Villa Patrizia Duisburg: Mediterraner Genuss in stilvollem Flair

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Villa Patrizia

Mülheimer Straße 213 - 47058 Duisburg

www.villa-patrizia.de

Auf der Suche nach kulinarischen Geheimtipps sind, bei aller gebotenen Vorsicht hinsichtlich der Seriosität der Informationen, soziale Netzwerke wie Facebook ganz gute Wegweiser. Zumal man dort Kontakte mit ausgewiesenen Kennern und Könnern der Materie knüpfen kann. So wurde ich auf eine kochende Verbindung aufmerksam, die sich „Duisburger Kochquintett“ nennt und sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Stadt und die Region kulinarisch aufzuwerten. Zu den fünf Restaurants gehört auch eines namens „Villa Patrizia“, das meine Neugier geweckt hat, weil ich bekennender Anhänger mediterranen Essens bin. Das musste ich hin.


Der Kontakt zu Inhaber Nico Bodean, der mit seiner Frau Patrizia das Haus leitet, war schnell geknüpft.  Und woher der Name des Restaurants rührt, kann man ja schnell erraten. Nico Bodean erklärt mir aber, dass er sein Restaurant bis 2012 unter dem Namen „Ristorante Pina“ in Oberhausen geführt hat. Die Neugier und der Mut zur Veränderung aber hat die Familie an den Duisburger Kaiserberg verschlagen, um gastgeberische Traditionen in bewährter Qualität am neuen Standort fortzusetzen.

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Die Villa unweit des Duisburger Zoos präsentiert sich rein äußerlich als eher schlichte Stadtvilla. Allein die Innenhofgestaltung mit Schmuckelementen und der nahezu herrschaftliche geschmiedete Zaun und Fahnen mit den Initialen von Haus und Eigentümern lassen eine gewisse Exklusivität ahnen. Zu Recht, wie man schnell feststellen wird. In den Sommermonaten, erklärt mir Nico Bodean, findet der Restaurantbetrieb in einem großen Pavillon neben dem Haupthaus statt. Das schafft, davon konnte ich mich überzeugen, eine ganz besondere Atmosphäre.


Wie im Haupthaus ist hier alles in dezenten Pastelltönen und in Weiß gehalten. Man sitzt auf hellen Korbstühlen und genießt einen schönen Blick nach draußen. Gute Aussichten für Dinieren in lauen Sommernächten, in denen die indirekte Beleuchtung noch effektvoller zur Wirkung kommt. Das eigentliche Restaurant ist gediegen-klassisch mit einem Hauch Barock, aber mit zeitloser Eleganz und dem Sinn für das liebevolle Detail eingerichtet. In der ersten Etage gibt es zudem noch einen separaten Raum für Feiern im kleinen Kreis, dessen attraktiver Blickfang ein gut bestücktes Weinregal ist.


Auf Traditionen kann das aus Sizilien stammende Ehepaar  übrigens durchaus verweisen. Beide haben sozusagen ganz klein angefangen. Patrizia ist in der Gastronomie aufgewachsen. Ihre Großmutter hatte in Italien eine Pizzeria und die Eltern noch heute ein schönes Ristorante. In Oberhausen hat sie auch einige Jahre exzellent in der Küche gekocht, wie ihr Ehemann voller Stolz berichtet. Heute ist sie ebenso als Sommeliere wie als Ideengeberin für neue kulinarische Ideen in der „Villa Patrizia“ zuständig. Patron Nico Bodean wirkt im Haus als Maitre, nimmt zum größten Teil die Bestellungen auf und berät seine Gäste freundlich und kompetent.


Man könnte nun trefflich das Wort „Edelitaliener“ in Spiel bringen. Das wäre für am Beispiel der „Villa Patrizia“ an der Sache vorbei argumentiert. Hier wird abseits allen Snobismus anspruchsvolle Gastlichkeit und Kulinarik auf hohem Niveau geboten. Das ist ein feiner Unterschied, meine ich. Küchenchef Mimoun Trichi und sein Team bieten, in enger Absprache mit seinen Patrone, leichte mediterran geprägte italienische Küche in verführerischen Kombinationen.

Anders als beim „Alltagsitaliener“ ist die Karte vergleichsweise klein, aber umso feiner. Pizzen aller Couleur fehlen ganz. Dafür gibt es exquisite Antipasti, die meinen Geschmackssinn aktivieren: Carpaccio vom Chianina, von Kalbszunge oder von Rote Bete und Tranchen vom kanadischen Hummer sind schon echte Köstlichkeiten. Ganz zu schweigen von den Baby-Calamari, die der Koch mit Spinat füllt und mit Seeteufel und Limonensafran auf den Tisch bringt. Meine Lust steigt ins Unendliche.

Pasta-Variationen werden in Form von Linguine, Tagliatelle, Gnocci oder Taglioni als raffiniertes Zusammenspiel mit Meeresfrüchten oder Ente gereicht. Dabei setzt Trichi auf das harmonische Zusammenspiel mit Gemüse, Gewürzen und Säurenoten. Das kommt auch bei den Fisch-Hauptgerichten zum Tragen, die u.a. süß-sauer mit Tomaten, Auberginen und Zwiebeln kombiniert werden. Meine Vorliebe für raffinierte Fleischspeisen ist bekannt. Mir haben es, neben den bereits genannten Appetitanregern, vor allem diese Gerichte angetan.

Da beweist der Koch einmal mehr seine These, dass man mutig kochen und kombinieren muss. Er füllt Involtini vom Milchkalb mit Spinat, Taleggio und Tiroler Speck, setzt ein Filet vom Salzwiesenlammrücken in Senfkruste auf eine köstliche Soße von Aglianico-Wein oder kombiniert Wachtelbrustfilet mit der würzigen sizilianischen Salsiccia und Orangensauce. Das könnte auch mich zu Geflügel verführen. Muss also gar kein Nebraska Beef sein, das für mich italien-affin irgendwie aus der Rolle fällt.

Damit meinen kulinarischen Lobgesängen aber auch der entsprechende Wahrheitsgehalt innewohnt, muss ich zugeben, dass diese Schilderungen sozusagen esstechnische Trockenübungen sind. Denn im Rahmen meines vormittäglichen Besuches am Kaiserberg war keine Zeit und Muße, diese Gerichte zu verkosten. Ich habe mir zwar ein paar Einträge virtueller Gastkritik vereinnahmt. Darauf gebe ich jedoch nicht viel. Ich schildere hier vorerst nur meine Eindrücke anhand der Karte und der Unterhaltung mit Mimoun Trichi,  er mir viel von seinen geschmacklich-kombinatorischen Intentionen erzählt hat.


Die Probe auf’s geschmackliche Exempel werde ich im September machen. Denn dann ist die „Villa Patrizia“ Gastgeber im Rahmen den „Duisburger Kochquintetts“. Auf dieses Menü freue ich mich heute schon wie Bolle und werde dann auch meinen MGQ vervollständigen, damit sich meine Leser ein Bild machen können, was sie in diesem gastlichen Haus erwartet.

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Trichi und sein Team tischen dann wie folgt auf: Sizilianisches Sesam-Landbrot mit Thunfisch-Mousse und kalt gepresstem Olivenöl aus Sizilien, Carpaccia vom Bison mit Auberginentatar und gehobeltem sardischen Pecorino, eine Albatrüffel-Lasagne mit Chianina-Ragout, Bretonisches Steinbeißerfilet in Kräuterkruste mit Safran und Limone, 25 Jahre alten Aceto Balsamico mit Himbeeren, Involtini vom Pata Negra Schwein - einer speziellen Art des Iberico – mit Spinat, San Daniele Schinken und Taleggio gefüllt, sowie ein  Duett aus Schokoladensoufflé und Mascarponeeis. Das alles zum Preis von unter 70 Euro inklusive begleitender Weine, wenn das keiner kulinarischen Sünde wert ist…


Ähnliches trifft auch für die Monatsmenüs der „Villa Patrizia“ zu, die aus fünf Gängen samt einem alternativen Hauptgang aus Fisch oder Fleisch bestehen. Wer hier mittags einkehren und beispielsweise mit Geschäftspartnern gut essen möchte, dem sei das je nach Tagesempfehlung zusammengestellte Business-Menü empfohlen. Und am Abend wartet der Chefkoch mit 5-Gang-Menüs auf, bei denen er sehr gern individuell berät und variiert.


Mein vorläufiges Fazit: Dieses Haus macht in jeder Hinsicht Lust auf Genuss. Wer einmal  Italien von seiner besonders anspruchsvollen geschmacklichen Seite erleben will, sollte sich den Besuch gönnen. Nur so kann man prüfen, ob die Gastgeber das umsetzen, was sie auf der durchaus ansprechend gestalteten, allerdings mit kleinen Fehlern behafteten, Internet-Seite versprechen. Ich meine, die Sterne dafür stehen gut.


Virtuell würde ich mir wünschen, dass auf den Seiten weniger „nett“, stattdessen ein wenig mehr mit klaren Fakten beschrieben wird. Wie sang Harald Juhnke: „Bin Engel und mal Teufel, doch nie bin ich nur nett…“ Soll auch heißen: Handfeste Ansagen sind mir lieber als virtuelles Gesäusel. Die bekannte italienische Herzlichkeit möchte ich dann am Tisch genießen.

  • 88%
    Max’ Geschmacks Quotient (MGQ)

Der MGQ ist der Quotient aus der Summe der Einzelbewertungen in Bezug auf 
Angebot / Geschmack / Präsentation / Preis-Leistung / Service / Ambiente / Konzept

Kategorie: Restaurants

  • Angebot 90%
  • Geschmack 0%
  • Präsentation 0%
  • Preis-Leistung 0%
  • Service 0%
  • Ambiente 90%
  • Konzept 85%

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