Geschmackssache: Max is(s)t stielsicher …

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Spargel-Variationen

Meine tägliche Rezept-Recherche zeigt mir an, dass etwas im kulinarischen Busch ist. Dass der Busch eher ein Feld ist, lassen wir mal außer Acht. Auf jeden Fall geht es um Spargel, dessen Hohe Zeit wieder einmal bevorsteht. Kennengelernt habe ich die Stangen in meiner Thüringer Zeit. Heute landen sie von April bis Juni ein paar Mal auf meinem Speisezettel. Dazu gehört Spargel satt mit zerlassener Butter, Salzkartoffeln und einem gut soufflierten Schnitzel. Aber ohne Holländische Soße. Die ist bei mir ebenso „out“ wie Mayonnaise bei allen anderen Speisen. Die weißen, grünen oder violetten Stangen suche ich stielsicher nach der Figur aus. Soll heißen: Mein Spargel ist eher schlank, aber nicht dünn. Die voluminös-dicken Kaventsstangen werden, wenn überhaupt, nur in zerkleinerter Form weiterverarbeitet.


Das bietet sich beispielsweise für einen sehr pikanten Aufstrich an, der an keine Tageszeit oder spezielle Mahlzeit gebunden ist. Dafür schälen Sie weißen Spargel ganz, den grünen höchstens im unteren Viertel. Der weiße Spargel wird in dünne Scheiben geschnippelt und in Salzwasser weichgekocht. Sodann wird er mit Butter, kleinen Camembert-Würfeln, Sahne-Meerrettich sowie Salz und Pfeffer sämig püriert. Dazu kommt noch geriebener Parmesan, der nochmals mit püriert wird. 

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Unter diese Spargelcreme mischen Sie später noch kurz gekochte grüne Spargelscheiben sowie feingehackte hartgekochte Eier. Anreichern kann man auch noch mit Frischkäse. Muss aber nicht sein. Auf jeden Fall gehören frische Kräuter drauf oder rein. Das schmeckt auf frischem Bauernbrot ebenso wie zu Pellkartoffeln.


Wenn Sie wie ich auch auf etwas raffiniertere Spargel-Variationen stehen, sollten Sie die Stangen mal in Pfannkuchen hüllen. Den Teig dafür können Sie in bewährter herstellen, dünn ausbacken und warmstellen. Darauf werden nun ein paar der leicht bissig gekochten Spargelstangen grün und/oder weiß in der Größe stielsicher ausgewählt verteilt. Beträufelt wird das Ganze mit einer Soße, die Sie aus zerlassener Butter, einem Gemisch aus Milch und Spargelbrühe, Orangenschale oder -abrieb sowie Kräutern Ihrer Wahl wie Thymian und Lorbeerblatt zubereiten.


Darunter kommt noch Orangensaft. Dann alles ohne die Orangenschale und den Lorbeer mit geriebenem Käse vermischen, den Sie langsam schmelzen lassen. Nun wird der Spargel in die Pfannkuchen gerollt, nochmal mit Soße beträufelt und Käse bestreut in einer mit Butter ausgestrichenen Auflaufform bei 190 Grad Umluft etwa 20 Minuten gratiniert. Dazu schmecken gebratenes Fischfilet ebenso wie feine Fleisch-Medaillons oder Buletten. Geht auch nur mit Baguette und einem Glas Rotwein.


Damit ist die sti(e)lsichere Palette der Spargel-Genüsse natürlich noch längst nicht erschöpft. Meine virtuelle Rezeptothek bietet Ihnen weitere geschmacklich-kombinatorische Anregungen. Und wer sagt denn, dass Sie nicht weitere Kreationen aus dem kochenden Hut zaubern können/dürfen. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat März zeigt einen gebratenen Rehrücken.

Diese  Kolumne erschien am 28.3.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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