Geschmackssache: Wiedersehen mit Charlotte

kulinarische-kolumne-februar-17

Wenn ich über Meißen und Radebeul nach Dresden „einfliege“, führt mich mein Weg an einem Fachwerkhaus vorbei, das ich gut kenne. Aber als informierter Journalist wusste ich, dass im darin befindlichen Restaurant „Charlotte K.“  im vergangenen August die Lichter ausgegangen sind. Kürzlich war das Haus abends aber anheimelnd erleuchtet. Blinker raus, abbiegen, parken, reinschauen. Und es zeigte sich, dass Max Informationsdefizite hatte. In Weinrestaurant „Charlotte“ (jetzt ohne K.) ist wieder Leben.


Ein Blick in die Karte genügte: Hier wird an die Tradition guter Küche angeknüpft. Die Bedienung lächelte mich freundlich an und kam mir bekannt vor. Wenig später erschien sie mit dem Küchenchef persönlich an meinen Tisch. Donnerlippchen, das war mein Freund Tilo Hamann, den ich einst im Spreewald kennengelernt und später an seinen früheren Wirkungsstätten in der Oberlausitz besucht habe. Das sind die Geschichten, die das Leben schreibt. Dem Koch stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Zeit für einen Schnack war auch, so dass ich einiges über die neue „Charlotte“ erfuhr, die er mit dem ihm eigenen Stil kulinarisch neu prägen will.

kolumne2

Sein Anspruch: Regionale und saisonale Küche mit dem Hang zur Avantgarde. Avant…, was? Ja, der Tilo traut sich was und will mit der Kombination von klassischer deutscher mit französischer und asiatischer Küche punkten. Dazu gesunde Kräuter und Einflüsse aus der Ayurvedischen Küche. Klingt doch gut, oder. Ich habe einen knusprigen Bauch vom Strohschwein auf Kräuter-Ratatouille und leichtem Kartoffelcurry probiert. Das war ein raffiniert-kreativer Genuss par excellence, der mir von seiner Frau persönlich serviert wurde. Wusste doch, dass ich sie kenne.


Man verstehe sich, erklärte mir Tilo Hamann, nicht als Gourmet- oder klassisches Feinschmecker-Restaurant. Er sei Genuss-Handwerker, der anspruchsvolle Kost zu einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis auftischt. Speisekarte klein, aber fein. Weinkarte interessant und vom Radebeuler Weingut Kastler Friedland, aber auch anderen regionalen Winzern geprägt.

Die Produkte für seine Küche bezieht Hamann hauptsächlich  von  Onkel Franz aus Dresden. Wer das ist, kann man googlen.  Aber  auch kleineren Erzeugern, mit denen er vorher schon zusammen gearbeitet hat, gehören zu seinen Lieferanten. Bei meinem nächsten Besuch nehme ich mir mehr Zeit, genieße einen guten Schluck Wein und nächtige in einem der gemütlichen Zimmer, über die das Haus verfügt.


Als Rezept hat mir mein kochender Freund Zander mit Rahmsauerkraut und Kartoffel-Blutwurst-Strudel schmackhaft gemacht. Ich habe es ausprobiert und kann das Gericht nur empfehlen. Hier wird nur die Zubereitung des Strudels beschrieben. Alles andere gibt es an bekannter Stelle auf meinem Portal.


Diese Kolumne erschien samt einem
Rezept für Zanderfilet mit Rahmsauerkraut und Kartoffel-Blutwurst-Strudel
am 9. Februar 2017 in der Sächsischen Zeitung und der Freien Presse.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier finden Sie ein paar Vorschläge zum Weiterlesen.

x

Diese Website speichert Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.