Geschmackssache: Max is(s)t vorausschauend …

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Rezepte mit Tomaten

Dass ich einmal so auf Obst und Gemüse stehen würde, hätte ich noch vor einigen Jahren nicht gedacht. Das hat vor allem damit zu tun, dass ich erkannt habe, wie man mit solchen Zutaten im besten Sinn des Wortes geschmacklich-kombinatorisch „spielen“ kann. Da reicht es, mir ein Video aus dem Internet „reinzuziehen“, um sofort gedanklich-kreativ an meinen Geschmack anzupassen. Eine große Rolle spielen dabei Tomaten. Die gibt’s zwar in der Freilandvariante erst im Sommer. Was nicht heißt, dass ich deutsche Gewächshaustomaten bereits im Frühling kaufe.


Merke: Am 6. April ist der Tag der frischen Tomate. Und in der allergrößten Not, Sie wissen schon, Stichwort Supermarkt … Ich habe sogar schon auf Balkonien verschiedene recht schmackhafte Tomaten angebaut und geerntet. Bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit. Die nutze ich tomatenmäßig, um gedanklich den Sommer experimentell herbei zu essen. Gefunden habe ich in meine Rezeptothek über zweieinhalbtausend wunderbare Geschmacksideen. Einige davon sind im Rezeptteil dieser Kolumne festgehalten.




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Als Einstimmung in das Thema empfehle ich einen pikanten Salat. Dafür schneiden Sie Aprikosen, alternativ Nektarinen oder Pfirsiche, und Tomaten in kleine Stücke. Das gleiche Schicksal widerfährt einer grünen Chilischote und ein paar Basilikumblättern. Diese Zutaten vermengen Sie mit dem Abrieb und Saft einer Limette, etwas (Rohr-) Zucker und Öl. Abgeschmeckt wird mit Salz und Pfeffer. Fertig ist der Salat, der mit einem Baguette ebenso gut mundet wie zu einem saftigen Steak.


Auch nicht vom Teller schubsen werden Sie Cherry- oder Cocktailtomaten, die Sie halbiert in eine feuerfeste Form geben, ordentlich mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen und mit fein gehackter Chilischote, Olivenöl und Tomatensaft (bei mir stets aus Werder an der Havel) vermischen und bei etwa 200 Grad im Ofen backen, anschließen leicht abkühlen lassen. Dazu gibt es kleine Küchlein, dessen Teig Sie aus reichlich in etwa einem Viertelliter Wasser pürierten Basilikumblättern zubereiten.


Diese Mische reichern Sie mit einem halben Würfel Hefe, knapp einem halben Pfund Mehl, drei Eiern und Salz an. Alles verrühren und eine gute halbe Stunde in warmer Umgebung gehen lassen. Danach heben Sie unter den Teig noch klein gewürfelten Mozzarella und backen davon kleine Pfannküchlein goldbraun aus. Es darf mit den noch warmen Tomaten serviert werden. Ich habe es kürzlich probiert. Das schmeckt auch mit frischen, knobi-geladenen Buletten köstlich. Nachmachen und variieren wärmstens empfohlen.


Eine Nummer aufwendiger und anspruchsvoller sind etwa mit Pilzen und Tomaten vermählte Artischocken. Ähnlich geschmackvoll sind Bällchen von Bohnen, die mit einem Tomaten-Oliven-Sugo zubereitet werden. Ich/wir habe/n also noch reichlich Zeit für vorausschauende Grübelstunden, wie man Tomaten kreativ in Szene setzen kann. Ich rufe Ihnen zu: Machen Sie mit, machen Sie es nach, machen Sie es besser. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat Januar zeigt ein Gericht aus dem aktuellen Menü von Marco Brauch im Restaurant "Küche im Keller" in Gera: Filet vom US-Beef | Zwiebel-Senf-Kruste | Trüffelcreme | Jus | Rahmkohlrabi | Kartoffelgratin


Diese  Kolumne erschien am 31.1.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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