Geschmackssache: Max is(s)t scharf…

kulinarische-kolumne-juli20

Max' Kulinarische Kolumne - Scharfe Tomatensuppe


Wie Sie vielleicht wissen, lasse ich mir für die Titel meiner Kolumnen stets neue Adjektive einfallen. Umso mehr war ich überrascht, dass dabei „scharf“ bisher keine Rolle gespielt hat. Immerhin gibt’s ja sogar den „scharfen Maxx“ als würzigen Schweizer Käse. Trotzdem gelte ich (nicht nur) in kulinarischer Hinsicht als „scharfer Hund“ und bin als Liebhaber gut gewürzter Speisen bekannt.


Meine Mutter jedenfalls hat sich oft gewundert, wenn ich das Schnitzel kindlich-fingerdick mit Paprikapulver bestreut habe. Der Arzt aber hat gesagt: „Der Jung kommt durch, und wenn er das isst, braucht er das…“. Der Mann hatte recht, wie man heute weiß.


Aber Essen einfach nur scharf zu machen, ist ja nun wirklich keine Kunst. Einfach die üblichen Scharfmacher en masse an das Gulasch, in den Salat oder in die Suppe, schon juckt die Kopfhaut und brennt der Gaumen. Ein wenig Raffinesse soll es schon sein.

max-kolumne-portrait

Deshalb biete ich Ihnen heute eine Tomatensuppe an, die kein Geringerer als TV-Koch Frank Rosin kreiert haben soll. Der hat mitunter auch so eine große Klappe wie ich, aber kulinarisch durchaus guten Geschmack.


Und nun ran an die Suppe in spe. Für vier Personen werden zwei rote Chilischoten und ein reichliches Stück Ingwer – etwa fünf Zentimeter – fein gehackt, der Ingwer natürlich erst geschält. Wer der Schärfe nicht genug haben kann, entfernt auch den Samen der Chilischote nicht.


Dann wird von einem Dreiviertelkilo frischen Tomaten (auch Pelati Tomaten aus der Dose sind nicht übel) das Fruchtfleisch gewürfelt. Erhitzen Sie nun zwei Esslöffel Ahornsirup und karamellisieren Sie darin Chili und Ingwer. Unter diese Masse rühren Sie noch gut drei Esslöffel Tomatenmark, fügen die Tomaten hinzu und füllen das Ganze mit 750 Millilitern Gemüsefond auf. Abgeschmeckt wird mit Salz und Pfeffer. Nun alles aufkochen und bei reduzierter Temperatur eine knappe Viertelstunde köcheln lassen.


Inzwischen rösten Sie ohne Fett etwa 60 Gramm Sonnenblumen-, Kürbis- und Pinienkerne goldbraun und lassen diese dann abkühlen. Darunter mischen Sie ganz nach Lust und Laune kleine gehackte Blätter von glatter Petersilie.


Final wird die Suppe püriert, nochmals mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und mit den gerösteten Kernen bestreut. Dazu kann ein frisches Baguette nicht schaden. Ich habe diese Suppe auch kalt gegessen und noch gut nachgewürzt. Schmeckt köstlich scharf. Man(n) muss schließlich etwas für seinen Ruf tun…


Keine schlechte Idee in Sachen scharfes Essen ist übrigens auch, Chilis zu grillen. Dadurch verändert sich der typische Geschmack von Chili oder Paprika. Es entwickelt sich ein feines, etwas süßliches Aroma. Solches Grillgemüse kann man auch mit einer Marinade aus Olivenöl, Paprika und Knoblauch bepinseln oder leicht mit Salz und Pfeffer würzen.


Gegrillt werden darf getrost etwas kräftig braun, aber bitte nicht verkohlen lassen. Geschmacklich kombinieren kann man so etwas auch mit etwas Balsamico oder warmen Zwiebelringen. Oder Sie spießen alles wie Schaschlik mit Tomate, Pilzen und Zwiebeln auf. Mehr Anregungen gibt’s wie immer in meiner virtuellen Rezeptothek.


Ein „scharfes“ Zitat verkneife ich mir diesmal: Aber ich habe mir sagen lassen, dass scharfes Essen Glückshormone freisetzt. In diesem Sinne: Viel Glück.

Diese Kolumne erschien am 22. Juli 2020 in der Schweriner Volkszeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier finden Sie ein paar Vorschläge zum Weiterlesen.

x

Diese Website speichert Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.