Geschmackssache: Max is(s)t überrascht…

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Max' Kulinarische Kolumne - Erdbeer-Avocado-Spinat Salat

Um zu gutem Essen zu kommen, setze ich mich auch einfach mal ins Auto, düse nach Mainz und lege am Rhein an. Schließlich war ich von TV-Koch Frank Buchholz im Bootshaus zur Big Bottle Party eingeladen. Diese Veranstaltungsbezeichnungen gehören wohl zum sprachlichen Zeitgeist, den man ja in seinen Texten nicht unbedingt mitmachen muss. Der Reiz der Reise in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt bestand für mich vor allem darin, dass sich je 30 Spitzenköche und -winzer angemeldet hatten, die mit köstlichen Tropfen und nahezu simplen kulinarischen Kombinationen ohne Schnickschnack aufwarteten, aber mit viel Raffinesse zubereitet wurden.


Soll auch heißen: Ich plädiere einmal mehr dazu, Sie zu kulinarischer Kreativität zu ermuntern. Trauen Sie sich an Geschmackserlebnisse, ohne sich streng an Rezepte zu halten. Einfach überlegen, was geschmacklich harmonieren könnte, und loslegen. Ich gebe Ihnen mal eine sommerliche Idee vor und führe Sie an einen Erdbeer-Avocado-Salat heran.

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Geht denkbar einfach. In eine Schüssel kommen Blätter von jungem Spinat, auch Babyspinat genannt, halbierte oder geviertelte Erdbeeren, Fruchtfleisch von Avocados, gehackte Mandeln und Feta-Würfel.  Nun wird eine gut verrührte Mischung aus Crème fraîche, Milch, Zucker, Apfelessig und Mohnsamen zubereitet. Die wird unter den Salat gehoben und auf dem Teller  angerichtet. Das kann man mit Baguette als eigenständige Mahlzeit auftischen.


Damit man aber nicht denkt, Max sei vom Fleisch gefallen, biete ich Ihnen als milde Beigabe einen köstlichen Braten mit Knoblauch-Butter an. Dazu mischen Sie Butter großzügig mit Knoblauch, Thymian, Oregano, Rosmarin, Salz und Pfeffer zu einer Art Paste. Nun kommt ein gutes Stück Rind aus der Keule, Schulter, Hochrippe oder Nacken ins Spiel. Das wird dick mit der Paste eingestrichen und im  Ofen mit Power kräftig braun gebacken. Danach lassen Sie es mit Rosmarin unter Alufolie ruhen, bis es eine Kerntemperatur um die 56 bis 60 Grad erreicht. Dann ist es innen noch schön rosa und kann aufgeschnitten mit dem Bratenfonds serviert und zu dem Salat gereicht werden. Diese Kombination kann je nach Kalorienanspruch verzehrt werden. Beispielsweise die Frau den Salat, einen Happen Fleisch und spritzigen Wein. Der Mann Fleisch, eine Kostprobe Salat und eine Hopfenblütenkaltschale.


Zurück ins Bootshaus. Überrascht haben mich Kreationen wie hauchdünn geschnittene Sülze vom Tintenfisch ebenso wie gegrillter Blumenkohl mit Blutwurst oder die Dumplings vom Schwarzfederhuhn, die Frank Rosin auftischte. Das kann man großzügig mit „Knödel“ übersetzen, um eine Ahnung zu haben, was das ist. Vieles davon kann man nachkochen. Trauen Sie sich einfach. Es lohnt sich.


Zu den Überraschungen meiner Fahrt nach Mainz zählten übrigens auch ein Strafzettel für unbefugtes Parken am Rheinufer, aber auch ein Kofferraum mit prächtigen Geranien und Gemüse. Letzteren habe ich am Domplatz in Erfurt gefüllt. Und nach einem Arbeitsbesuch in Weimar war eine  Original Thüringer Bratwurst Pflicht. Dann zurück nach MV, denn die Blumenkästen warten auf die Geranien. Oder umgekehrt. Und die Katze auf Max, der sich auf sein Feierabendbier freut.

Diese Kolumne erschien am 13. Juni 2018 in der Schweriner Volkszeitung.

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