Geschmackssache: Max is(s)t prominent…

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Max' Kulinarische Kolumne - Sauerkrautstrudel mit Kasseler

Kennen Sie Siegfried „Siggi“ Trzoss? Ich wette 1:1000 dagegen. Es sei denn, Sie gehören zu den Stammhörern des „Kofferradios“, das vom Sender Alex Berlin jeden Samstag ab 14 Uhr ausgestrahlt wird. Der gute Mann ist ein Willi Schwabe des Ost-Schlagers und ein wandelndes Schlagerlexikon, seine Rumpelkammer ein riesiges Schlagerarchiv. Durch die Bekanntschaft mit dem umtriebigen Siggi habe ich viele der Granden des DDR-Schlagers persönlich kennenlernen dürfen und mit ihnen launig geklönt. Aber richtig geplättet war ich, als mich der Kofferradio-Moderator einlud, sein Studiogast zu sein und mit ihm eine Stunde über „Fressen und Saufen“ zu plaudern, wie er außerhalb des Protokolls augenzwinkernd parlierte. Ich habe natürlich zugesagt und war letzten Samstag sozusagen „on air“. Die Sendung kann man übrigens unter www.siggitrzoss.de nachhören.

Man, hat der Mann mir ein mediales Ohr abgekaut, mich über mein Leben und meine kulinarischen Vorlieben ausgehorcht. Aber keine Bange, ich habe dem Burschen trefflich und pointiert Paroli geboten. Das alles wurde in bewährter Weise garniert mit einem musikalischen Mix kulinarisch geprägter Melodien. Da durfte das "Fresslied" von Lakomy und der Lütten ebenso nicht fehlen wie der türkische Honig von meinem Freund Lutz Jahoda oder die Buletten von Achim Mentzel. Auch der wird vom Himmel aus mitgesungen und "jeschmunzelt" haben...

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Vorsichtshalber hatte ich für meinen Gesprächspartner natürlich auch ein Rezept in petto, damit der mir nicht nur Buletten einreden konnte. Das stammt wieder einmal von Joachim Rummel aus Boizenburg. Der riet mir, einen Sauerkrautstrudel mit Kasseler zu offerieren. Und „det jeht“ so: Für den Strudel nimmt man fertigen Blätter- oder Strudelteig, rollt ihn aus und füllt ihn. Wer zu viel Zeit hat, kann den Teig natürlich auch selbst ansetzen. Zuerst wird  Schinkenspeck angebraten und mit Zwiebeln angeschwitzt. Alles mit Ananassaft und Brühe ablöschen, mit Lorbeer, Piment, Wacholder würzen und das Sauerkraut aus dem Spreewald, versteht sich, nicht zu weich kochen. Am Ende eventuell mit einer geriebenen rohen Kartoffel abbinden, weil es sonst zu flüssig wird.

Dann Kasseler-Fleisch in Streifen schneiden und anbraten, zu der Sauerkraut-Masse hinzugeben und auf den Teig verteilen, aufrollen, mit Eigelb bepinseln und etwa 30 Minuten in den Backofen.  Den gefüllten Strudel in schöne, dicke Tranchen schneiden und ganz nach Geschmack anrichten. So etwas, verriet mir Joachim Rummel, kann man auch auf den Grill bringen. Dann nimmt eben man statt des Teigs fertige Tortillawraps und füllt die nach Belieben mit der Sauerkraut „Whatever“ Mischung. Den Strudel kann man durchaus als eigenständige Mahlzeit reichen, wenn ausreichend Fleisch in der Füllung ist. Besteht die Füllung nur aus Sauerkraut, kann man es als Beilage zu einem Fleischgericht reichen.

Ich kann nur sagen, der Siggi hat Bauklötzer gestaunt. Das will er auch mal probieren. Aber nun wäre ich ja nicht der Maxe aus Mecklenburg, wenn ich nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Ich habe mir nämlich für meinen akustischen Auftritt einen prominenten Synchronsprecher engagiert. Der war ein sehr bekannter Moderator im DDR-Fernsehen und hat mich nach meinen textlichen  Vorgaben sprachlich prächtig gedoubelt. Wer könnte das gewesen sein? „Schätzen Sie mal…“ Wer es errät, kann mir eine E-Mail schreiben und damit Gewinner (m)eines Buches „Kulinarische Entdeckungsreise durch Sachsen“ sein.

 Diese Kolumne erschien am 12. April 2016 in der Schweriner Volkszeitung.

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