Geschmackssache: Max is(s)t warmherzig…

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Max' Kulinarische Kolumne - Suppen für Syrien

Wer meine Kolumnen halbwegs aufmerksam verfolgt, wird meine Vorliebe für Deftiges längst erkannt haben. Und erst kürzlich habe ich mich als eingefleischter Suppenkaspar geoutet. Wie toll war es in Kindheitstagen, wenn ich für die Großmutter einen Blechbottich voll Sauerampfer gesammelt habe und sie daraus mit einfachsten Mitteln eine hammergeile Suppe zubereitet hat. Auch die sogenannte erzgebirgische Zudelsuppe aus geriebenen Kartoffeln und wenigen würzenden Zutaten war im besten Sinne des Wortes immer wieder ein innerlicher Durchmarsch.


Daran musste ich denken, als ich das auf dieser Seite beschriebene Buchprojekt „Suppen für Syrien“ vorstellte. Grund genug, Ihnen heute eine zusätzliche Suppenvariante vorzustellen, die mir mein Freund Holger Gniffke aus Penzlin vorgeschlagen hat. Er empfiehlt eine raffinierte Wruken-Suppe mit Ingwer und Walnuss. Na gut, Steckrüben sind sonst nicht gerade Max‘ Lieblingsessen, aber in dieser Kombination war ich doch neugierig.

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Also ran an den Topf: Zuerst werden 250 Gramm Möhren und ein  Pfund Wruke geputzt, geschält und in etwa ein Zentimeter große  Würfel geschnitten. Gleiches gilt für 200 Gramm Staudensellerie, der von Fäden befreit wird. Sodann kommen 200 Gramm Zwiebeln, 400 Gramm mehligkochende Kartoffeln und 30 Gramm Ingwer unters Messer. Alles schön würfeln, die Zwiebeln und den Ingwer etwas feiner. Nun drei Esslöffel Rapsöl und 30 Gramm Butter in einem Topf erhitzen, die Zwiebeln darin glasig dünsten.


Kartoffeln, Möhren, Wruke und Staudensellerie zugeben und weitere vier bis fünf Minuten dünsten. Jetzt kommt auch der Ingwer und ein halber Teelöffel Kurkuma dazu. Alles leicht mitdünsten lassen, ein Lorbeerblatt zugeben, mit je 500 Milliliter Kalbsfond und Wasser sowie 250 Milliliter Sahne auffüllen und offen bei mittlerer bis starker Hitze bis zu 25 Minuten garen und schließlich mit Salz und Muskat abschmecken.


Als spätere Einlage gibt es Hackfleischklößchen. Dafür werden Petersilienblätter fein geschnitten und mit aufgeschlagenem Eiweiß, einem Teelöffel Zitronenschale und 300 Gramm Hack vermischt. Diese Masse mit Salz, Pfeffer und gemahlener Muskatblüte würzen und 10 Minuten kalt stellen. Daraus mit zwei feuchten Teelöffeln kleine Klößchen abstechen, in leicht kochendes Salzwasser geben und offen fünf Minuten ziehen lassen. Abschließend werden etwa 400 Milliliter von dem Eintopf fein püriert und unter den restlichen Eintopf gerührt. Alles mit Petersilienblättern und mit in feine Scheiben gehobelten Walnüsse und den Klößchen anrichten. Ich habe es gekostet, das schmeckt auch mit den Wruken vorzüglich.

Da wird einem warm ums Herz. Und genau darum geht es auch bei dem Buchprojekt, das die Not von Flüchtlingen lindern helfen soll. Ich habe das Buch ja bereits ausführlich „kostenfrei“ lesen können, werde den Verkaufspreis aber trotzdem an den Verein Schams e.V. überweisen und zudem noch ein Buch erwerben, das ich verschenken werde. Ganz dem Kästner’schen Gedanken „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es…“ kann ich Ihnen nur empfehlen, mit dem Buch sich und anderen eine wahrlich schmackhafte Freude zu bereiten und damit leidgeprüften Menschen zu helfen.

Diese Kolumne erschien am 7. März 2017  in der Schweriner Volkszeitung.

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