Geschmackssache: Max is(s)t alternativ…

kulinarische-kolumne-september17

Max' Kulinarische Kolumne - Surf und Turf nach norddeutscher Art

Letzten Sonntag hatte ich die Qual der Wahl und zwei verlockende Termine auf dem Zettel. So wäre ich ganz gern ins Landesfunkhaus des NDR nach Schwerin gefahren, um beim 25jährigen Jubiläum dabei zu sein. Geschmackstechnisch hätten dabei sicherlich ein Fischbrötchen oder eine Bratwurst, vielleicht sogar von Hausmeister Erwin persönlich gegrillt, dran glauben müssen.


Ich habe mich aber  für die etwas anspruchsvollere kulinarische Variante entschieden und eine Fahrt nach Penzlin bei Neubrandenburg auf mich genommen. Dort fand auf der alten Burg das erste „Burmé“ statt. Soll heißen: Gourmet auf der Burg. À la bonne heure, da haben sich die Granden der  Kochzunft des Landes getroffen. Immerhin über 20 ehemalige und aktuelle Sterneköche sowie weitere Spitzenköche des Landes haben dort mit beachtenswerter Qualität und Kreativität wahre Köstlichkeiten aufgetischt.


Grund genug, heute etwas Besonderes vorzustellen. Ich habe mich für „Surf und Turf“ entschieden. Das ist ein Rezept vom NDR und soll wohl heißen, es gibt in norddeutscher Variante etwas aus Meeresfrucht und Fleisch.

kolumne2

Dafür wird für vier Personen ein Pfund Drillinge in Salzwasser gekocht. Das sind die typischen langovalen Kartoffeln. Nach 20 Minuten wird etwa ein Teelöffel echtes Räuchersalz zum Wasser geben und die Kartoffeln abgedeckt zu Ende gegart und abgegossen. Danach kann bei Bedarf mit etwas Räuchersalz nachgewürzt werden.


Außerdem werden zwei rote  Zwiebeln geschält, in feine Würfel geschnitten und ein Bund glatte Petersilie fein gehackt. Beides wird zusammen mit 400 Gramm Krabben in eine Schale gegeben und frischer Meerrettich darüber gerieben. Das alles wird mit je drei Esslöffeln Apfelessig und Olivenöl sowie einem Teelöffel Honig und frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt, gut vermengt und bis zum Anrichten kalt gestellt.


Als Fleisch verwenden Sie ein  Kilo Hohe Rippe vom Rind, das im Ganzen gelassen großzügig mit Salz eingerieben wird. Das wird angebraten, bis sich eine schöne braune Kruste gebildet hat. Wenden, und die gleiche Prozedur auf der anderen Seite. Danach etwa 15 Minuten bei etwa 80 Grad im Backofen ruhen lassen. Das Fleisch ist medium-rare, wenn die Kerntemperatur 52 Grad erreicht hat. Sodann werden vier kleine Gurken der Länge nach halbiert und die Kernmitte mit einem Löffel entfernt. Die Gurken innen leicht mit Meersalz würzen und von beiden Seiten kurz anbraten, so dass sie leicht Farbe annehmen. Kartoffeln und Fleisch kann man übrigens auch auf dem Grill zubereiten.


Das war es eigentlich auch schon: Die Kartoffeln werden auf den Tellern verteilt und pro Portion mit zwei Gurkenhälften angerichtet, die mit dem Krabben-Surf gefüllt werden. Dazu kommt das brüderlich aufgeteilte, in Scheiben aufgeschnittene Fleisch. Ein paar Krabben dekorieren den Teller.


Und was mache ich nun am nächsten Sonntag? Da fallen die „Alternativen“ garantiert aus. Ich gehe nämlich erst wählen. Danach gibt’s das schon vorbereitete Mittagessen. Geht natürlich auch umgekehrt. Das sollten Sie auch tun, damit der politische Sonntagsbraten der nächsten vier Jahre nicht anbrennt und ungenießbar versalzen wird. Gehen Sie hin und stärken Sie so die Demokratie.

Diese Kolumne erschien am 19. September 2017  in der Schweriner Volkszeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier finden Sie ein paar Vorschläge zum Weiterlesen.

x

Diese Website speichert Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.