Geschmackssache: Max is(s)t funtastisch…

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Max' Kulinarische Kolumne - Herzhaftes Fleischtörtchen

Der Countdown für die große Völlerei ist in vollem Gange. Die Uhren ticken sozusagen rückwärts bis zum Weihnachtsessen. Ganz nach Tradition und Geschmack kommen Würstchen und Kartoffelsalat, Gans oder Ente, mit oder ohne Klöße, sowie Braten aller Art auf den besonders festlich gedeckten Tisch. Das kann schon dazu führen, dass man nach den Feiertagen nach Alternativen sucht, die schnell zuzubereiten sind und auch in geselliger Runde mit unangemeldetem Besuch gut munden.


Mich faszinieren in diesem Zusammenhang bei meinen kulinarischen Streifzügen im Internet stets die „bewegten Rezepte“, wie ich sie nenne. Das sind kleine Filmchen, in denen die Zubereitung einer Speise wie im Zeitraffer gezeigt wird. Meist ohne Worte und nur mit kurzer Einblendung der Zutaten. Da kann man richtig neckische Dinge entdecken, die zudem noch köstlich munden und allgemein sehr einfach zu bewerkstelligen sind. Erst kürzlich flimmerte ein solches Rezept auf meinem PC, für das ich sofort Feuer und Flamme war. Man kann auch sagen: Mir tropfte der Zahn.

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Zubereitet wurde ein „Bacon Wrapped Meatloaf Cupcakes“. Solche Bezeichnungen sind für mich zwar erst einmal eine kulinarische Handbremse, denn ich mag auch diesbezüglich klare Worte. Übersetzt heißt das in etwa: Napfkuchen aus in Speck eingewickeltem Hackbraten. Ich nenne es also kurz und bündig „herzhaftes Fleischtörtchen“. Die könnte man zwar auch in kleinen Auflaufformen zubereiten. Ich habe mir jedoch als kulinarisch-kreative Sofortprämie ein Backblech mit zwölf antihaftbeschichteten Backformen bestellt.


„Und nu geiht dat los“, im Schnelldurchgang, versteht sich: Backblech auf den Tisch, Backformen auf die Halterungen im Blech drücken. Ganz unten wird Frühstücksspeck an die  Wandung der Form gelegt. Dann kommen gut 700 Gramm Rinderhack in eine Schüssel, alles wird ganz nach Geschmack mit etwas Paniermehl, klein gewürfelter Zwiebel, braunem Zucker, einem Eigelb, Dijon-Senf, Tomatenmark, etwas Worcester Sauce und Salz gut vermengt. Bei mir darf auch reichlich Knoblauch nicht fehlen. Zum Schluss alles nochmal abschmecken, die Masse zu gleich großen Klößchen rollen und in die mit Speck belegten Formen drücken. Rein in den Backofen und bei etwa 180 Grad eine Stunde backen. In der Zwischenzeit werden vier bis sechs Kartoffeln geschält, gekocht und unter Zugabe von Butter, geriebenem Cheddar Käse, Milch und Salz zu einem Brei verarbeitet. Der kommt in einen Spritzbeutel und wird optisch effektvoll auf die fertigen Törtchen drapiert. Alles rein in den Ofen und bei 200 Grad nochmals fünf Minuten überbacken.


Das Ergebnis ist schmackhaft-deftiger Genuss für kalte Winterabende und auch gut als pikante Jahresendspeise geeignet. Das Gute daran, ist wie immer das Gute darin. Denn man kann die Törtchen funtasievoll nahezu beliebig füllen, muss unter Umständen nur mit den Backzeiten aufpassen. So kann man die Formen flach mit Pizzateig füllen und mit Allerlei delikaten Zutaten belegen. Eine weitere Variante sind Mini-Lasagnen mit Fleisch und/oder Gemüse. Nicht übel klingt auch mit Käse vermischter, grober Teig für Kartoffelpuffer, den man ebenfalls mit Speck ummanteln kann. Wer sich noch mehr traut, kann kleine Taco-Schüsseln kreativ füllen oder Würstchen mit Teig umhüllen.


Die Tücken solcher Aktivitäten liegen natürlich im Detail. Aber, wie der Lateiner sagt: „No risk, no fun“. Oder auf gut Deutsch: Wo gekocht wird, gibt’s auch Schwund. Neue, Form, neues Glück…

Diese Kolumne erschien am 20. Dezember 2016  in der Schweriner Volkszeitung.

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