Kulinarischer Paukenschlag in der Welterbestadt

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Erster Michelin-Stern strahlt über Schwerin

Leider wurden meine wöchentlichen Kulinarischen Kolumnen in der Schweriner Volkszeitung Anfang April 2026 nach über 12 Jahren eingestellt. Damit ging für mich ein wichtiger Teil meiner beruflichen Tätigkeit verlustig. Außerdem bestätigten mir langjährige Leser, dass sie meine pointierten Rezeptideen sehr vermissen.


Nun bin ich aber keiner, der aufgibt. So habe ich einige Zeit nach neuen Medien gesucht, die meine Texte veröffentlichen. Ein kleiner Lichtblick ist, dass ich nun von Zeit zu Zeit auch für die Ostsee-Zeitung (OZ) schreiben kann. Ein erster Beitrag sollte die Verleihung der Michelin-Sterne 2026 in Frankfurt am Main sein.


Ein Paukenschlag für MV war der erste Michelin-Stern für das Schweriner Gourmet-Restaurant "1751" unter Leitung von Marcel Kube. Leider fiel der ausführliche Beitrag redaktionellen Zwängen zum Opfer. Ich veröffentliche diesen Beitrag nachträglich im Original. 

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Wie im vergangenen Jahr fand die Michelin-Sterneverleihung 2026 gestern (23.6.) im Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt am Main statt. Mit den kulinarischen Meriten werden seit 1966 die Restaurants der Spitzenküche ausgezeichnet. Den ersten Stern für das Land Mecklenburg-Vorpommern holte Michael Laumen 1996 nach Krakow am See in das Restaurant „Ich weiß ein Haus am See“. 2005 übernahm dort Raik Zeigner das Zepter in der Küche und konnte den Stern jedes Jahr verteidigen. Damit ist er sozusagen der Doyen der kochenden Granden des Landes. Dennoch reduzierte sich im Frühjahr 2026 die Zahl der bisher sieben Sterne-Restaurants, weil das Restaurant „The O'Room“ in Heringsdorf sein Fine-Dining-Konzept und damit den Stern aufgab. Aber als „Nachrücker“ wurde das Restaurant „Ostseelounge“ mit Küchenchef Christopher Huhnstock-Kerber ausgezeichnet, nachdem das Haus an der Ostsee ein Jahr aussetzen musste.


Für einen Paukenschlag sorgte aber das „Gourmetrestaurant 1751“ im Weinhaus Uhle in Schwerin. Unter Leitung von Küchenchef Marcel Kube holte es für Insider und ambitionierte Feinschmecker nahezu erwartungsgemäß 2026 den ersten Stern in die Landeshauptstadt. Unmittelbar nach der Verleihung teilte Uhle-Inhaber Dirk Frymark, der mit seiner Frau Annika das renommierte Haus seit zehn Jahren betreibt, auf Anfrage telefonisch mit: „Man stellt sich so einen Moment immer wieder vor, aber wenn er dann tatsächlich eintritt, ist das etwas völlig anderes. Wir sind einfach überwältigt, zumal dieser Stern das Ergebnis von Leidenschaft, Vertrauen und täglicher harter Arbeit vieler Menschen ist.“


Küchenchef Marcel Kube ergänzt: „Jeder Einzelne im Team hat seinen Anteil an diesem Stern. Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben. Diese Auszeichnung ist eine große Ehre und zugleich eine Bestätigung für die Leidenschaft, die wir jeden Tag in unsere Arbeit stecken.“


Am kulinarischen Konzept werde man nichts ändern, meinen beide unisono. Das Team hat einen Stil entwickelt, an welchem man sehr akribisch weiterarbeiten wird. Die gemüseorientierte Küche von Kube verbindet Präzision, Regionalität und überraschende Aromen auf eine Weise, die Gäste und offenbar auch Michelin überzeugt haben, so Frymark. Man werde also immer auf der Suche nach den besten Produkten und Lieferanten sein, die zu dieser Philosophie passen sowie neue Arbeitstechniken und Präsentationsformen entwickeln.


Die aktuellen Sterne-Restaurants in M-V sind:
„Friedrich Franz“ in Heiligendamm - Ronny Siewert
„Der Butt“ in Rostock-Hohe Düne - André Muench
"Klassenzimmer“ in Fürstenhagen (Feldberger Seenlandschaft) - Daniel Schmidthaler
„freustil“ in Binz - Ralf Haug
„Kulmeck by Tom Wickboldt“ in Heringsdorf - Tom Wickboldt
„Ich weiß ein Haus am See“ in Krakow am See - Raik Zeigner
"Gourmetrestaurant 1751" in Schwerin - Marcel Kube
„Ostseelounge“ in Dierhagen - Christopher Huhnstock-Kerber


In Deutschland gibt es aktuell 339 Sterne-Restaurants, davon 279 mit einem, 48 mit zwei und 12 mit drei Sternen. Die meisten Sterne-Restaurants weisen die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern auf. Von den neuen Bundesländern rangiert (ohne Berlin) Sachsen (9) vor Mecklenburg-Vorpommern (8). Die grünen Sterne, die für besonders nachhaltige Küche stehen, wurden inzwischen abgeschafft, weil es Michelin offenbar zu aufwendig war, die Kriterien für diese Sterne zu schärfen. Was Spitzenrestaurants wie dem von Daniel Schmidthaler nicht daran hindern wird, am kulinarisch-nachhaltigen Gedanken festzuhalten und ihn kreativ weiterzuentwickeln.

Dieser Beitrag sollte am 24. Juni 2026 in der Ostsee-Zeitung erscheinen, konnte aber aus innenredqaktionellen Gründen in der Print-Ausgabe keine Berücksichtigung finden.

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