Schon bald drohen die Weihnachtszeit oder andere Anlässe, so dass sich Ihnen in die Gelegenheit bietet, oder Sie in die Verlegenheit kommen, auch einmal für mehr Personen kochen zu dürfen bzw. zu müssen. Dann muss es aber durchaus kein klassisches Festtagsmenü sein. Schalten Sie kochtechnisch getrost einen Gang herunter. Hauptsache sollte die Geselligkeit, verbunden mit viel Geschmack, sein.
Bereiten Sie doch einmal einen Schweinebraten der besonderen Art zu, dessen Zubereitung ich bei meinen Recherchen gefunden und für gut befunden, ja sogar in Miniatur-Ausführung bereits Probe gekocht habe. Dafür eignet sich entbeinte Schweineschulter ohne Schwarte, aber mit einer schönen Fettschicht. Das Bratenstück darf gern ein paar Gramm mehr als gewöhnlich wiegen. Und hat den Vorteil variantenreicher, schmackhafter Restverwertung. Die ausgelöste Schweineschulter reiben Sie händisch mit einer Art Paste Ihres Geschmacks ein. Dafür mörsern Sie beispielsweise Pfeffer, Rosmarin und grobes Salz, fügen dem reichlich zerdrückte Knoblauchzehen, Zitronenschalenabrieb und ein, zwei Esslöffel Olivenöl hinzu.

Final binden Sie den Braten so zusammen, dass er durchgängig etwa gleiche Dicke aufweist. Der wird nun in einem nicht zu hohen Bräter bei etwa 250 Grad Umluft samt einigen ganzen Knoblauchzehen und ein paar groben Fenchelstücken eine gute Viertelstunde gebraten und danach mit einem Glas trockenem Weißwein angegossen. Runter mit der Hitze auf ca. 100 Grad und alles gut sechs Stunden bei geschlossenem Deckel garen, bis das Fleisch eine tiefbraune Farbe aufweist. Das können Sie nun in Tranchen geschnitten warmhalten.
Dazu fabrizieren Sie eine pikante Salsa, die Sie aus zerkleinertem Estragon, Knoblauch, Kapern, Zitronenabrieb und Olivenöl mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Außerdem gibt’s einen famosen Fenchel-Salat. Den stellen Sie aus gehacktem Fenchelgrün und Petersilie, mit der Mandoline (das ist kein Musikinstrument) dünn geschnittenen Fenchelscheiben sowie Olivenöl und dem Abrieb und Saft von Zitronen und Orangen her. Es darf angerichtet und mit Baguette oder Ciabatta kombiniert werden. Der Rest vom kochenden Fest kann am nächsten Tag mit Pasta und/oder einer Gemüsemischung Ihrer Wahl, gern auch einfach nur mit Bratensaft als „Warmes Eckchen“ auf Brot, schnabuliert werden. Seien Sie kreativ.
Eine andere Geschmacksidee stelle ich Ihnen in meiner Rezeptothek als Fleischspieße aus Schweinenacken vor. Auch diesbezüglich können Sie geschmacklich-kombinatorisch die Sau rauslassen. Und als pikante Nachspeise empfehle ich eine pochierte Birne mit einem speziellen Käse. Dafür pochieren Sie halbierte Birnen in einem Sud aus hellem Traubensaft, Weißwein und allerlei Gewürzen und füllen das Obst mit Blauschimmelkäse. Den Link dafür gibt’s: Sie wissen schon … Und wenn der Besuch doch nicht so zahlreich wird, gilt der Grundsatz: Das Essen tut der Mama gut, wenn es der Papa kochen tut … In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.
Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat Dezember zeigt ein Gericht aus dem aktuellen Menü aus dem Gourmetrestaurant "1751" im Weinhaus Uhle in Schwerin.
Diese Kolumne erschien am 6.12.2025 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.
Hier finden Sie ein paar Vorschläge zum Weiterlesen.
Max Ragwitz’ kulinarische Portraits © Impressum · AGB · Datenschutzerklärung