Geschmackssache: Max is(s)t weiter aktiv …

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Stilvoller Genuss in altem Gemäuer

Leider wurden meine wöchentlichen Kulinarischen Kolumnen in der Schweriner Volkszeitung Anfang April 2026 nach über 12 Jahren eingestellt. Damit ging für mich ein wichtiger Teil meiner beruflichen Tätigkeit verlustig. Außerdem bestätigten mir langjährige Leser, dass sie meine pointierten Rezeptideen sehr vermissen.


Nun bin ich aber keiner, der aufgibt. So habe ich einige Zeit nach neuen Medien gesucht, die meine Texte veröffentlichen. Ein kleiner Lichtblick ist, dass ich nun von Zeit zu Zeit auch für die Ostsee-Zeitung (OZ) schreiben kann. Ein erster Beitrag erschien Anfang Juli 2026 über das Weinbistro "George" im Weinhaus Uhle. Ich veröffentliche hier den originalen Text, der in einigen Passagen redaktionell leicht geändert wurde. Das gedruckte Original findet man ganz unten auf dieser Seite.


Im Weinhaus Uhle hat sich im Juni 2026 der Traum vom Michelin-Stern erfüllt. Dazu hatte ich am Tag der Verleihung in Frankfurt am Main einen ausführlichen Beitrag geschrieben. Der fiel leider redaktionellen Zwängen zum Opfer. Ich veröffentliche auch diesen Beitrag im Original. Und letztlich freue ich mich auf weitere Texte, die den Lesern Lust auf anspruchsvolle Gastronomie in MV bereiten.



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Das Residenzensemble Schwerin gehört seit 2024 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zu dessen Gebäuden zählt auch das Weinhaus Uhle in der Schusterstraße. Das Traditionshaus wird heute als Hotel, Restaurant und Weinhandlung genutzt. Geleitet und betrieben wird es von Dirk Frymark und seiner Frau Annika. Der gelernte Koch und seit der Jahrtausendwende in der Schweriner Gastronomie tätige Unternehmer hat das Traditionshaus 2016 nach langen Gesprächen im Familien- und Freundeskreis übernommen und seitdem zur ersten gastronomischen Adresse der Landeshauptstadt entwickelt. Neben dem Gourmetrestaurant „1751“ erwartet dort auch das Weinbistro „George“ seine Gäste. Frymark nennt es bescheiden „Zweitrestaurant“ und definiert es über die Verbindung von Qualität, regionaler Verbundenheit und Genuss.


Herzstück des stilvoll-puristisch eingerichteten Bistro sind die mit edlen Tropfen bestückten Regale. Gemeinsam mit seiner Ehefrau sucht Frymark die über 300 Weine persönlich bei den Winzern aus. „Wir unternehmen oft Weinreisen weltweit. Zu unseren Favoriten zählen die Anbaugebiete in Sachsen und an der Saale-Unstrut, aber auch über deutsche Landesgrenzen hinaus. Erklärtes Ziel ist es, Weine zu finden, die mit unserer ambitionierten Küche harmonieren“, so die Restaurantleiterin. Genau das ist der Anspruch: Im „George“ wird ganz unkompliziert-leger eine fabelhafte Liaison von Wein und Kulinarik zelebriert.


Unter Leitung von Küchenchef Marcel Kube, der für beide Restaurants zuständig ist, entstehen Gaumenfreuden der Extraklasse zu vergleichbar zivilen Preisen. Hier werden neben Kaviar und Austern auch vermeintlich einfache Gerichte aus den Gaben der Natur aufgetischt. Die wolle man in einem modernen Twist servieren, also geschmacklich-kombinatorisch neu auflegen. Sein Credo: Gute Küche beginnt beim Respekt vor dem Produkt, nicht beim Luxus.


Entwickelt wird die Bistro-Karte im Team. Da fließen durchaus auch persönliche Geschmacksnoten eine Rolle, die variantenreich raffiniert in Szene gesetzt werden. Der aus dem Brandenburgischen stammende und bisher in renommierten Spitzenrestaurants der neuen Bundesländer tätige Küchenchef: „Unsere Lieferanten stehen für erstklassige regionale und saisonale Produkte.“ Er ergänzt, dass die Kunst „nur“ darin bestehe, die Produkte in ein stimmiges Potpourri zu verwandeln, das vor allem die Saison geschmacklich widerspiegelt.


Das Bistro, das auch frei kombinierbare Menüs auf der Karte hat, bietet ab Mittag bis in die späteren Abendstunden eine ideale Kulisse um zu entspannen, zu genießen und angenehme Gespräche zu führen. Und wer sich nicht spontan für (s)eine vinophil-kulinarische Kombination entscheiden kann, dem wird von den freundlichen, fachkundig-versierten Service-Mitarbeitern im besten Sinn des Wortes „geholfen“.


Lange hat das Uhle-Team darauf gewartet, dass Schwerin endlich den ersten Michelin-Stern bekommt. Dieser Traum wurde im Juni 2026 erfüllt. Es wurde Zeit. Denn das „1751“ war für Kenner erster und einziger Anwärter. Die geschmacklichen Grundlagen dafür kann man im Weinbistro „George“ kennenlernen.

Dieser Beitrag erschien am 8.  Juli 2026 in den Regionalausgaben Grevesmühlen und Wismar der Ostsee-Zeitung, in denen auch Beiträge aus Schwerin und dem Landkreis Ludwigslust-Parchim integriert sind.

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