Parkhotel Surenburg: Refugium mit ländlich-noblem Flair

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Parkhotel Surenburg

Surenburg 13 - 48477 Hörstel-Riesenbeck
www.parkhotel-surenburg.com

Eines kann ich vorwegnehmen: Auf sein Navi kann man sich nicht verlassen, wenn man sich das Parkhotel Surenburg zum Ziel ausgewählt hat. Ich jedenfalls stand, trotz korrekter Eingabe der Adresse, wenige Kilometer vor meinem Ziel erst einmal vor undurchlässigen Waldwegen und musste mich auf mein Orientierungsgefühl berufen, um doch noch einen Schleichweg zu finden. Lag aber wohl am Navi. Ich hätte mir ja auch die Anfahrtsbeschreibung auf der Hotel-Homepage vorher besser anschauen können. Umso freudig-überraschter war mein Eindruck, als ich schließlich vorfahren konnte. So stelle ich mir schon äußerlich ländlich-gediegene Eleganz vor.


Das Vier-Sterne-Superior-Haus ist ein großzügiger, flach und in dezenten Sandsteintönen gehaltener Komplex  mit viel Licht nach innen und sparsam-geschmackvoll eingesetzten schmückenden Fassadenelementen. Ganz in der Nähe befindet sich übrigens das Schloss Surenburg. Das gehört der Familie des früheren Bauernpräsidenten von Heeremann, einem Freiherrn mit einem riesenlangen Namen. Dem gehört im weiten Umfeld des Tecklenburger Landes so nahezu jeder Ast, jedes Feld und alles, was grünt, blüht, kreucht und fleucht. Die Adeligen wissen schon, wo es sich gut lebt.

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Ich aber bleibe im Parkhotel, wo ich von Direktor Alexander Breitung freundlich-herzlich begrüßt und willkommen geheißen werde. Es war nach mehreren Facebook-Kontakten und einem Shake-Hands bei der Nacht der Sterne in Stuttgart sozusagen mein Antrittsbesuch in seinem mehrfach ausgezeichneten Haus, das er gemeinsam mit Ehefrau Susanne leitet. Auch das nehme ich vorweg: Ich werde wiederkommen.


Die Zimmer und Suiten des Hauses setzen den unaufdringlich-eleganten äußerlichen Stil im Inneren fort. Ich wohne in einem sehr individuell eingerichteten Zimmer mit einem schön breiten Bett für zwei. Schade, meine Frau ist nicht dabei. Wird, ich wiederhole mich, nachgeholt. Und ich habe auch ausreichend Platz, um etwas zu arbeiten, E-Mails abzurufen und zu beantworten. WLAN funktioniert bestens, was will man(n) mehr. Mir gefallen auch die sorgsam ausgesuchten Accessoires in Form von Bildern und Büchern, die ganz dem historisch-ländlichen Charakter des Umfelds entsprechen. Nach draußen habe ich einen tollen Blick auf das sorgfältig gepflegte Anwesen und kann kurz auf dem Balkon entspannen und die doch recht lange Anfahrt aus dem Mecklenburgischen sacken lassen.

Auch der Sanitärbereich im Bestzustand. Sehr sauber und mit allen Details modernen Komforts und Körperpflege ausgestattet. Aber ok, das muss man in so einem Haus auch erwarten. Etwas mehr Infos hätte ich mir zu dem gewünscht, was man landläufig Hotel-Guide nennt. Dazu lag leider so gut wie nichts auf dem kleinen Schreibtisch.


Von dem großzügigen Badehaus mit kleinem Fitness-Studio und Schönheits-Kosmetik war ich sehr angetan. Aber für's Schwimmen reichte die Zeit nicht, eine Badehose hatte ich auch nicht mit. Und schön bin ich ohnehin über alle Maßen. Solche Dinge gehören auf die Warteliste für's nächste Mal. Hier muss ein Smiley hin. Aber im Ernst, meiner Frau wird das sehr gefallen. Ich kann mir in der Zwischenzeit ja in der Präsidenten Bar einen gönnen. Da dürfen übrigens auch Nicht-Präsidenten wie ich rein. Der Name ist offenbar dem alten Freiherrn von Heeremann gewidmet, der sich hier "der Sage nach" ab und an einen genehmigt. Reichlich Auswahl hat man dafür. Ich bin aber kein Freund von hochprozentigen Spirituosen. Und Rostocker Doppelkümmel haben die auch nicht. Aber das Bier wird gut ausgeschänkt, und die Cocktails sind auch nicht ohne.

Nun geht es aber an die Arbeit, denn ich bin schließlich auch im Parkhotel Surenburg in kulinarischer Mission unterwegs. Auf diese Adresse hat mich übrigens mein Freund René Kalobius gebracht. Das ist ein äußerst liebenswerter, kulinarisch verrückter Koch im Hipster-Format. Den Mann, den ich zu mehreren Gelegenheiten und auch in seiner früheren Wirkungsstätte auf deim Landgut San Lorenzo in der Toskana kennen gelernt habe, muss man einfach in natura erleben. Sonst begreift man nicht, wie der tickt. Für das Surenburg ist es mit Sicherheit ein Gewinn, dass er sich ab Mai 2016 nur noch seiner Funktion als Küchendirektor des renommierten Hotels widmet. Aber, pfiffig, wie er ist: Sein eigenes Olivenöl aus der Toskana wird auch den Restaurants des Hauses zu Gute kommen. Und seine mediterranen kulinarischen Ideen sowieso. Er hat sich auch, oder gerade, in Westfalen  auf die Fahne geschrieben, bodenständige Küche in Liaison von stark regionalen und mediterran-toskanischen Akzenten zu bieten. Das verspricht raffinierte geschmackliche Kombinationen.


Ich esse bei meinem ersten Besuch mit Kalobius' Ehefrau Gilla im lichthellen Restaurant des Hauses. Der Besuch im Gourmet-Restaurant "Westfälische Stube" ist einem gemeinsamen Abend mit meiner Frau vorbehalten. Dann wird René mit einiger Sicherheit auch seinen ersten eigenständigen Stern erhalten haben, den das Restaurant jetzt schon hat. Die Surenburg-Küche bietet genau das, was ich erwartet habe. Ich genieße ein Dreierlei von der Linse mit gebratener Garnele, Parmesanchip und Radieschen Salat. Eine köstliche Vorspeise mit viel Geschmack. Auch für's Auge. Und als Hauptgang kann ich mir den  krossen Schweinebauch mit Erbsenpüree, Rotweinluft und Kartoffelwürfel nicht verkneifen, den das Kalobius-Team bei 65 Grad 48 Stunden gegart hat. So lange haben die auf mich gewartet. Hier gehört noch ein Smiley hin. Hat jedenfalls vorzüglich gemundet und war ganz nach meinem Geschmack deftig, aber zurückhaltend gewürzt. Der Parmesan war zwar sehr fein gerieben und ziemlich blass. Ich bevorzuge diesbezüglich auch die eher grob gehobelte italienische  Variante. Aber dem Geschmack hat es keinen Abbruch getan.


Zum weiteren Repertoire der Restaurant-Karte gehören verführerische kulinarische Kreationen wie mit Feige und Frischkäse gefüllte Ravioli, vorzügliche Tagliatelle, zu der Gilla Kalobius mit einem originär toskanischen Sugo beiträgt, ein kraftvoll-deftiges Duett vom Kalb oder Sous-vide-gegarter Nacken vom Bunten Bentheimer Schwein mit mediterranen Kartoffeln. Ich ahne, das ist nur der Anfang von Kalobius' kochender Virtuosität. In der eher spartanisch, aber sehr atmosphärisch-authentisch eingerichteten Westfälischen Stube als Gourmet-Restaurant des Hauses zelebriert der Küchendirektor und sein Küchenchef Gino Malocci eine Menü-Komposition aus Carabinero, Cappuccino von Parmesan, Bauch von Cinta Senese, Wachtel mit Spinat, edlem Wagyu-Rind und einem verlockenden Yuzu-Orange-Limette-Basilikum Dessert. Dieses Vergnügen werde ich mir aber erst in absehbarer Zeit gönnen. Deshalb erlaube ich mir dazu auch noch keine abschließende  Bewertung. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass auch dieses Angebot ein geschmacklicher Vorbeimarsch wird. Hier gehört der letzte Smiley hin.


In Sachen Internet bin ich sonst eigentlich immer ziemlich deutlich kritisch. Die Homepage des Hauses ist zwar gut mit Informationen gefüllt, wahrt aber in allen Bereichen einen guten Überblick. Man ist mit wenigen Klicks am Ziel seiner Wünsche und erfährt auch sprachlich gut verständlich viel Wissenswertes über das Haus und seine Gastgeber. Die aber sollten sich auch getrauen, sich noch mehr vorzustellen. Denn sie haben allen Grund, auf sich und ihre Mitarbeiter stolz zu sein und Gesicht zu zeigen.

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  • 86%
    Max’ Geschmacks Quotient (MGQ)

Der MGQ ist der Quotient aus der Summe der Einzelbewertungen in Bezug auf 
Angebot / Geschmack / Präsentation / Preis-Leistung / Service / Ambiente / Konzept

Kategorie: Spitzengastronomie
Restaurant "Westfälische Stube"

  • Angebot 90%
  • Geschmack %
  • Präsentation %
  • Preis-Leistung 85%
  • Service %
  • Ambiente 85%
  • Konzept 85%
  • 88%
    Max’ Geschmacks Quotient (MGQ)

Der MGQ ist der Quotient aus der Summe der Einzelbewertungen in Bezug auf 
Angebot / Geschmack / Präsentation / Preis-Leistung / Service / Ambiente / Konzept

Kategorie: Restaurants
Restaurant Surenburg

  • Angebot 90%
  • Geschmack 90%
  • Präsentation 85%
  • Preis-Leistung 90%
  • Service 90%
  • Ambiente 85%
  • Konzept 85%

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