Geschmackssache: Max is(s)t exzentrisch …

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Entrecôte mit warmen Gemüsesalat

Manchmal ist es ganz schön schwer, die Geschmäcker unter einen Hut, sprich: auf einem Teller zu vereinen. Die Kunst besteht dann vor allem darin, für jeden etwas aufzutischen, ohne die bekannte Extrawurst zu braten. Wie sagte mein Vater so oft: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.“ Und schubste die Krautbeilage auf den Teller meiner Mutter … Das geht mir manchmal ähnlich, wenn ich in „Begleitung“ esse. Pfiffig wie ich bin, verbinde ich dann das partnerschaftsgeschmackliche Notwendige mit meinem individuellen Geschmack. Da geht es gelegentlich auch etwas exzentrisch zu.


Lassen Sie sich doch einmal von einer Kombination animieren, die Sie durchaus auch kreativ anpassen können. Zunächst gibt es eine Art warmen Gemüsesalat. Dafür dünsten Sie zunächst Zwiebelringe in Olivenöl bei milder Hitze etwa zehn Minuten glasig an. Dazu kommt nun etwas Tomatenmark, das mit angeröstet wird. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass Sie rote, grüne und gelbe, entkernte Spitzpaprikaschoten sowie feingehackten Knoblauch in die Pfanne geben, alles gut vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Dazu kommen noch einige Lorbeerblätter. Alles zugedeckt gut zehn Minuten weiterdünsten.

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Danach jubeln Sie dem Ganzen noch grob geschnittene sowie passierte Tomaten unter und garen alles ohne Deckel etwa eine halbe Stunde. Wenn Sie wohlig-heiße Schärfe mögen, können Sie dem auch ein paar klein gehackte Chilischoten vom Stamm Peperoncini untermischen. Der geschmackliche Clou vom Ganzen ist bei ca. 200 Grad knapp 20 Minuten in Alufolie gebackener Feta, den Sie mit Pfeffer und Thymian würzen und ausgepackt mit dem Paprikagemüse anrichten. Dazu Baguette: Schmackhaft, aber exzentrisch so lala …


Wenn Sie sich nun nicht das Fleisch vom Teller nehmen oder verbieten lassen, empfehle ich eine hammergeile Kombi mit einem fulminanten Entrecôte. Das ist edles Fleisch, das eine „Mark“ mehr kostet, aber seinen Preis wert ist. Alternativ können Sie, ganz nach Masse in der Kasse, auch ein sogenanntes Bürgermeisterstück wählen. Stellen Sie zunächst, wie es Koch Dirk Luther aus Meierwik bei Glücksburg vormacht, eine Art Paste her, indem Sie grob gehackte Zwiebel und Knoblauch mit Zitronensaft, grobem schwarzen Pfeffer und etwas Cayenne Pfeffer vermengen und fein pürieren. Damit streichen Sie das Fleisch im Ganzen ein und marinieren es etwa fünf Stunden im Kühlschrank. Dann kommt es, auf Zimmertemperatur eingepegelt, samt der Paste auf den Grill (das geht auch in der kälteren Jahreszeit) oder in die Pfanne und wird zugedeckt bei starker, direkter Hitze etwa zehn Minuten gegrillt, bis es eine Kerntemperatur von gut 55 Grad (medium) erreicht.


Nun lassen Sie das Fleisch auf einer Platte mit Olivenöl bestrichen und Thymianzweigen belegt etwa fünf Minuten ruhen, schneiden es auf und richten es mit dem Salat an. Dazu gibt’s noch eine exzentrische Salsa, deren Zubereitung Sie im virtuellen Rezeptteil dieser Kolumne finden. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat November zeigt ein Gericht aus dem Menü im Restaurant "Küche im Keller" in Gera: Kartoffelroulade | Rote-Bete | Trüffelcreme | Schnittlauchöl

Diese  Kolumne erschien am 22.11.2025 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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