Geschmackssache: Max is(s)t altruistisch…

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Max' Kulinarische Kolumne - In Teig gebackene Tomate mit Mozzarella

Im Umfeld der Gastrokritik wird gegenwärtig diskutiert, was und vor allem wie man dem potenziellen Gast ein Restaurant schmackhaft machen soll oder darf. Oder eben auch nicht. Dabei geht es stets  um die Wahl der Worte und Fachbegriffe in Verbindung mit der Bewertung. Gastrokritik ist ja keine Frage von Literaturpreisen, sondern von verständlicher kulinarischer Darstellung.


Ich habe dazu eine klare Meinung: Der sachliche, wertende Aspekt muss im Vordergrund stehen. Was nicht heißt, dass sich ein Kritiker nicht auch als fähiger Autor beweisen darf und seine eigene Sprache, gern verbunden mit Wortwitz, rüberbringt. Zumal sinnige Pointen den Text beleben. Deshalb soll meine heutige Kolumne wieder mal vom Stamm „Klugscheißer“ sein. Zumindest was das „altruistische“ Thema betrifft. Denn es verkörpert selbstlosen, uneigennützigen und aufopfernden Anspruch. Ist doch ganz Max‘ Art, oder… In diesem Sinne, will ich Ihnen heute „nur“ kleine, aber köstlich-pikante „Brötchen“ unterjubeln. Denn sie haben ein schmackhaftes Innenleben.

max-kolumne-portrait

Auf die Idee dazu hat mich Francesco Strazzanti gebracht, mit dem ich über Facebook bekannt bin. Der Designer wohnt in Lecce im Südosten Italiens und beweist sich immer wieder als ideenreicher Hobbykoch. Für die Umhüllung der Dinger können Sie entweder einen frisch zubereiteten, klassischen Pizzateig oder alternativ einen aus der Kaufhalle Ihres Vertrauens verwenden. Ein Rezept für eigenen Teig finden Sie an bekannter Stelle in meiner virtuellen Rezeptothek.


Als Füllung verwenden Sie nicht zu große Tomaten. Die schneiden Sie in zwei Hälften und entfernen die Kerne. In den Hohlraum kommen nun je ein Blatt Basilikum und ein passend zurechtgeschnitztes Stück Mozzarella. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl. Beide Hälften wieder zusammenklappen und die Tomate auf ein Pizzateigrondell legen, umhüllen und fest versiegeln. Das Ganze nun mit Olivenöl bepinseln und bei 180 bis 200 Grad " auf Sicht" etwa zehn Minuten goldbraun backen. Übertreiben Sie es damit, behalten die Ingredienzen, also Tomate und Käse, nicht ihre frische, saftige Beschaffenheit. Ersetzen können Sie die Tomate auch mit ähnlich zubereiteter Zucchini.


Das alles ist, da werden Sie mir zustimmen, kulinarisch gesehen „nix Dickes“, aber durchaus geeignet, einen Abend auf der Terrasse geschmackvoll und launig zu verbringen. Klar, dass das Innenleben der Brötchen auch variabel gestaltet werden kann. Zum Einsatz kommen können italienische Käse wie Scamorza oder Caccicavallo (natürlich auch deutscher Herkunft), die hauchdünn mit Mortadella oder Rohschinken umhüllt sind. Die römische Variante wäre es, im Teig eine Zucchiniblüte mit Mozzarella, Anchovis und Minze zu verstecken. Pikant ist auch eine Kombination von Gorgonzola, Birne und Rohschinken.


Eine „stinknormale“ Männervariante sind gut gewürzte und gefüllte Hackbällchen, die abgekühlt mang den Teig kommen und mitgebacken werden. Es ist auch keine Schande, statt Weizenmehl etwa Roggen- oder Mehrkornmehl zu verwenden. Alles Geschmackssache. Und kommt schließlich in denselben Magen. Legen Sie also Ihren Uneigennutz nicht zu sehr in die Waagschale. Man kann auch mal nur an seinen Geschmack denken. Nicht umsonst sagt der Volksmund: Selber essen macht fett…

Diese Kolumne erschien am 18. Juni 2020 in der Schweriner Volkszeitung.

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