Geschmackssache: Max is(s)t erzieherisch…

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Max' Kulinarische Kolumne - Knödel mit Spitzkohl und Fisch

Wenn ich meiner kulinarischen Kindheit huldigen möchte, stelle ich mich in die Küche und bereite mir Karo einfach deftige Kartoffelpuffer zu. Die haben auch meine Kinder gern gegessen und beim Kartoffelreiben geholfen. Zum Leidwesen des Vaters aber mit Zucker und Apfelmus. Die Kids und Teenies von heute jedoch wollen coole Nahrung. Und genau die ist meist ungesund.


Ganz zu schweigen von den Sachen, die Kindern oft auf Speisekarten angeboten und als Seeräuberschnitzel und Käpt’n Blaubeerteller angedreht werden. Dabei nutzt man schamlos aus, dass Kinder weniger mit dem Kopf essen und visuell „verführt“ werden können. Deswegen sollte man sie auch kulinarisch sinnvoll an das Leben heranführen.


Dazu bieten sich Besuche von Obst- und Gemüseläden ebenso an wie ein Gang in eine Metzgerei oder auf einen Bauernhof. Dort kann man erklären und anregen, geschmacklich-kombinatorisch „gemeinsam“ etwas auszuprobieren. Dazu gehört natürlich, dass die Kinder viel fragen dürfen, an Kräutern riechen können und konkrete Aufgaben erhalten. Und wer nicht den kleinen Koch in sich fühlt, der kann kreativ den Tisch decken. Das macht Spaß und belebt das Familienleben ungemein.

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Versuchen Sie sich doch mit Ihren Kindern und Enkeln einmal an Knödeln, die verlockend in Pink in Szene gesetzt werden. Das ist cool. Dazu schneidet man für vier Personen knapp ein Pfund altbackenes Weiß- oder Toastbrot in kleine Würfel und begießt es mit etwa einem Viertelliter heißer Milch. Sodann wird eine Mischung aus einer fein gewürfelter und glasig gedünsteter Zwiebel, 250 Gramm gekochter und pürierter Roter Bete sowie etwas Brühe unter die Brotmasse gehoben. Dazu kommen noch zwei Eier und drei gehäufte Esslöffel Parmesan. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und Muskat. Alles zu einem Teig kneten und eine halbe Stunde ruhen lassen.


Aus der Masse werden nun die pinken Knödel geformt, die in kochendes Salzwasser kommen und etwa eine gute Viertelstunde nur ziehen dürfen, nicht weiterkochen. Kreativität kann man dabei übrigens  bereits bei der Wahl der Knödelformen beweisen. Dazu gibt’s farblich kontrastreich Spitzkohl. Der wird in feine Streifen geschnitten und mit einer gewürfelten Zwiebel bissfest gedünstet und vorsichtig mit Salz und Pfeffer gewürzt.


Außerdem wird für eine Soße leicht gebratene Zwiebel mit Brühe und (wegen der Kinder) nur mit einem kleinen Schuss Wein abgelöscht und mit Meerrettich der Schärfe Ihrer Wahl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Nun kann angerichtet werden. Die Knödel an den Spitzkohl, dazu die Soße. Garniert werden kann mit gehackten Nüssen.


Zusätzlich ergänzen kann man die Mahlzeit beispielsweise mit Fisch. Aber nicht mit in Frittenfett ertränkten Fischstäbchen. Besser ist es, Fisch wie Kabeljau oder Seelachs naturbelassen zu verarbeiten, höchstens mit groben Weißbrotbröseln zu bestreuen und in der Pfanne oder mit kurzer Oberhitze zu garen, wie mir einmal mehr Küchenchef Rainer Wolter empfiehlt.


Aber bitte ohne die üblichen Verdächtigen an Industrie-Ketchup. Lieber ohne Zucker selber machen. Geht ganz einfach. Sagt mir meine Rezeptsammlung. Nicht ganz ernst gemeintes Fazit meiner kleinen kulinarischen Erziehungslektion: Das Essen tut dem Opa gut, wenn es der Enkel essen tut. Oder so ähnlich…

Diese Kolumne erschien am 20. Februar 2019 in der Schweriner Volkszeitung.

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