Geschmackssache: Max is(s)t wurzselig …

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Variationen mit Wurzelgemüse

Wurzelgemüse steht immer öfter auf meinem Speisezettel. Dabei denke ich noch nicht einmal vordergründig an den Aspekt gesunder Ernährung mit Mineralstoffen und Vitaminen. Mir geht es vor allem um die vielfältigen Kombinations- und Zubereitungsmöglichkeiten. Daraus kann man nicht nur knackige Salate, sondern auch die Grundlage für anspruchsvolle Hauptmahlzeiten zaubern. Grund genug also, die Wochenmärkte der Umgebung regelmäßig nach frischen, regional erzeugten Zutaten unter die Lupe zu nehmen und bereits beim Auswählen gedanklich den Geschmack meiner Wahl zu kreieren. Wohl wissend, dass manchmal ganz etwas anderes dabei herauskommt. Umso größer die Überraschung. Mal so, mal so …


Lassen Sie uns doch heute einmal ein wurzseliges, Sie werden die Wortschöpfung erkennen, Gemüse-Potpourri der besonderen Art komponieren. Was Sie verarbeiten, ist Ihnen und Ihrem kombinatorischen Mut überlassen. Kein schlechter Mix sind Möhren, Petersilien- und Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Rettiche und Steckrüben, Rote Bete und Zwiebeln. Ich verwende zunehmend auch Fenchel. Den vierteln Sie längs und halbieren die Viertel nochmal längs. Auch die anderen Wurzeln Ihrer Wahl „schnitzen“ Sie nach Belieben.

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Außer den Steckrüben kommen bei mir alle genannten unters Messer. Mit Salz, Pfeffer und einem Hauch Majoran gewürzt wird das Gemüse bei nicht zu großer Hitze gut zehn Minuten in wenig Wasser gedünstet. Wenn Sie mögen, können Sie auch noch dicke Bohnen aus den Schoten pulen, dem Gemüse unterjubeln und ein paar Minuten weiterdünsten.


Nun kommt der geschmackliche Hammer: Entgräten Sie abgetropfte Sardinen oder Sardellen (die sind deutlich geschmacksintensiver, also ganz mein Ding) aus der Dose und schneiden Sie diese in kleine Stücke. Außerdem hacken Sie das Fenchelgrün und vermischen es mit dem Abrieb von Zitronenschale. Sodann wird das Wurzelgemüse aus dem Sud gehoben, auf dem Teller platziert und der mit Zitronensaft abgeschmeckte und mit wenig von dem Sardellenöl vermischte Gemüsesud darüber gegossen. Darauf werden die Sardellenstücke platziert und mit dem aromatisierten Fenchelgrün bestreut. Das wäre mit Baguette und/oder einer Knobibulette schon eine Mahlzeit meines Geschmacks. Aber so schnell kann man Max auch nicht, in dieser Schreibweise, wurz-selig machen.


Machen Sie es mir nach und kombinieren Sie zu dem Gemüse ein würziges Kartoffelpüree. Das können Sie sozusagen „Quodlibet“, also nach eigenem Belieben, mit püriertem Gemüse und Gewürzen wie Majoran und geriebener Muskatnuss vermählen. Da gehört natürlich auch ein kräftiger Klecks Butter rein. Mehr noch, ich richte meinen Teller zusätzlich mit halbierten Königsberger Klopsen an, die geschmacklich sehr gut mit den Sardellen harmonieren und wie immer auch mit Kapern aufmunitioniert sind. Und wenn Sie auf andere Weise geschmacklich selig werden möchten, können Sie das Gemüse auch mit gebratenem Fischfilet Ihrer Wahl kombinieren. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat März zeigt einen gebratenen Rehrücken.

Diese  Kolumne erschien am 7.3.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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