Geschmackssache: Max is(s)t stramm…

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Max' Kulinarische Kolumne - Strammer Max

Ein alter Kalauer lautet so: Meine Brüder heißen alle Max. Nur Oskar nicht. Der heißt Hugo. Mein Großvater mütterlicherseits aber war ein leibhaftiger Max. Von ihm habe ich schließlich auch einen meiner Vornamen "geerbt". Er war Schneidermeister, stammte aus dem Spreewald und schwor auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Quark und Leinöl. Dass diese Kombination wirklich gut schmeckt, habe ich leider erst kennengelernt, als es den Großvater nicht mehr gab. Er hätte sich gefreut.

Kulinarisch gesehen hatte der alte Herr aber zwei ganz einfache Vorlieben. Wenn im Rahmen familiärer Ausflüge wie immer regelmäßig eingekehrt wurde, bestellte er oft "Warmes Eckchen". Das war eine einfache Brotscheibe, belegt mit zwei Scheiben vom Schweinebraten und übergossen mit der warmen Bratensoße. War preiswert, nahrhaft und hat passabel geschmeckt. Es sei denn, die Soße war mit Liebe und gut gewürzt zubereitet. Und der zweite Renner unter den Lieblingsspeisen war "Strammer Max". Man(n) musste schließlich sein Namens-Ego pflegen... Auch das geht unter der Rubrik Karo einfach durch. Die Zutaten waren denkbar einfach: Brot, Butter, Ei, Schinken. Fertig war der Stramme Max, über dessen etymologische Herkunft an dieser Stelle der Mantel des Schweigens gelegt werden soll. Weil: Nicht ganz jugendfrei.

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Nun wäre ich aber in kulinarischer Hinsicht nicht ich, wenn ich mich mit der Urform des Gerichts zufrieden geben würde und habe nach einem "Strammen Max neuen Typus" gesucht. Klar, dass ich fündig geworden bin. Schließlich kenne ich viele Profiköche und bin seit langem gut mit der Familie Google befreundet. So gibt es den Klassiker beispielweise mit Leberkäse, alternativ auch mit Zwiebel-Gurken-Häckerle und geschmacklichen Zugaben wie Salsa, Pesto, Salami oder Käse. Geht alles, kann man mit großer Variabilität machen, ist aber letztlich auch nur ziemlich deftige 0815-Kost.

Weit verführerischer ist dagegen eine unspektakuläre, aber feine Kreation eines Spitzenkochs aus Oberfranken, der dem Strammen Max einen besonderen Pfiff gibt und sich so als gar treffliche Vorspeise eignet. Beispielsweise, wenn man einmal Gäste erwartet. Dafür nimmt man je Portion kreisrund ausgestochenes Brot. Deftiges Holzofenbrot, handgemacht aus Sauerteig und vielleicht sogar leicht in wenig Butter angeröstet, eignet sich dafür besonders. Die Brotscheiben werden nach dem Abkühlen nochmals dünn mit Butter bestrichen und auf kleinen Tellern angerichtet.

Darauf kommt ebenfalls kreisrund ausgestochener, oder klein gewürfelter Schinken. Von Kochschinken würde ich abraten, besser ist guter geräucherter Schinken, der auch mal ein paar Cent mehr kosten darf. Dann wird mit wenig Margarine je ein Wachtelei in die Pfanne gehauen und leicht angestockt, so dass das  Eigelb noch schön weich ist. Die Eier werden je nach Gusto mit Pfeffer und Salz gewürzt und ebenfalls auf Brot und Schinken gesetzt. Als ebenso schmückende wie wohlschmeckende Garnitur eignet sich Gartenkresse.

Denkbar ist aber auch ein kleiner Salat aus der Brunnenkresse, Rucola, Chicorée und rotem Baby Laef Spinat sowie einer Vinaigrette aus dunklem Balsamico, Senf, Walnussöl, Salz, Zucker und Pfeffer. Das Ganze geht einfach und schnell. So kann man, um den Rezept-Tipp mit einem Kalauer zu beenden, den alten Gassenhauer vom Schieber-Max neu interpretieren und humorig ausrufen: "Alles schreit Hurra. Der Stramme Max ist da..."

 Diese Kolumne erschien am 11. August 2015 in der Schweriner Volkszeitung.

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