Geschmackssache: Max is(s)t auferstanden…

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Max' Kulinarische Kolumne - Spargelsalat mit Blattspinat und Ei

Den Osterspaziergang kenne ich auswendig und gebe den, ganz nach Stimmung, hin und wieder zum Besten. Ich wundere mich dann aber immer wieder, warum der alte Geheimrat in diesem österlichen Bestseller nicht auch etwas Kulinarisches eingewoben hat. Immerhin ist Goethe für Genuss aller Art nahezu ein Synonym. Aber vielleicht hatte der ja Ostern stets etwas Besseres zu tun als Eier zu suchen oder diese kulinarisch in Szene zu setzen.


Ich gebe zu, kein Freund dieser bis zur esstechnischen Vergewaltigung hart gekochten Eier zu sein. Und erst recht kein Fan dieser unnatürlichen Plastikeier in den Vorgärten. Was nicht heißt, dass ich ein schön gestaltetes Osternest im heimischen Garten nicht schätze. Mein Osterei jedenfalls muss ein schön flüssig-weiches Innenleben und eine angenehme Körpertemperatur haben. Das gelingt, wenn man(n) es sieben Minuten ins kochende Wasser befördert. Dann hat es genau diese Konsistenz.


Bleibt die Frage, was Max am Auferstehungs-Wochenende kulinarisch besonders schätzt. Klar, Fleisch in jeder Form. Aber auch einen kreativ-pikanten Salat schubse ich nicht von Tellerkante.

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Einen solchen habe ich in meiner Rezeptsammlung gefunden und gedacht, man kann ja Ostern auch die Spargelsaison eröffnen. Aber nur dann, wenn es den schon aus heimischen Landen gibt. Spargel mit republikdurchquerendem Anfahrtweg ist für mich ein esstechnisches Unding. Probieren Sie doch mal einen Spargelsalat in Kombination mit Spinat und Ei. Dazu wird Spargel schräg in daumendicke Stücke geschnitten, etwa drei Minuten in Öl bei guter Hitze gebraten und mit Salz gewürzt.


Dann kommt der Spargel in eine Vinaigrette, die man so zubereitet: Schalotten fein würfeln, mit kochendem Wasser übergießen und eine halbe Minute ziehen lassen. Dann abgießen, abschrecken und abtropfen lassen. Nun werden vier Teelöffel Limettensaft mit Mineralwasser und Salz verrührt und fein gehackter Ingwer und Chili, zwei Teelöffel Abrieb von der Limettenschale und sechs bis acht Teelöffel Rapsöl dazugegeben. Aber nur die Hälfte der Vinaigrette zum Spargel geben. In die andere Hälfte kommen Baby-Blattspinat und Basilikumblättchen. Dann werden halbierte Kirschtomaten auf der Schnittseite angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt.


Nun beginnt die kreativ-gestalterische Phase: Man richtet portionsweise Teller an, die mit dem Basilikum und dem Spinat samt der Vinaigrette belegt sind. Dazu werden der Spargel, die Tomaten und in kleine Stücke geschnittenes Fruchtfleisch von Avocado garniert. Als Krönung kommen halbierte Eier darauf. Die werden wie oben beschrieben à la Max gekocht. Als bissfeste Beilage kann ich mir ein schön rosa gebratenes Stück Lammrücken oder Entenbrust vorstellen. Zu alle dem schmeckt ein Baguette gar trefflich. Aber auch raffinierte Reisfladen oder Haselnussspätzle sind nicht übel. Dazu gibt es an bekannter Stelle im Internet Anregungen.


Hinsichtlich der kulinarischen Komponente im Osterspaziergang habe ich übrigens so meine Philosphie, denn dort heißt es: „…Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge durch die Gärten und Felder zerschlägt…“ Na logo, die suchen die Kräuter für den Osterbraten. Oder schön weiche Eier…

Diese Kolumne erschien am 28. März 2017  in der Schweriner Volkszeitung.

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