Geschmackssache: Max is(s)t aufgestrichen …

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Brotaufstriche

Mit gutem Brot konnte ich mich immer rasch anfreunden. So war es kein Wunder, dass das duftende Brot vom Bäcker nicht selten einen „rein zufälligen“ Kollateralschaden hatte, bevor es die Küche der Mutter erreichte. Und während meiner Studienzeit in Berlin habe ich stets mit Begeisterung das zweimal gebackene Brot gekauft und die Familie in Weimar damit versorgt. Verdrückt habe ich die Scheiben mit allem, was man aufstreichen konnte. Besonders gern mit würzigem Thüringer Mett, aber auch mit selbst ausgelassenem Speckfett mit Majoran oder mit hauchdünn geschnittenem Speck und Zwiebeln belegt und mit Senf bestrichen. Das hat sich im Laufe der Jahre auch nicht wesentlich geändert.


Ich erwische mich aber hin und wieder auch dabei, andere Aufstriche zuzubereiten, die ich nicht wieder vom Brot kratze und genussvoll verzehre. Dem wollen wir uns heute widmen. Recht pikant mundet beispielsweise eine Guacamole. Die stammt aus Mexiko. Ich bleibe aber brav bei meiner Bezeichnung Brotaufstrich.

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Dafür brauchen Sie eine reife Avocado, deren ausgelöstes Fruchtfleisch Sie samt ein paar Esslöffeln Zitronensaft pürieren. Dazu kommen nun fein gewürfelte Zwiebel und Tomate sowie ein paar feingehackte Chilischoten (ich benutze meine selbst getrockneten Chiliflocken) und eine (gern auch zwei) zerdrückte Knoblauchzehe/n. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, Öl, etwas Essig und gehacktem Koriander. Fertig ist der Aufstrich, der nun auf sein frisches Brotbett wartet. Ähnlich herzhaft-schmackhaft und kinderleicht zuzubereiten ist eine cremige Kombi aus Quark und Crème fraîche. Beides wird gut verrührt und mit fein geraspelter Mohrrübe und Meerrettich vermischt. Abgeschmeckt wird mit Salz und Pfeffer.


Das können Sie auch mit geriebenen Radieschen, geraspelter Salatgurke, etwas Wasabi und einem Hauch Honig sowie Zitronensaft variieren. Dazu sind auch hartgekochte, halbierte Eier eine gute kulinarische Ergänzung. Da freut sich sogar das Brot … Nicht nur Männer dürften sich auch gern an einer Art Bieraufstrich laben. Dafür vermengen Sie kleine Schinkenwürfel mit Crème fraîche, pürieren das Ganze und reichern behutsam mit Bier an, bis eine cremige Masse entsteht. Darunter jubeln Sie ein paar Chiliflocken, feine Petersilienringe und würzen mit Salz. Das kann nun auf das Brot gestrichen oder mit dem Löffel und Brothäppchen verzehrt werden.


Recht genussvoll verlockend ist auch ein Aufstrich, den Sie aus fein geriebenem (Berg-)Käse und kleinen Feigenstückchen, weicher Butter, Honig und grobem Senf zubereiten. Alles gut vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und rauf auf die Bemme, wie der Norddeutsche (nicht) sagt. Meine virtuelle Rezeptothek gibt Ihnen wie immer eine Vielzahl aufstrichiger Rezeptideen. Und wenn Ihnen hier ein pikanter Aufstrich mit süßer Note fehlt, dann fügen Sie einer stückigen Konfitüre Ihrer Wahl einfach grünen Pfeffer bei. Das bringt Ihr Innenleben in Schwung. Versprochen. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto zeigt ein Gericht aus dem aktuellen Menü aus dem Gourmetrestaurant "1751" im Weinhaus Uhle in Schwerin.


Diese  Kolumne erschien am 10.1.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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