Geschmackssache: Max is(s)t heimatverbunden …

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Mecklenburger Küche

Als regelmäßige Leser meiner Kolumnen werden Sie wissen, dass meine Wiege im Erzgebirge stand. Die Umstände und die gute Luft haben mich jedoch vor 35 Jahren in den Nordosten verschlagen. Was für ein Glück. Mecklenburg, das Land M-V überhaupt, ist längst meine Heimat geworden, die ich nie mehr missen möchte. Wie es im Original des Heimatliedes von Martha Müller-Grählert heißt: „Da is mine Heimat, da bün ick tau Hus …“


So, und nun schnell an den Kochtopf, denn es geht hier ja um „Freten un supen“, wie der gemeine Mecklenburger sagt, wenn er Hunger und Durst hat. Die Heimatküche bietet auch für mich vieles, das ich wegen seiner deftigen Note längst zu schätzen weiß. Den Rippenbraten serviere ich mir zwar stets nur von den Knochen ausgelöst auf dem Teller. Das Backobst, Klöße und eine kräftige Soße aber müssen sein. Schwarzsauer dagegen kommt mir nicht auf den Teller. Die Spielarten von Knieperkohl und damit verbundener Fleischbeilage bereite ich mir aber einige Male im Jahr zu. Und wenn es einmal ganz schnell gehen soll, dann stampfe ich mir gekochte, mit viel guter Butter angereicherte Kartoffeln und füge gedünstete Zwiebeln und gewürfelten, gebratenen Schinkenspeck bei. Dazu findet sich meist auch noch „Material“ für eine Knobi-Bulette.

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Immer wieder gern tische ich auch den Klassiker „Birnen, Bohnen und Speck“ auf. Den habe ich 2018, nachzulesen in meiner virtuellen Rezeptothek, schon als dekonstruierte Gourmet-Version vorgestellt. Im Telegramm-Stil für den küchensturmerprobten Mecklenburger erklärt: Geviertelte Zwiebeln und geräucherten Bauchspeck kochen. Grüne Bohnen putzen, halbieren und ebenfalls rein in den Topf. Ist der Speck schon wenig gar, kommen noch halbierte, feste Birnen dazu. Davon braucht nichts ab- oder ausgelöst werden.


Auch Bohnenkraut darf nicht fehlen. Kartoffeln können mitgekocht, aber auch getrennt gereicht werden. Ist alles fertig gegart, kommen die Zutaten raus aus dem Topf. Die Brühe wird nach Geschmack mit etwas Soßenbinder angedickt und mit Salz, Pfeffer sowie etwas Zitronensaft abgeschmeckt. Final wird der Speck in Scheiben geschnitten, alles schön auf dem Teller angerichtet und mit der Soße übergossen. Fertsch, wie der echte Norddeutsche sagt …


Für süße Leckermäulchen hält die norddeutsche Küche auch Klüten parat, die man trefflich mit Obst wie Birnen kombinieren kann. Die Dinger sind recht formfrei mit einem Löffel abgestochener Teig aus Eiern, Wasser, Salz und Mehl. Sie kommen in einen Topf mit gegarten Birnen, werden noch einmal aufgekocht, können dann friedlich ziehen und werden freundschaftlich verbunden serviert. Nähere Angaben in meiner Rezeptothek.


Ich biete Ihnen dazu eine sehr pikant-würzige Variante an. Fügen Sie dem Klüten-Birnen-Gemisch mundgerecht geschnittenes Hähnchenfleisch an, das mit Chili, Ingwer und Sojasoße mariniert wurde. Auch Sanddornsaft können Sie für den heimatverbundenen norddeutschen Geschmack einsetzen. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat März zeigt einen gebratenen Rehrücken.

Diese  Kolumne erschien am 14.3.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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