Geschmackssache: Max is(s)t wissbebierig …

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Gerichte mit Bier

Wenn Sie meinen, dass ich wegen der Wahl meines heutigen Themas etwas zu tief ins Glas geschaut habe, dann irren Sie. Aber dieses sprachliche Bonmot hat mich echt gereizt, mal wieder mit Bier zu kochen. Mehr oder weniger kluge Sprüche zum Thema kennen Sie sicher. Deren Palette reicht von lustig-witzigem Einfall bis zu trostloser Einfalt. Ich bleibe in meiner bekannt bescheidenen Art mal bei der Frage: „Darf’s ein bisschen Bier sein …?“ Sie werden staunen, was man abseits von grilligen Aktivitäten mit dem würzigen Gesöff alles anfangen kann. Kulinarisch gesehen, versteht sich.


Zum Einstieg empfehle ich eine Hopfenkaltschale der besonderen Art. Dafür verquirlen Sie etwa im Verhältnis 3:5 Schmand oder Crème fraîche mit Schwarzbier wie Köstritzer. Zu dieser Mische kommen nun kleine Tomatenstückchen. Abgeschmeckt wird mit Salz und Pfeffer. Das Ganze gut kühlen und beim Servieren mit rosa Pfeffer und Basilikumblättern garnieren. Das ist ein erfrischender Einstieg in eine bierselige Mahlzeit. Prost.

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Eine sehr pikante Vorspeise oder Zwischenmahlzeit ist auch geschmorter Chicorée. Den legen Sie vom bitteren Ende befreit halbiert in einen größeren Topf oder eine Pfanne mit hohem Rand und lassen ihn zugedeckt bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten knapp fünf Minuten schmoren, bis eine vornehme Bräune zu erkennen ist. Deckel runter, mit einem Hellem angießen und wenig Zucker sowie etwas körnige Hühnerbrühe untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Deckel drauf, etwa zwanzig Minuten garen, den Chicorée raus und in eine Auflaufform legen. Der Bratensaft wird nun bis zu einer sirupartigen Konsistenz reduziert und dann über den Salat gegossen. Jetzt mit Paniermehl und geriebenem Hartkäse sowie Butterflöckchen bestreuen. Rein in den Backofen und bei 200 Grad überbacken, bis eine schöne, goldbraune Kruste entsteht. Das schmeckt mit einem Baguette oder ohne alles ebenso gut wie mit einer gut gewürzten, mit Knobi aufmunitionierten Bulette. Das ist mein kombinatorischer Favorit.


Eine pikante Idee ist auch ein Bier-Chutney, das mein kochender Freund Ralf Jakumeit kreiert hat und mit einem Jakobsmuschel-Blutwurstgröst’l sowie einem Zwiebel-Bier-Confit, also einer Art Marmelade, auftischt. Das Chutney kann man natürlich variabel einsetzen. Dafür werden Knoblauch, Zwiebel und Mango in kleine Würfel geschnitten und in dieser Reihenfolge mit etwas Olivenöl und Butter leicht angeröstet. Zuletzt kommen noch fein geschnittene Chilischoten oder Chiliflocken hinzu.


Dann wird alles mit einem möglichst würzigen (Dunkel-)Bier abgelöscht und leicht eingeköchelt. Final kommt, wenn vorhanden, gerösteter Koriandersamen und frisch geschnittener Koriander dazu. Ich habe es ausprobiert und spontan auf Krustenbraten verspachtelt. Köstlich. Das vollständige Rezept und Anregungen für bierige Soßen und Gerichte bietet meine virtuelle Rezeptothek Beispiele wie einen köstlichen Biermelonen-Salat. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Prost Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat August zeigt ein Gericht aus dem Restaurant im "Hansa Haus am Meer" in Kühlungsborn: Pfifferlings-Cremesuppe | Räucherforelle | Schwarzbrotcroutons | Kräuteröl

Diese  Kolumne erschien am 30.8.2025 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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