Geschmackssache: Max is(s)t ungarisch …

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Ungarische Hausmannskost

Nicht nur in jungen Jahren habe ich gern Restaurants und Gasthäuser aufgesucht, die ungarische Spezialitäten-Küche zu bieten haben. Heute sind solche Lokalitäten rar geworden. Umso größer meine Überraschung, in der Schweriner Paulsstadt das „Csárda“ zu finden. Dort kocht im ehemaligen „Fleutendörper Krog“ Michael Richter ungarische Hausmannskost. Micha, wie er auch genannt wird, ist aber kein leibhaftiger Magyar, sondern gebürtiger Sachse. Was man ihm hinlänglich anhört.


Aber immerhin ist seine Mutter gebürtige Ungarin, die ihm wohl die Leidenschaft zum feurigen Kochen vererbt hat. Die Csárda-Küche bietet eine kleine, aber feine Auswahl typisch ungarischer Gerichte, die Micha gaumen- und magenfreundlich in Szene setzt, aber auch feurige Paste zum Nachwürzen auf den Tisch stellt. Was ich ausgiebig nutzte. Wenn Sie auch in solchen Genuss kommen wollen, empfehle ich Ihnen diesen Dorfkrug, wie man „Csárda“ übersetzen kann, wärmstens.


Das ist aber auch ein Aufruf, sich selbst einmal mit ungarischer Kost zu versuchen. Recht einfach können Sie mit Langos beginnen. Das sind kleine Fladenbrote. Das ausführliche Rezept für den Teig entnehmen Sie neben weiter ungarischen Empfehlungen meiner virtuellen Rezeptothek.

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In Kurzform erklärt mischen Sie dafür Mehl, Hefe, Zucker und Salz, geben lauwarmes Wasser und weiche Butter hinzu und kneten alles zu einem glatten Teig. Der kann nun eine gute Stunde ruhen, wird sodann gleichmäßig geteilt zu Kugeln geformt und schließlich plattgedrückt. Der Rand sollte immer etwas dicker sein. Dann kommen die Teigfladen in heißes Frittieröl und werden von beiden Seiten goldbraun ausgebacken. Danach werden sie auf Küchenpapier abgetropft.


Das war die Pflicht. Die Kür ist Ihrer kulinarischen Kreativität überlassen. Denn das Innenleben der Langos wird nun bestrichen. Etwa mit einem Gemisch aus saurer Sahne und Crème fraîche, das mit Salz, Pfeffer und einer zerdrückten Knoblauchzehe angerührt und mit geriebenem Käse und Kräutern bestreut wird. Dann geht's den Dingern an den Kragen, die Sie auch mit Schinken- oder Wurstwürfeln, Lauch und anderen Zutaten Ihres Geschmacks aufmunitionieren können.


Die Wahl, was ich Ihnen im Rahmen der Kolumne noch als weiteres ungarisches Gericht anbieten kann, fiel mir schwer. Vielleicht gefällt Ihnen Paprikàs, eine Art Ragout aus Geflügelfleisch. Das wird gewürfelt und mit Salz und Pfeffer gewürzt in Öl leicht angebräunt. Dann raus aus dem Topf, darin Zwiebeln anschwitzen, Paprika, Tomaten und Knoblauch hinzugeben und alles mitbraten. Danach Gewürze wie Paprikapulver sowie Mehl hinzufügen und das Fleisch wieder in die Pfanne geben. Abgelöscht wird mit Hühnerbrühe, kurz zum Kochen bringen, danach eine gute Viertelstunde köcheln lassen. Final kommt saure Sahne hinzu. Nun noch ein paar Minuten sämig köcheln lassen, abschmecken und mit einem Baguette auftischen. Wenn Sie mögen, können Sie das auch mit Fisch in Szene setzen. In diesem Sinn: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren meiner Rezept-Ideen ... Mahlzeit.


Das Kolumnen-Titelfoto für den Monat März zeigt einen gebratenen Rehrücken.

Diese  Kolumne erschien am 21.3.2026 in allen 9 Regionalausgaben der Schweriner Volkszeitung, in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten und im Prignitzer sowie in 10 Regionalausgaben des Nordkurier in MV und der Uckermark.

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