Geschmackssache: Max is(s)t handgreiflich…

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Max' Kulinarische Kolumne - Pikante Häppchen

Auch in Sachen Essen bin ich kein Partylöwe. Mir gefallen eher Mahlzeiten in personell kleinem Rahmen und ohne viel akustisches Gedöns. Was nicht heißt, dass ich ungern mit Freunden und Bekannten esse, trinke und auch mal ein Lied singe. In solcher Runde hat Fingerfood seine Hohe Zeit. Dieser sprachliche Unsinn geht mir aber sowas von auf den Zeiger. Canapés, Sandwiches, Tapas und Chips aller geschmacklichen Couleur sind für mich Häppchen, basta.


Die müssen aber nicht auf Raffinesse verzichten und dürfen gern mit pikanten Soßen kombiniert werden. An bekannter virtueller Stelle gebe ich Ihnen dafür in meiner Rezeptothek geschmackvolle  Anregungen. Als Freund herzhafter Genüsse haben mich neben Gemüse-Käse-Törtchen, die ich flugs zu Häppchen deklariere, beispielsweise Lammkroketten begeistert. Die hat Koch, Apfelwinzer und Bierbrauer Jürgen H. Krenzer aus der Rhön für mich kreiert.


Für vier bis sechs Personen müssen Sie etwa 300 Gramm Lammfleisch aus dem Nacken, den Bauchlappen oder der Schulter mit Salz und Pfeffer würzen und in heißem Öl anbraten. Wenn Ihr Fleischer gerade mal kein Rhön-Schaf im Angebot hat, macht das nichts. Schaffleisch aus MV schmeckt genauso gut.

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Außerdem schwitzen Sie 50 Gramm Zwiebelstreifen, eine klein geschnittene Knoblauchzehe und 15 Gramm Petersilie mit den Stängeln an, vermischen das samt dem Fleisch mit 100 Gramm gekochtem Dinkelreis und drehen alles durch den Fleischwolf.


Das Ganze wird schließlich mit 100 Gramm Lammfleisch-Brät vermengt. Wie man letzteres zubereitet, erfahren Sie in der Rezept-Langform. Diese Masse wird nun mit Beifuß, Majoran, Kümmel, Rosmarin, Thymian und Ingwer gewürzt und abgeschmeckt. Daraus formen Sie längliche Kroketten, wälzen Sie in Mehl, Ei und Semmelbrösel und braten sie goldgelb. Essen können Sie die Geschmackstorpedos warm, aber gern auch kalt.


Eine Häppchen-Variante, die sicher auch/besonders von Frauen geschätzt wird, sind pikante Bällchen mit Hähnchenbrustfilet. Dafür schneiden Sie ein halbes Pfund von dem Filet in Stücke und lassen sie im Mixer mit 60 Gramm Pinienkernen schwindelig werden, so dass eine fein pürierte Masse entsteht. Dazu kommt noch eine Mischung aus einem großen Ei, frisch gehackter Petersilie und etwa anderthalb  Teelöffel Currypulver. Gewürzt wird nach Geschmack mit Salz und schwarzem Pfeffer.


Alles gut vermischen, zu kleinen Kugeln formen, in Pankomehl wälzen und in reichlich Pflanzenöl schön kross, aber nicht zu dunkel braten. Dann blüht ihnen das gleiche Schicksal wie den Kroketten: Mund auf und rein. Wer möchte, kann die Kügelchen auch mit Salbeiblättern und exotischen Früchten wie Ananas dekorieren. Ich mag es bekanntlich bodenständig und würde mich mit Käsestücken verschiedenen Geschmacks „begnügen“.


Ebenfalls schmackhafte Häppchen sind Bitterballen, die aus der niederländischen Küche stammen. Das sind mit grobem Paniermehl umhüllte und mit Rind- oder Kalbfleischragout gefüllte Kroketten, die frittiert und traditionell mit Senf gereicht werden. Dazu gibt’s einen Magenbitter. Da ist mir jedoch ein „Mann un Frau“ lieber. Aber beide passen zum Thema Fingerfood. Denn auch die kleinen Gläschen bewegt man wie die Häppchen mit Daumen und Zeigefinger in Richtung Mund. Nicht viel schnacken, Kopp in‘ Nacken…

Diese Kolumne erschien am 5.9.2020 in der Schweriner Volkszeitung. Leider sind offenbar durch einen technischen Fehler einige Wörter bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden. Außerdem lässt sich das PDF nicht wie sonst üblich vollständig darstellen. Ich empfehle, die Kolumne online zu lesen.

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