Geschmackssache: Max is(s)t fastend…

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Max' Kulinarische Kolumne - Salat mit Mandarinen und Frischkäse

Kennen Sie Holger Stromberg? Dass das ein Koch ist, wird Sie nicht wirklich überraschen, denn in meiner Kolumne geht es schließlich um Kulinarik. Schon mal etwas von ihm gehört oder gelesen haben könnten Sie jedoch insofern, als Stromberg bis 2017 zehn Jahre lang der Leibkoch der Jungs von Jogis Gnaden war. Und der frühere Sternekoch wird auch gern als Nutritionist bezeichnet. Kein Kopfkino bitte, das ist nicht mehr und nicht weniger als ein Ernährungsberater.


Nun hat er sogar ein Buch über Kurzzeitfasten geschrieben, in dem er ausführlich parliert, wie einfach es ist, seine Pfunde über Intervallfasten zu begrenzen. Ich bin begeistert. Das musste ich ausprobieren und habe an Neujahr immerhin bis nachmittags gefastet. Dann hat mich der kleine Hunger übermannt und ich habe mich auf meine virtuelle Rezepte-Sammlung gestürzt, deren Umfang kurz vor der Zahl 10.000 steht. Ein Koch oder eine Hausfrau wird schon durch Gerüche satt. Max erreicht selbiges durch kulinarisches Kopfkino. Das ist sozusagen preisgünstiges und umweltbewusstes „Kochen for Future“.

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Was nicht heißt, dass ich Sie diese Woche hungrig ins Bett schicken, sondern behutsam wieder an feste, schmackhafte Jahreseinstiegskost heranführen möchte. Ich empfehle Ihnen einen frischen Salat für zwei, der ziemlich Karo einfach zuzubereiten ist und trotzdem einer gewissen Raffinesse nicht entbehrt.


Dazu würfeln Sie eine halbe rote, entkernte und enthäutete Paprika, alternativ Stangensellerie, sehr fein. Das gleiche Schicksal widerfährt einer kleinen roten Zwiebel. Beide müssen nun mit etwa 150 Gramm Frischkäse vermischt und mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden. Diese Mischung wird nun kalt gestellt, später in feinen Schnittlauchröllchen gewälzt und zu Förmchen Ihrer Wahl, etwa als Bällchen, kreiert.


Nun schlägt die Stunde für eine Vinaigrette, die Sie aus dem Saft einer Limette, zwei bis drei Teelöffeln Ahornsirup und zwei Esslöffel Olivenöl herstellen und mit Salz und Pfeffer würzen. Außerdem schälen Sie drei Mandarinen und befreien diese von allen denkbaren weißen Häutchen. Nun geht es schon ans Anrichten: Die Mandarinenscheiben werden brüderlich auf zwei Tellern verteilt und mit der Vinaigrette nappiert, also bestrichen, oder mariniert. Dazu wird mit Feldsalat und ganz nach Gusto gerösteten Pinienkernen oder kleingehackten Nüssen kombiniert. Final wird das Ganze mit der Frischkäsemasse angerichtet.


Das kann man gleich so verdrücken, aber auch mit einem Baguette in Szene setzen. Dazu ein guter Rotwein. So kann das Fastenjahr weitergehen. Einen weiteren geilen Salat mit Schwarzwurzeln und Orangen gibt’s an bekannter Stelle im Internet. Wem das zu fastend ist, der kann natürlich auch seine Fleischvorräte angreifen. Ich habe es mit einem kleinen Galloway-Steak probiert und fühlte mich danach federleicht. Das war natürlich gleich vom Bauern um die Ecke und braucht keine CO2-Bilanz zu scheuen.


Wobei wir wieder beim „Kochen for Future“ wären: Neues Jahr, neuer Geschmack. Künftig werde ich Ihnen mindestens alle vier Wochen ein Rezept nach dem Motto „Brutal lokal“ vorstellen, das Köche von Boltenhagen bis Zinnowitz mit regionalen Produkten entwickelt haben. Darauf dürfen Sie sich jetzt schon freuen und vorausschauend fasten.

Diese Kolumne erschien am 8. Januar 2020 in der Schweriner Volkszeitung.

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