Geschmackssache: Max is(s)t rührend…

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Max' Kulinarische Kolumne - Shakshuka (Eiergericht)

Ein Omelett ist schnell in die Pfanne gehauen. Einige Scheiben Tomaten, zwei, drei Eier, Gewürze und Zwiebel: Schon duftet es in kochtechnischer Windeseile auf dem Teller. Kürzlich musste ich aber erfahren, dass es auch raffinierte Dinge gibt, die man aus der Pfanne auf den Teller befördern kann. Dazu braucht es jedoch etwas Übung und im Detail auch rührende Geduld. Ein Freund aus Parchim schickte mir nämlich ein Foto von Shakshuka. Das soll eine Art israelisches Nationalgericht sein. Nachgeschaut, für gut befunden, leicht variiert nachgekocht.


Wagen Sie sich mit mir an in Tomatensoße „versenkte Eier“: Für vier Personen hacken Sie dafür eine große Zwiebel sowie ein bis zwei Knoblauchzehen recht fein und schneiden Sie eine Paprikaschote in kleine Würfel. Wer es wie ich scharf-würzig mag, ersetzt die Paprika mit Peperoni. Dann werden Tomaten aus der Dose, im Sommer natürlich frische vom Gemüsebauern aus der Region, grob zerkleinert. Die Zwiebel, der Knoblauch und die Paprika/Peperoni werden in einer Pfanne mit zwei bis drei Esslöffeln Olivenöl unter ständigem Rühren etwa fünf Minuten angeschwitzt. Dann kommen die Tomaten und drei Esslöffel Tomatenmark hinzu.

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Die große Rührerei aber geht weiter: Alles bei geringer Hitze gut eine Viertelstunde köcheln lassen und die Masse mit je einem Teelöffel Kreuzkümmel, Paprika- und gemörsertem Chilipulver sowie nach Geschmack mit Pfeffer würzen.


Nun kommt eine Art gestalterische Kür: Drücken Sie gleichmäßig aufgeteilt vier Mulden in die Tomatenmasse. In die jubeln Sie je ein aufgeschlagenes Ei und verrühren das Eiweiß vorsichtig mit der Masse, ohne dass Sie dem Eigelb Schaden zufügen. Deckel auf die Pfanne und etwa fünf Minuten im Backofen garen lassen. Die kochende Operation ist gelungen, wenn das Eigelb innen noch leicht flüssig ist.


Garniert wird das Ganze mit frisch gezupfter und grob zerkleinerter, glatter Petersilie. Wer eine zusätzliche pikante Note mag, kann auch noch Feta- oder Mozzarella-Würfel darüber streuen. Ich habe in einem Probelauf ein klassisch pochiertes Ei in die Mulde geschmuggelt. Hat sich  nicht so wie erhofft als das Gelbe vom Ei entpuppt. Da ich solche Eier aber sehr mag, verrate ich in meiner virtuellen Rezeptsammlung, wie man bulgarische Eier Panagjurischte mit Joghurtsoße zubereitet. Die sind ähnlich unaussprechbar wie Shakshuka, aber Sie brauchen nicht so viel zu rühren.


Ich habe dazu übrigens eine gusseiserne Pfanne verwendet, die sich gut für den Backofen eignet und dann auf den Tisch gestellt werden kann. Sodann kann sich jeder mit einem Pfannenwender seinen Teil ausstechen und eine deftige Mahlzeit beginnen. Manch einer verträgt dieses Gericht schon zum Frühstück. Andere genießen es eher am Abend in Verbindung mit einem frischen Fladenbrot und einem spritzigen Weißwein. Mir doch egal: Wenn’s schmeckt, schlage ich zu…


Fleisch-affin wie ich aber bin, gibt es bei mir dazu auch noch etwas Bissfestes. Geschmacklich passend wäre eine türkische Knoblauchwurst ebenso wie eine Chorizo-Wurst. Beides hatte ich nicht zur Hand. Also musste heiße Brühpolnische dran glauben. In dieser Beziehung können Sie sich jedenfalls kombinatorisch kreativ austoben. Also: Rühren, setzen, genießen…

Diese Kolumne erschien am 14.1.2021 in der Schweriner Volkszeitung und der Neuen Osnabrücker Zeitung.

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