Damit Sie nicht denken, ich bin der deutschen Rechtschreibung nicht wenigstens halbwegs mächtig, löse ich die Überschrift vorab schon einmal auf. Es geht hier weder um Tempo noch um temporär. Der Begriff ist sozusagen „Created by Max“, also eine individuell-humorige Wortschöpfung. Abgeleitet ist das von „Tempura“, einer Zubereitungsvariante der japanischen Küche, bei der Zutaten aller Art mit einem Teigmantel versehen schnell ausgebacken werden. Sie werden ahnen: Heute können Sie wieder mal kreativ Freistil kochen.
Den Teig bereiten Sie ziemlich einfach zu. Vermischen Sie zu gleichen Teilen 200 Gramm Weizenmehl Typ 405 (oder spezielles Tempura-Mehl) mit Mais- oder Speisestärke, etwa von Mondamin, und fügen dem Ganzen wenig Salz hinzu. Sodann vermischen Sie zwei Eier mit möglichst eiskaltem Sprudelwasser und fügen das den trockenen Bestandteilen zu. Fertig. Nun können Sie ihre kulinarische Kür schon beginnen und Zutaten wie Fleisch, Gemüse und Meeresfrüchte in den Teig tunken und in neutralem Öl frittieren. Ohne zusätzlichen Geschmack wäre das Ganze aber ziemlich fade.

Für eine abwechslungsreiche Platte mit Tempura-Snacks aus Zucchini, Aubergine, Fisch oder Fleisch muss es natürlich pikante Verstärker geben. Ähnlich wie beim Fondue eignen sich dafür variantenreiche Dips. Stellen Sie doch beispielsweise ein Püree aus Erbsen und gekochten Kartoffeln her, das Sie mit einer Schalotte, Butter und Sahne sowie fein geschnittener Minze aufmunitionieren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Fein mit Teig ummantelt können Sie sogar Sushi frittieren. Als bekennender Liebhaber recht würziger Beigaben empfehle ich Ihnen auch, mutig mit fernköstlichen Zutaten wie Wasabi, Thai-Soßen und scharfen Ingredienzien wie Chili und Ingwer zu experimentieren. Wenn die Spargelzeit wieder angebrochen ist, kommen auch diese Stangen in einen Tempura-Teig. Dazu gibt es neben einem knackigen Baguette einen Dip aus pürierter Minze, Frühlingszwiebeln, Tomate, Chilischote, Ingwer, Öl und Zitronensaft, den Sie mir Salz und Zucker nach Geschmack würzen. Ich habe das schon einmal ohne den Spargel zubereitet und mir dazu einen trockenen Rotwein gegönnt.
Und dass man Gemüse-Tempura aus Zucchini, Artischocken, Karotten und Pilzen auch trefflich mit Fleisch kombinieren kann, können Sie sich denken. Dafür eignen sich beispielsweise Rinderfilets, die Sie mit einer Würzmischung aus zerstoßenen grünen Pfefferkörnern, Salz und Rosmarinblättern bestreut ruhen lassen und dann nach Wunsch, ich bevorzuge medium, garen. Auch Tempura-Geflügel wie Hähnchenbrust oder -schenkel können Sie deliziös zubereiten und dazu Dips mit orientalischer oder asiatischer Note reichen, die ich neben Tempura-Gemüse-Pfannküchlein in meiner Rezeptothek vorstelle.
Toll munden dazu auch Meeresfrüchte wie Garnelen. Und wenn wieder einmal eine feurige asiatische Nudelsuppe auf den Tisch soll, empfiehlt sich ein Seelachs-Tempura. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.
Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat Februar zeigt ein Gericht von Enrico Back, Inhaber und Küchenchef im Hotel & Restaurant "Träbeser Bauernstube" in Meiningen: Rehrücken und -schulter | Rosenkohl | Petersilienwurzelpüree
Diese Kolumne erschien am 7.2.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.
Hier finden Sie ein paar Vorschläge zum Weiterlesen.
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