Geschmackssache: Max is(s)t knackig…

kulinarische-kolumne-februar20

Max' Kulinarische Kolumne - Gemüse-Chips und Dips

Chips, Salzstangen und andere knackige Verführungen haben so gar nichts mit Hunger zu tun. Man schiebt sich die Dinger einfach zwischen die Zähne, weil man dem meist mit Verstärkern aller Art behafteten Geschmack erliegt. So können Chips zu einem ziemlich kalorienhaltigen Ersatz für langweilige Fernsehabende werden. Ich habe beispielsweise Salzstangen, industriellen Chips erst recht, spätestens seit dem abgeschworen, da mir mein „Kneiper“ Pfeffer auf selbige gestreut hat und ich wie ein feuerspeiender Drache am Tresen nach den Ursachen gegrübelt habe.


Der Ausweg wäre, sich Chips & Co. selbst zu „basteln“. Das hat erstens den Gewinn, dass man weiß, was drin ist, zweitens den Vorteil, dass man aufwendige Verpackungen vermeidet und drittens auch einen gesundheitsfördernden Aspekt. Bei der Produktion solcher knackigen Dinger kann auch der Mann als potenzieller Küchenmuffel mit Hand anlegen und beweisen, dass er außer Holz auch Gemüse hobeln kann. Unter den Gemüsehobel kann so alles kommen, was man unter „gemüsigen“ Vitaminspendern versteht.

max-kolumne-neu

Dazu gehören Süßkartoffeln und Topinambur ebenso wie Rote Bete, Sellerie, Schwarzwurzel oder Wirsing. Selbst vor dem Grünkohl machen Chips-Variationen keinen Halt. Auch Möhren, Zucchini, Auberginen und Tomaten eignen sich für die Verarbeitung zu knackigen Chips, ohne dass man mit Reue auf den sündigen Fettgehalt des Knabberspaßes schauen muss. Sind die Scheibchen hergestellt, geht es flugs in den Ofen zum Backen oder Trocknen.


Man kann die Gemüseplatten beispielsweise zwischen zwei Blatt Backpapier oder Backfolie legen und eine knappe Stunde bei etwa 140 Grad Umluft die Flüssigkeit entziehen. Dazu sollte man die Ofentür immer wieder einmal öffnen, um zu lüften und natürlich den Blickkontakt zu den Objekten der knusprigen Begierde nicht verlieren. Die Verweildauer zwischen knusprig und verbrannt, sagt man, soll oft nur ein Augen-Blick sein.


Geschmacklich abgerundet werden die Chips in spe ganz nach Belieben mit Salz, aber auch Gewürzen wie Pfeffer, Paprika-Pulver, Knoblauch und natürlich diversen Kräutern. Diesbezüglich sollte man Mut zum kulinarischen Freistil beweisen. Zum würzenden Einsatz können Rosmarin, Salbei und Koriander ebenso kommen wie Thymian, Petersilie und Knoblauchschnittlauch. Alles schön feingehackt und wohl dosiert, versteht sich. Am besten verbindet sich alles, wenn man das Gemüse mit ein wenig aromatisiertem Öl besprüht und die Gewürze und Kräuter nach dem Backen hinzufügt werden.


Nun kann die geschmackvoll-bunte Knusperei losgehen. Eventuell werden Ihnen die Dinger aber zu dröge sein. Also seien Sie helle und kombinieren Sie das Knackige mit dem Sämigen. Soll heißen, gönnen Sie sich zu Ihrer Chips-Parade schmackhafte Dips in Form von Tapenaden, Aioli, Guacamole, selbst zubereitem Pesto sowie kreative Mischungen aus Quark oder Frischkäse. Was das ist und wie Sie das zubereiten, erfahren Sie an bekannter Stelle im Internet in meiner „Rezeptothek“. Und trauen Sie sich vor allem selbst was zu.


So kann selbst ein ganz normaler Abend zu zweit auch ohne die Glotze zu einem knackigen Erlebnis werden, das von einem Glas guten Weins noch gekrönt wird. In diesem Sinne einen schönen Valentinstag, den die Welt wie vieles andere eigentlich nicht braucht.


Erklärungen und Beispiele für Dips:

Tapenade (Beispiel): Paste vorwiegend aus entsteinten Oliven, Anchovis und Kapern

Aioli (Beipiel): Creme vorwiegend aus Knoblauch, Olivenöl und Salz

Guacamole (Beispiel): Dip aus Avocado, Zitronen- oder Limettensaft, Koriander und Salz

Pesto (Beispiel): Pastöse Soße in tausendundeiner Variation

Diese Kolumne erschien am 12. Februar 2020 in der Schweriner Volkszeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier finden Sie ein paar Vorschläge zum Weiterlesen.

x

Diese Website speichert Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.