogar die Möglichkeit, an der Palucca-Schule in Dresden zu studieren. Bin dann aber doch nicht „eingerückt“. In meiner Zwickauer Studienzeit habe ich mich frei nach dem Motto „…und ewig lockt das Weib…“ neben Wochenende-Kellnern auch dem Turniertanz verschrieben. Dabei waren es vor allem die Standardtänze, die es mir angetan haben. Schon des Körperkontakts wegen. Die lateinamerikanischen Tänze waren aber nie mein tänzerisches Ding. Und von Tänzen wie Salsa war damals noch nicht die Rede.


Damit Sie nun aber nicht denken, ich will Ihnen heute das Tanzen lehren, lassen Sie uns zur kulinarischen Seite wechseln und der Salsa zuwenden. Das ist das ist das spanische Wort für Sauce, die bei mir Soße heißt. Ihrer Herkunft wegen ist die meist recht scharf und kann recht kreativ zubereitet werden. Die Palette einschlägiger Soßen reicht von Karo einfach als Tomatensalsa bis hin zu raffinierten geschmacklich-kombinatorischen Kompositionen. Eine Reihe davon gibt’s wie immer an bekannter virtueller Stelle.

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Eine Salsa aus der letzteren Kategorie bereitet Jaqueline Amirfallah aus Göttingen, eine meiner Lieblingsköchinnen, so zu: Sie schneidet zwei grüne Paprika und zwei rote Zwiebeln in kleine Würfel. Dann wird die Paprika in kochendem Salzwasser eine Minute blanchiert, die Zwiebeln dazugegeben und nochmals eine Minute blanchiert. Abschütten, kalt abschrecken und abtropfen lassen. Nun wird eine rote Chilischote fein geschnitten und eine Knoblauchzehe fein gehackt.


Als geschmacklicher Kontrapunkt werden ein Viertelpfund Erdbeeren klein gewürfelt und ein Bund Koriander fein geschnitten sowie zwei Limetten ausgepresst und etwas von der Schale abgerieben. Final kommen alle diese Zutaten zueinander und werden mit Salz, etwas Zucker und Limettenschale sowie dem Limettensaft und 50 Milliliter Olivenöl abgeschmeckt. Dazu reicht die Köchin marinierte Rinderrückensteaks. Auch eine Gurkensalsa steht im Angebot und ist nicht minder köstlich.


Mein kochender Freund Rainer Wolter aus Krugsdorf in der Uckermark empfiehlt mir als norddeutsche Variante eine Steckrüben-Paprika-Salsa. Dazu werden die Rüben fein gewürfelt und langsam mit Zwiebelwürfeln, Knoblauch und  braunem Zucker in Olivenöl angeschwitzt, mit etwas Weißweinessig abgelöscht und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Alles abkühlen lassen, rote Paprikawürfel dazugeben, mit kaltem Öl und kalter Hühnerbrühe zur gewünschten Sämigkeit vermengen. Das Ganze runden gemahlener Pfeffer und gehackte Blattpetersilie geschmacklich ab. Dazu gegrillte Garnelen oder ein Steak: Ein Träumchen.


Je nach Salsa-Geschmack kann man auch mit Schweinebauchrilettes, eine Art deftiger Brotaufstrich, oder sogar Kalbsbries kombinieren. Da hat das kochende Herz freie Hand. Den Salsa-Knaller schlechthin liefert Mirko Reeh ab, den ich von den Fußballköchen her kenne. Der traut sich tatsächlich an eine Kombination von Handkäse-Kartoffelküchlein mit scharfer Rhabarber-Salsa heran. Das müssen Sie gelesen haben. Ich probiere das sicher aus. Und die Moral von der Geschicht‘ ist ganz einfach: Eine richtig gute Salsa heizt genauso ein, wie eine Salsa auf dem Parkett. Sie haben die Wahl.

Diese Kolumne erschien am 26. Juni 2019 in der Schweriner Volkszeitung.

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