Geschmackssache: Max is(s)t reif…

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Max' Kulinarische Kolumne - Pflaumen & Fleisch

Früchte kann man einfach von der Hand in den Mund verzehren, aber kochtechnisch auch trefflich kombinieren und raffiniert in Szene setzen. Also nichts wie ran an die Dinger. Irgendwie habe ich mich bei der Ideenfindung für geschmackliche Anregungen sinnbildlich an Pflaumen festgebissen, die jetzt langsam reifen.. Den Faden möchte ich weiterspinnen und Ihnen eine Kombination aus Zwetschge und Fleisch empfehlen.


Auf der Suche nach passenden Rezepten bin ich recht schnell in nordafrikanische und orientalische Gefilde geraten. Grund genug, meinen eigenen Geschmack einzubringen und zu variieren. Wagen wir uns heute doch einmal an einen pikanten Salat aus Linsen und Obst, den Sie an rosa gebratener Entenbrust, Kaninchen oder Lamm auf den Teller zaubern.


Kochen Sie für vier Personen etwa 100 Gramm grüne Linsen eine halbe Stunde bei milder Hitze, dann abgießen und abtropfen lassen. Ein ähnliches Schicksal ereilt nun knapp 100 Gramm rote Linsen, die bis zu acht Minuten gegart werden. Erst danach die Linsen leicht salzen.

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Auch mit im Spiel sind etwa  300 Gramm kleine festkochende Kartoffeln, die eine gute Viertelstunde bissfest gekocht, ausgedämpft, noch warm gepellt und längs halbiert werden. Rein in eine Auflaufform, mit drei Esslöffel Olivenöl beträufeln und mit wenig Salz bestreuen.


Nun bietet mein Rezept eine Salat-Mischung aus Pflaumen, Aprikosen, Himbeeren  Chili und diversem Gemüse an. Abgelehnt, bei Max gibt es nur Pflaumen. Und nicht etwa Backpflaumen, sondern eben die reifen Dinger, die wir früher in Nachbars Garten stibitzt haben. War nur Mundraub, und der Nachbar hat lachend zugeschaut.


Mein kochender Freund Rainer Wolter, Küchenchef auf Schloss Krugsdorf, empfiehlt mir Balsamico-Pflaumen zu kreieren. Geht ganz einfach: Die Pflaumen werden eingestochen, in ein Einmachglas verbannt und mit einem heißen Balsamicoessig-Sud samt Zucker, Senfkörnern und Pfeffer übergossen und konnten sich ein paar Tage aalen. Zum Einsatz gelangen sie dann wie die mit dem Pflaumen-Fond vermischten und mit etwas Essig, Öl und Orangensenf marinierten Linsen leicht erhitzt auf den Teller. Wenn Sie die Linsen in einem Ring anrichten und leicht andrücken, sieht das auch optisch recht gut aus.


Perfektioniert wird der Teller schließlich mit dem Fleisch Ihrer Wahl und den Kartoffeln, die Sie gut zehn Minuten goldbraun grillen. Je zwei halbierte Feigen pro Teller bringen wieder die leicht orientalische Note ins Spiel. Die Pflaumen können alternativ auch in trockener Form mit heißem schwarzen Tee, Rotweinessig, Orangensaft und diversen Gewürzen zubereitet werden.


Und wenn Sie doch das andere Obst mit ins Spiel bringen möchten, wird es Ihnen sicher nicht schwerfallen, daraus einen schmackhaften Salat zu zaubern und fantasievoll zu würzen. Eine Reihe ähnlich gearteter Pflaumen-Fleisch-Variationen stelle ich in meiner virtuellen Rezeptothek vor. Lassen Sie sich geschmackvoll überraschen.


Nachsatz: Die Kolumne widme ich Ekkehard Hahn, der am 29. Juli nach schwerer Krankheit verstorben ist. Ekke war nicht nur ein grandioser Schauspieler, sondern vor allem ein guter Freund. Uns hat nicht nur die Liebe zum Kochen und guten Essen verbunden. Er wird mir sehr fehlen. Good by, Ekke. Irgendwann kochen wir wieder zusammen.

Diese Kolumne erschien am 6. August 2020 in der Schweriner Volkszeitung.

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