Geschmackssache: Gegensätze ziehen sich an

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Eine reizvolle kulinarisch-vinophile Wanderung per pedes oder mit dem Fahrrad kann man entlang der Elbe unweit von Meißen unternehmen. Sprichwörtlich nur einen Steinwurf vom großen Fluss entfernt liegt in Diesbar-Seußlitz ein malerisches Winzerhaus nach elsässischem Vorbild. Es entpuppt sich innen als stilvolle Weinstube, wie man sie in  der bekannten französischen Region vielfach vorfindet.

Und der Bezug zum Elsass ist auch schnell hergestellt, denn die Inhaberin war mit einem gebürtigen Elsässer verheiratet, durch den sie zur rustikalen elsässischen Küche kam. So nahm sie auf Besuchen nach Frankreich viele Anregungen mit ins Sächsische, kocht nach originalen Rezepten und entwickelt vieles nach eigenem Geschmack weiter. Auf der Karte des „L´ ami Fritz“, wie ihr Gasthaus heißt, stehen natürlich die Flammkuchen in verschiedensten Variationen ebenso wie andere kulinarische Köstlichkeiten, die nicht nur des Franzosen Herz erfreuen.

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Dazu gehören beispielsweise Fisch mit Sauerkraut, Baeckoffe, das ist ein typisch elsässisches Eintopfgericht, Leberkräpflsuppe, Gänseleberpastete, Ziegenkäse, Schinken, Lachs und Salatvariationen. Nicht zu vergessen die Original-Bouillabaisse, die heute als Rezept vorgestellt wird. Und zu den Gerichten werden elsässische, aber auch sächsische Weine kredenzt, denn der Bezug zur Region soll schon gewahrt bleiben. Von dem freitags bis sonn- und feiertags geöffneten Gasthaus werden u.a. auch Weinwanderungen in Sachsen organisiert.

Wer das aber auf eigene Faust erkunden möchte, dem sei das Restaurant im Lippe’schen Gutshaus in Zadel empfohlen, das man nur fünf Kilometer flussaufwärts besuchen kann und einen herrlichen Blick auf das Meißner Elbtal hat.

Hier gibt es nicht nur die perfekten und eleganten Weine des renommierten Weinguts Schloss Proschwitz, sondern von Donnerstag bis Sonn- und Feiertag eine bodenständig-regionale, aber raffinierte Frischeküche mit saisonal wechselnden Speisen und Menüs, die man im stilvoll dezent-ländlich eingerichteten Restaurant oder auf der sonnigen Terrasse genießen kann.

Mein Fazit und meine Empfehlung: Diese beiden Gasthäuser sind bei aller Unterschiedlichkeit der kulinarischen Ausrichtung durchaus keine Gegensätze. Man sollte sie als Anregung begreifen, wie man daheim Speisen und Wein kombinieren und so neuen Geschmack entdecken kann.

Diese Kolumne erschien samt einem Rezept für Bouillabaisse
am 22. Juni 2016 in der Sächsischen Zeitung und der Freien Presse.

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