Geschmackssache: Max is(s)t spruchreif …

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Schmackhafte Rezepte mit Sellerie

Auch und gerade zu Essen und Trinken gibt’s eine Menge mehr oder weniger sinnige Sprüche. Einer lautet: „Wenn die Wurst so dick ist wie das Brot, ist es egal wie dick das Brot ist.“ Und den Kalauer mit dem „Sellerie-Kompott“ kennen Sie sicher auch. Bekannt liebenswürdig wie ich bin, rate ich Ihnen, nur die Hälfte davon zu glauben und den Rest sorgfältig zu prüfen. Sellerie aber ist eine echt gute Zutat für schmackhafte Gerichte. Ich bereite mir daraus des Öfteren einen Karo einfachen Salat zu: Die geschälte Knolle bissfest garen, dann in Scheiben schneiden, in Öl und etwas Essig marinieren und mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen. Dazu eine Butterstulle von frischem Landbrot. Köstlich. Außerdem ist Sellerie immer für eine geschmackliche Nuance beim Kartoffelpüree gut. Da gibt’s nicht viel zu überlegen. Einfach mitkochen, pürieren und nach Geschmack würzen. Ich mag das dann stets etwas grober und final mit einem guten Klecks zerlassener Butter mittenmang.


Sie können das Knollengemüse aber auch als fleischlosen Schnitzelersatz verwenden. Dafür putzen und schneiden Sie die Sellerieknolle in gut daumendicke Scheiben, die Sie bei mittlerer Hitze mit Zitronensaft knapp zehn Minuten in kochendem Salzwasser garen.

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Raus aus dem Topf, trocken tupfen und in die Scheiben eine Art Tasche schneiden. Darin füllen Sie Käse Ihrer Wahl, etwa würzigen Bergkäse. Das Ganze wird nun küchenüblich paniert und von beiden Seiten goldbraun gebraten. Ich verwende dafür eher recht grobe Vollkornbrösel, die ich mit Salz, Pfeffer und etwas Kümmel vermische. Das gibt dem Schnitzel geschmacklichen Bums. Auch dazu passt ein Püree Ihrer Idee. Meine innere Stimme hat mir übrigens verraten, dass sich solcher Art Schnitzel auch mit einer saftigen Knobi-Bulette verträgt. Selbst mit einem kleinen Steak oder Fisch soll’s geh‘n. Die Stimme hatte recht. Das ist schön.


Da ich kürzlich mal in Sachen Schaschlik-Ideen „unterwegs“ war, habe ich rein zufällig auch Sellerie-Spieße gefunden und die mit selbstgebasteltem Schaschlik (mit Leber, Zwiebel, Paprika, Speck usw.) auf den Teller gebracht. Der Gemüsespieß geht recht leicht. Dazu erhitzen Sie mundgerechte Würfel aus geschältem Sellerie, legen sie in mit gemörserten Pfeffer- und Wacholderkörnern, etwas Weinessig, gehackten Zwiebeln und Knoblauch sowie Kräutern Ihrer Wahl angereichertes Öl und erhitzen sachte. Gegart wird etwa eine Viertelstunde. Dann lassen Sie die Würfel einige Stunden (!) im Öl auskühlen. Danach ist Zeit, sie auf Spieße zu stecken und das Sellerie-Schaschlik rundum gut anzubraten.


Dazu reichen Sie einen sehr pikanten Dip, der auch dem Schaschlik gutgetan hat. Den erkläre ich Ihnen neben weiteren Sellerie-Ideen in meiner virtuellen Rezeptothek. Darunter sind sehr deliziöse Salate und weitere Brat-Varianten. Zum Schluss noch ein markiger Ess-Spruch von Max gefällig: Hat das Essen gut geschmeckt, wird der Teller abgeleckt … Oder lieber nicht?! In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat Februar zeigt ein Gericht von Enrico Back, Inhaber und Küchenchef im Hotel & Restaurant "Träbeser Bauernstube" in Meiningen: Rehrücken und -schulter | Rosenkohl | Petersilienwurzelpüree





Diese  Kolumne erschien am 14.2.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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