Geschmackssache: Max is(s)t heißhungrig…

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Max' Kulinarische Kolumne - Gurken-Kimchi und Garniturvorschläge für Hot Dogs

Manchmal überfällt mich der Heißhunger. Dann gönne ich mir etwas Deftiges in Form von Burgern, Croques, Döner oder gefülltem Fladenbrot. Je nach Geschmackserlebnis ist der Heißhunger dann mehr oder weniger schnell verflogen. Kürzlich war ich in Berlin und habe im Restaurant „Golvet“ Sternekoch Björn Swanson besucht, der auch schon im Gutshaus Stolpe vorzüglich aufgetischt hat. Dass der Küchenchef mit dem stahlharten Blick eines Charles Bronson aber auch heißhungrige Vorlieben hat, wusste ich noch nicht.


Der bietet in (s)einem weiteren Restaurant „The Dawg“ Hot Dogs an. Das sind die voluminösen Dinger, die eine Wurst und weitere Zutaten geschmackvoll umhüllen. Alter Falter, das hat mich umgehauen. Geschmackstechnisch. Von nordafrikanischer Merguez über simple Schweinswurst bis hin zu Enten- und Weißwurst sowie vegetarischer Shiitake-Wurst zaubert der Koch daraus Kompositionen, die auch einen Feinschmecker überzeugen. Muss ja nicht jeden Tag sein.

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Ich möchte heute dazu anregen, Ihrem gelegentlichen Heißhunger mit kreativen Hot Dog-Variationen Ihrer Wahl begegnen. Was Sie dabei für eine Wurst wählen, ist eigentlich Wurscht. Aber für die Garnitur gebe ich Ihnen gern Anregungen. Geeignet ist je nach Wurstsorte beispielsweise Kimchi, also fermentiertes Kohlgemüse koreanischer Art aus Chinakohl und Rettich. Ersatzweise können Sie sich auch mit Sauerkraut behelfen, dem Sie Knobi und andere Gewürze beigefügen.


Probieren Sie sich aber mal an einem Gurken-Kimchi aus, mit dem Sie die Wurst von der Kräutersau genussvoll kombinieren. Dazu legen Sie geschälte, klein gewürfelte Gurken mit reichlich grobem Meersalz in Wasser ein. Nach einer halben Stunde raus aus dem Wasser, abspülen, leicht trocken tupfen. Außerdem stellen Sie eine Mischung aus fein gehacktem Schnitt-Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Chili-Paste oder -Pulver, etwas Fischsoße sowie Zucker und Sesamsamen her. Das alles wird mit den Gurken vermischt und eventuell noch eine Weile mariniert. Dann kann das Kimchi mit der Wurst und dem Baguette vermählt werden.


Als stolzer Besitzer von Merguez sollten Sie mit schärferen Geschützen wie Harissa-Paste auffahren. Die kann man wie anderes  vermeintlich Exotische im gut sortierten Supermarkt zu kaufen. Weitere heiße Wurst-Ideen gibt’s wie immer an bekannter Stelle im Internet. Einen bayerischen „heißen Hund“ können Sie beispielsweise mit einer Weißwurst, Sauerkraut, süßem Senf, Röstzwiebeln und Käse herstellen. Recht gut macht sich auch ein Coleslaw-Krautsalat mit Chilibrot. Remoulade gibt’s allerdings für meine heißen Dackel garantiert nicht.


Für die Umhüllung können Sie diverse Baguette oder Maxi-Brötchen verwenden. Ein Hingucker aber ist selbstgebackenes schwarzes Brot. Geht relativ einfach: Für ein Pfund Brot wird aus etwa 300 Gramm Mehl, knapp 200 Milliliter Wasser, knapp ein Gramm Hefe, etwa 10 Gramm Salz und ebenso viel Aktivkohle ein Teig hergestellt und geknetet.  Letztere sollte in Wasser aufgelöst worden sein. Sonst knirscht es im Gebiss. Einen Tag ruhen lassen. Brote formen und auf Sicht backen.


Der Aha-Effekt: Das Brot ist rabenschwarz und ergibt tolle farbliche Kontraste, schmeckt aber nicht nach Kohle. Denn die braucht man auch bei Heißhunger nicht. Höchstens zum Bezahlen.

Diese Kolumne erschien am 5. Februar 2020 in der Schweriner Volkszeitung.

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