Villa Theodor – Beierfeld: Herrliche Aussicht mit Gourmet-Spitzen

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Hotel & Restaurant "Villa Theodor" Grünhain-Beierfeld

Frankestraße 27 - 08344 Grünhain-Beierfeld
www.villa-theodor.de

Kleines Haus am Wald. Stimmt zwar nicht ganz mit dem Wald, aber die Villa Theodor liegt am Ortsrand von Beierfeld hoch oben in herrlicher, naturreicher Lage mit dem Blick auf das waldreiche Erzgebirge und die nahe Stadt Schwarzenberg. Das Haus trägt übrigens die noble Bezeichnung Villa völlig zu recht. Der repräsentative Bau stammt aus dem Jahr 1923 und wurde durch den Beierfelder Fabrikanten Nier erbaut, dem unter anderem das Sturmlaternenwerk des Orts gehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er enteignet. Die Villa wurde erst zu einem Kindererholungsheim, später zum Klubhaus des Beierfelder Sturmlaternenwerkes umfunktioniert.

Im Jahr 1982 übernahm der Gastronom Rainer Wiesner das Klubhaus. Und nach der politischen Wende in der DDR gelang es seiner Frau Siegrid und ihm 1994, das Objekt zu kaufen, das inzwischen zu einem echten kulinarischen Geheimtipp in der Region avanciert ist. Der Name des Hauses ist übrigens an den Vornamen des Großvaters von Rainer Wiesner angelehnt. Der betrieb bereits 1904 einen Landgasthof. Rainer Wiesner lachend: "Von meinem Großvater habe ich wohl die gastronomischen Gene geerbt. Was lag also näher, als unser Haus auf Villa Theodor zu taufen."

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Mit viel Liebe zum Detail schufen die Wiesners auch ein Innenleben für die Villa, das sich sehen lassen kann. Edle Holzvertäfelungen, aufwändig restaurierte Türen und eine ausgewogen kombinierte Möblierung stimmen den Gast schon äußerlich auf einen angenehmen Aufenthalt ein. Die gelernte Restaurantfachfrau Siegrid Wiesner beweist auch bei den schönen Kleinigkeiten für ein solches Haus Augenmaß und viel Geschmack. Sie kombiniert das Interieur mit dezenten Accessoires und gibt den Räumen ein wahrlich edles Gesicht.

Vor allem wurde in der Villa das Ursprüngliche beibehalten. Die weiträumige und sehr malerisch angelegte Terrasse ermöglicht es außerdem, sich in der warmen Jahreszeit entspannte Stunden in freier Natur zu gönnen. Und damit auch alles seinen gewohnt ruhigen Gang geht, schreitet ab und an ein großer schwarzer Hund das Terrain. Rainer Wiesner: "Der Hund gehört sozusagen zur Familie und kennt auch bereits unsere Stammgäste." Mich jedenfalls hat er sehr zutraulich, aber respektvoll begrüßt. Immerhin war ich ja auch schon mal in dem Haus...

Während sich Siegrid Wiesner umsichtig um den Service und das Hotel kümmert, ist die Küche des Hauses das Reich von Ehemann Rainer. Er hat nach der Wende sein Hobby zum Beruf gemacht und beweist eine erstaunlich vielseitige kulinarische Kreativität.


Er verbindet regionale und französische Küche auf hohem Niveau, ohne dabei nach einem Stern zu schielen. Er will seinen Gästen etwas bieten, das sich von der Vielzahl vergleichbarer Angebote abhebt. Klein, aber fein ist seine Devise. "Die regionale Küche lässt sich vorzüglich mit französischen Einflüssen verbinden. Mit ein wenig Fantasie, gepaart mit Fachwissen und natürlich auch handwerklichem Können kann man Kreationen zaubern, die auch Gourmet-Ansprüchen genügen. Mir geht es dabei aber nicht filigrane kulinarische Spielereien auf dem Teller, sondern um den Geschmack und damit den Genuss."

Über seine Koch-Philosophie habe ich mit Rainer Wiesner ein Interview geführt, das man hier nachlesen kann...

Ein Blick auf die überschaubare, aber doch erstaunlich vielseitige Speisenkarte beweist, dass Wiesner das Gespür für eben das Besondere hat, ohne abgehoben zu wirken. Man ist(s)t schließlich im Erzgebirge und nicht am Gendarmenmarkt in Berlin. Er kreiert eine Wildkraftbrühe mit Wildbratwurst und marinierten Vogelbeeren, bringt Hummer und Jakobsmuscheln als delikates Süppchen zusammen und überrascht mit einem Horsd'ouvre "France", das er aus luftgetrockneter Salami, Entenbrust auf Entenleberpastete, Steinpilzen in Kräuterolivenöl sowie Garnelen auf Aioliartischocken kombiniert. Wenn davon der Appetit nicht angeregt wird, wovon dann...

Nicht minder anspruchsvoll und auf hohem Niveau umgesetzt sind die Hauptgerichte, die Wiesner und seine kleine Küchenmannschaft zubereitet. Hier werden unter anderem mit Grünen Klößen und allerlei Geflügel wie Gans, Flug- und Freilandente, erzgebirgische Kochtraditionen gepflegt, aber auch beispielsweise mit einem feinen Chateaubriand und Pilzvariationen, Sauce Rouille und Pommes Souffles, oder dem Filet vom Charolaisrind mit Foie gras und Morcheln exzellente Gerichte mit französischer Ausrichtung angeboten. Wer es etwas leichter mag, isst Kartoffelcanapees mit Ziegenfrischkäsevariationen. Mein Favorit ist ein Bouf bourguignon an Kräutern und Wurzelgemüse. Das i-Tüpfelchen an den schmackhaften Filetstreifen ist die mit Rotwein und Cognac abgelöschte und vom Chef persönlich gar trefflich abgeschmeckte Sauce.

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Darüber hinaus bietet Rainer Wiesner Wild- und Fischspezialitäten sowie köstliche Desserts an, darunter Crème Brulée, Erzgebirgisches Stollenparfait, oder Mousse au chocolat. Und auf ein paar besondere "Schmäckerchen" des Tages weist der Küchenchef dezent auf einer kleinen Tafel am Tresen hin. Das macht, verrät mir Wiesner mit einem Augenzwinkern, aufmerksam und lenkt den Geschmack des Gastes gezielt auf die Spezialitäten des Hauses. Als ich da war, gab es unter anderem Irisches Entrecote mit Chimichurri. Hatte leider nicht so viel Zeit... Der Clou des Hauses ist aber auch ein sogenanntes Überraschungsmenü, das Wiesner seinen Gästen anbietet, die geneigt sind, sich ihm, einmal kulinarisch-scherzhaft ausgedrückt, "auszuliefern". Er meint jedenfalls, man werde das nicht bereuen. Ich nehme ihm gelegentlich beim Wort, versprochen...

Wie der Anspruch von Wiesners an sich ist, "klein, aber fein", präsentiert sich auch das Hotel. Die zehn Zimmer sind sehr individuell eingerichtet, verfügen über Bad und WC, Telefon und kostenloses WLAN-Internet. Die Ausstattung der Zimmer ist zweckmäßig und schlicht, aber mit dem Anspruch an den Komfort modernen Wohnens ausgerichtet. Mich hat die größtenteils Geräumigkeit der Zimmer sehr angesprochen. Hier kann man auf Dienstreise ebenso komfortabel wohnen wie im Rahmen eines Urlaubs im Erzgebirge.

Das auf der Höhe gelegene Beierfeld bietet eine nahezu ideale Ausgangsbasis für Entdeckungen in diesem wunderschönen Landstrich, in dem ich schließlich auch geboren wurde. Aue, Schwarzenberg, Oberwiesenthal, Chemnitz, selbst Klingenthal liegen nicht weit entfernt. Da kann man tausendundeine Sehenswürdigkeit erkunden. Die Wiesners haben mit Sicherheit viele Tipps parat, wohin der Ausflug gehen kann.

Wenn man dann am Abend wieder in der Villa Theodor angekommen ist, hat man vielleicht sogar das Glück, noch an einer der zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen zu können. Dazu gehören thematisch-kulinarische Veranstaltungen ebenso wie Kochkurse, Sommer- und Parkfeste, musikalische Abende, Bockbierfeste sowie Wein- und Käseseminare. Nun sag mir einer, dass das alles nicht einen Besuch wert sein soll....

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