Geschmackssache: Max is(s)t extraordinär …

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Geschmack mit Eiern

Dass ich kein Freund von Plaste-Eiern in Vorgärten bin, habe ich gelegentlich schon kundgetan. Und die Zeit des Suchens nach bunten Eiern im Wald und auf der Wiese ist längst vorbei, zumal Kinder und Enkel längst aus dem Alter dieses österlichen Rituals herausgewachsen sind. Was nicht heißt, dass auch mir manchmal der Sinn nach solchen Kindheitserinnerungen steht. Kulinarisch gesehen aber spielen Eier für mich das ganze Jahr eine große Rolle. Neben den üblichen Verdächtigen wie Spiegel- und Rühreier sowie gekochten Eiern mit ergänzendem Geschmack wie Forellenkaviar oder Anchoviscreme suche ich aber nicht nur Ostern nach extraordinären, etwas extravaganten Geschmacksideen.


Dazu gehören auch kleine, mit Eigelb bekrönte Hackfleischtürmchen. Das Fleisch vermischen Sie mit dem Eiweiß, etwas Paniermehl sowie Gewürzen oder Pasten Ihrer Wahl. Je nachdem, welche Note Sie dem Fleisch verpassen wollen. Ich bevorzuge dann meist die fern(k)östliche oder orientalische Variante, etwa mit Tandoori-Paste oder Ras el Hanout. Scheuen Sie sich nicht vor fremden Namen. Der pikante Geschmack wird es Ihnen danken. Final abgeschmeckt wird das Fleisch aber ganz Karo einfach mit Salz und Pfeffer. Nun wird der Fleischteig zu kleinen Türmchen mit einer mittigen Mulde geformt.

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Außerdem bereiten Sie eine Soße aus stückigen, leicht pürierten Tomaten zu, die Sie mit Sahne und Basilikumblättern anreichern und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. In diese Mische kommt nun das Fleisch, in dessen Mitte je ein Eigelb. Deckel drauf und etwa sieben Minuten bei mittlerer Hitze garen. Dazu können Sie mit hauchdünnem Schinkenspeck ummantelte, gegarte Bohnen kombinieren. Ich wähle die Variante mit grünem Spargel.


Zum Frühstück habe ich übrigens immer mehr Bock auf pochierte Eier. Wie die „gehen“, steht neben anderen ei-ovalen Geschmacksideen in meiner virtuellen Rezeptothek. Die verlorenen Eier kombinieren wir mal mit Spinattörtchen. Dafür stechen Sie aus daumendickem Weißbrot nicht zu kleine Formen Ihrer Wahl wie Kreise oder Herzen aus, die Sie dünn mit Butter bestreichen und auf dem Backblech mit einer Mulde versehen. Sodann schwitzen Sie in Butter eine Schalotte und Knoblauch an, geben Spinat und fein gehackten Estragon hinzu und vermischen alles mit Frischkäse, saurer Sahen und einem Ei. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und Muskat. Diese Masse kommt in die Brotförmchen und wird bei etwa 190 Grad Umluft eine Viertelstunde gebacken.


Damit das Ganze noch fulminanten geschmacklich Bums bekommt, können Sie eine Vinaigrette Ihrer Wahl kreieren, sie Sie beispielsweise aus Öl, Senf, Balsamico und Schnittlauchringen mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann kann schon mit dem Eiern, den Törtchen und weiteren, in der Sauce marinierten Spinatblättern angerichtet werden. Und als virtuelles Osterei schenke ich Ihnen ein fabelhaftes Eier-Rezept von Altmeister Kurt Drummer. Das dürfen Sie nicht verpassen. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto zeigt einen gebratenen Rehrücken.

Diese  Kolumne erschien am 4.4.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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