Seiten-Blicke: Klar, meine Suppe ess’ ich gern…

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Geschmackvoll: Kulinarische Fantasie

Sie wissen ja mittlerweile sicher, dass ich es gelegentlich mit Zitaten habe. Da kommt wohl der Schöngeist oder der Archivar in mir zum Vorschein. Ich habe in Sachen Kochen & Genießen ein weiteres auf Lager: "Die Königin der Kochrezepte ist die Fantasie." Diesen Spruch kann ich getrost als Motto meines Hobbykochens ausgeben. Ich kombiniere gern. Manchmal zum Leidwesen meiner Frau etwas zu würzig. Sprich: zu scharf. Aber immer mit dem Mut zum geschmacklichen Erlebnis. Bekanntlich kann  man ein Gericht ja nicht verwürzen, höchstens versalzen. Das gilt im Besonderen auch für Suppen. Da gibt es fast nichts, was ich nicht schon miteinander kombiniert habe. Klar, Fehlinterpretationen eingeschlossen. Das bildet geschmackstechnisch ungemein und lehrt auch einen gestandenen Mann, dass er nicht vollkommen ist. Zumindest in Sachen Kochen. Hier müsste eigentlich ein Smiley her. Den denken Sie sich einfach... Also, hauen Sie in die Kochtöpfe, was Ihnen die kulinarische Fantasie eingibt und zaubern Sie Gaumenfreuden, die Gourmetansprüchen in nichts nachstehen. Ein guter Gemüseeintopf ist der schmackhafte Beleg dafür.

Hagenow. Wer eine Familie hat, muss auch kochen. Das weiß Jutta Dreyer nur zu gut. Und wenn das der Familie dann auch noch schmeckt, ist es der beste Lohn einer Mutter für ihre Arbeit, weiß die Rentnerin aus Hagenow. Und bei ihren ideenreichen Suppengerichten waren früher ihre beiden Kinder ebenso begeistert, wie heute ihr Mann. Gelernt hat sie das Kochen sozusagen "learning by doing", also durch die Praxis am heimischen Herd.

Rezepte hat Jutta Dreyer dafür nicht wirklich. Sie kocht intuitiv, ganz nach Geschmack und dem, was sie sich seit ihrer Jugend beispielsweise von der Mutter abgeschaut hat. Das gilt für die Suppen im Besonderen. "Alles, was die sommerliche Natur hergibt, kommt in den Topf und wird verarbeitet", meint sie lachend. Sie vergisst dabei nicht zu erwähnen, dass es sich natürlich für eine richtige Hausfrau von selbst versteht, keine Fertigbrühen aus dem Supermarktregal zu verwenden. "Ich stelle alle Fonds und Brühen selbst her. Da weiß man, was man hat, und der Geschmack ist durch Instantprodukte nicht zu toppen."

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Für die Leseraktion hat Jutta Dreyer ein Rezept unter dem Motto "Karo einfach" kreiert und so beschrieben, wie die schmackhafte Suppe auf den Tisch ihres Hauses kommt. Diesbezüglich stößt sie bei Peter Franke auf offene Ohren. Der als Spreewaldkoch bekannte Sechziger hat an dem Rezept nichts auszusetzen. Franke: "Das ist einfache, bodenständige Küche, die viel Freiraum für kulinarische Kreativität bietet. Und es hat längst nichts mehr mit sogenannter Armeleuteküche aus früheren Zeiten zu tun. Ganz zu schweigen davon, dass Suppen und Eintöpfe mit natürlichen Zutaten von Garten, Wiese und Feld so richtig gesund sind."


Es sei denn, man übertreibt es nicht mit der Verwendung von Fett und der Verabreichung von sättigenden Beilagen wie Würsten und Fleisch, ergänzt Franke. "Dafür ist im Winter noch Zeit", meint er schelmisch lächelnd.

Das ist auch Jutta Dreyers Meinung. Im Winter gibt's deftige Erbsen- oder Bohnensuppen, eine kräftige Hühnersuppe oder ihre legendäre Soljanka, die sich in ihrer Familie großer Beliebtheit erfreut.

Vor allem aber rät Spreewaldkoch Franke mit seinem markanten Strohhut den Lesern für die Zubereitung schmackhafter Suppen gerade im Sommer, die unzähligen Möglichkeiten der Verwendung von Kräutern und Blüten zu nutzen. Da hilft auch mal ein Blick ins Internet, um sich Anregungen zu holen. Kochen muss man dann aber schon live und ohne doppelten Boden, weiß er.

Diese Kolumne und dieser Beitrag erschienen im Rahmen der Seite
"Kochen & genießen" in der Schweriner Volkszeitung vom 12. Mai 2015.

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