Geschmackssache: Max is(s)t optimistisch …

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Deftige Suppen von Kurt Drummer

Wie heißt es so treffend: Neues Jahr, neues Glück. Das gilt für nahezu alle Lebenslagen und -situationen. Ich wünsche Ihnen Gesundheit, stets einen guten Appetit und viel Neugier auf meine diesbezüglichen Anregungen. Nach den Köstlichkeiten der vergangenen Tage gehe ich meine Mahlzeiten lieber bescheidener und von den Zutaten her etwas demütiger an. Außerdem warten bestimmt noch viele Reste auf ideenreiche, geschmackvolle Verwertung. Und ich bin auch sehr optimistisch, dass das neue Jahr wieder viele kulinarische Überraschungen parat haben wird. Kurz und gut: Mir steht der Sinn nach einer deftigen Suppe.


Anregungen dafür habe ich, wie könnte es anders sein, wieder einmal bei Kurt Drummer (meine Recherchen zu seinem „Werk“ sind auf einem guten Weg) gefunden. Donnenlittchen, wie man im Norden sagt, der Fernsehkoch-Altmeister brilliert auch in Sachen Suppen mit einer riesigen Vielfalt.

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Obwohl ich kulinarisch gesehen kein Freund von Meister Lampe bin, reizt mich beispielsweise (s)eine zünftige Hasensuppe nach Jägerart. Dafür lassen Sie das sogenannte Hasenklein mit Lorbeerblättern, Gewürznelken, Wacholderbeeren und großstückig geschnittener Zwiebel bei mittlerer Hitze eine gute Dreiviertelstunde kochen. Sodann kommt das Fleisch, dazu gehören auch Herz und Lunge, aus dem Topf, wird von den Knochen befreit und klein geschnitten oder durch den Fleischwolf gedreht.


Nun wird das Fleisch unter Zugabe von etwas Mehl oder Mondamin-Soßenbinder mit geriebener Zwiebel und Möhren vermischt und mit Zitronenabrieb, Tomatenmark, Salz, Pfeffer und Paprikapulver gewürzt. Das alles kommt nun in die durchgeseihte Brühe, die nochmals aufgekocht und mit nicht zu viel Rotwein sowie Joghurt oder saurer Sahne verfeinert. Angerichtet wird mit in Butter gerösteten Weißbrotwürfeln. Dazu ein Glas trockener Rotwein oder ein Verdauungs-Köm „Mann un Fru“. Köstlich. Weitere Suppen-Ideen können Sie meiner virtuellen Rezeptothek entnehmen.


Eine norddeutsche Suppe kreiert Drummer in Störtebeker-Art. Dafür lassen Sie in kleine Würfel geschnittenen mageren Speck aus und schwitzen darin in Scheiben geschnittenen Porree und/oder gewürfelte Zwiebeln an. Dazu kommen noch in Stifte geschnittene Möhren und sehr dünne Kartoffelscheiben. Sodann wird mit Brühe aufgefüllt das Gemüse bei geringer Hitze gegart. In der Zwischenzeit schwitzen Sie von Haut und Gräten befreite, zerpflückte Bücklingsstücke oder anderen Räucherfisch in einer Pfanne leicht an, fügen etwas Tomatenmark hinzu und reichern mit Majoran und reichlich gehackter Petersilie an, würzen nach Geschmack mit Salz und Pfeffer. Nach kurzem Durchziehen wird noch recht heiß serviert. Dazu bevorzuge ich frisches Bauernbrot und ein korrespondierendes Getränk à la Hopfenblütenkaltschale und/oder den bereits genannten Köm.

Ich meine, dass sind gute Aussichten auf ein genussreiches Jahr, das viel Spielraum zur Entwicklung Ihrer kulinarischen Kreativität bietet. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat Januar zeigt ein Gericht aus dem aktuellen Menü von Marco Brauch im Restaurant "Küche im Keller" in Gera: Filet vom US-Beef | Zwiebel-Senf-Kruste | Trüffelcreme | Jus | Rahmkohlrabi | Kartoffelgratin

Diese  Kolumne erschien am 3.1.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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