Seiten-Blicke: Das war der Kulinarische Sommer

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Geschmackvoll: Leser kochten für Leser

Schwerin. Seit Anfang April hatten wir unsere Leser zum Mitmachen in Sachen sommerlich-leichte Küche aufgerufen und darum gebeten, mit Rezepten für schmackhafte Gerichte zum Gelingen der Aktion beizutragen.  Über 60 Rezepte zu Vorspeisen, Suppen, Zwischen- und Hauptgerichten sowie Desserts kamen in unserer Redaktion an. Eines verlockender und schmackhafter als das andere. 31 Hobbyköche von Rostock bis  Wittenberge und von Boizenburg bis Plau am See waren mit von der kulinarischen Partie.

In den ersten vier Ausgaben stellten zunächst Profis ihre Sommerrezepte vor. Dazu gehörten Dr. Barbara Siebert vom Landgasthaus zum Schwarzbachtal in Lohsdorf mit einem Saiblingsfilet auf Sauerampfersoße und Ute Alm-Linke vom Restaurant „De oll Dörpschaul“ in Rosenow mit einem Kotelett vom Durac-Schwein und Buttermilchpfannkuchen. Und NDR-Telefonspaßvogel Leif Tennemann unterstützte die Aktion mit einem launigen Aufruf zum Mitmachen. Der wortgewaltige und stattliche Mann ist zwar weniger ein Koch, aber ein bekennender Esser, der auch in Sachen Essen und Trinken um keinen flotten Spruch verlegen war.

Danach waren unsere Leser dran. Sie erhielten Unterstützung von Profiköchen, die ihre Kreationen kulinarisch einschätzten. Den Reigen der Leser-Rezepte eröffnete Dr. Behrend Böckmann aus Mühl Rosin mit einem prachtvollen Mediterranen Teller.


Sein Profi-Berater war Stefan Zeisler vom Restaurant „Fackelgarten“ in Plau am See. Sein Kommentar: „Ein sehr kreatives Rezept, das Lust auf Genuss macht.“ Eine einfache, aber nicht minder schmackhafte Spargelsuppe stellte Jutta Dreyer aus Hagenow vor, die Spreewaldkoch Peter Franke sehr gut gefallen hat. Er ergänzte ähnliche Suppen mit guten Ratschlägen zum Einsatz von Kräutern und Gewürzen.

Günter Markstein aus Parchim brachte Plückhecht mit Kräuterbutter auf den Tisch. Dazu Spitzenkoch Tillmann Hahn aus Bad Doberan: „Ich schmecke förmlich den Fisch mit den dampfenden, wachsgelben Pellkartoffeln.“ Eine Mischung aus süß und deftig kreierte Ilona Breddin aus Hagenow mit einem sommerlichen Schweinefilet.


Sterneköchin Maria Groß aus Erfurt gefiel daran vor allem die wenig aufwendige Zubereitung und geschmackvolle Präsentation. Den Abschluss der Leseraktion bildete ein kulinarischer Klönschnack zwischen dem Schweriner Schauspieler Ekkehard „Ekke“ Hahn und Michael H. Max Ragwitz aus Hagenow.

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Aber Geschmack verbindet eben. Schauspieler Ekkehard Hahn hat seine Liebe zum Kochen, ebenso wie ich, seiner Mutter zu verdanken. Die war, O-Ton Hahn: "...eine wunderbare Köchin, die aus allem etwas zaubern konnte."


Geht mir auch so. Ich habe meiner Mutter schon in Kindheitstagen von der Küchen-Chaiselongue, oder soll man heute lieber Couch sagen, viel abgeschaut, was und wie in die Töpfe und Pfannen wanderte.  Noch einprägsamer aber war meine Tante Emma Koch (nomen est omen), die in einem Arzthaushalt nicht nur das Küchenzepter schwang, sondern als Hauswirtschafterin die gute Seele war. Die konnte perfekt kochen. Das habe ich aber erst später wirklich realisiert und schätzen gelernt.

Hahn und mich verbindet auch die Liebe zur deftig-würzigen (sprich: scharfen) Küche. Schon in  Kindheitstagen war Paprika mein "Lieblingsessen". Bei jedem Besuch im Ratskeller in erzgebirgischen  Aue war meine klare Ansage "Paprikaschnitzel". Fingerdick mit Paprikapulver "garniert". Ein Horror für einen gelernten Koch, aber für mich eben schmackhaft.



Dafür hatten die Sterneköche Daniel Schmidthaler aus Fürstenhagen und André Münch aus Heringsdorf eigens traditionelle ostpreußische Rezepte zeitgemäß und sommerlich leicht kreiert. Die Rezepte der Leseraktion decken eine große geschmackliche Breite ab.

Aus kulinarisch-regionaler Sicht hoben sich dabei vor allem die Fisch-Variationen von Günter Markstein oder Annemarie Bradhering aus Ahrenshoop ab. Der Nordosten ist schließlich auch das Land von vielen Seen und Meer.


Auch starken regionalen Bezug haben die zahlreichen Rezepte rund um die Kartoffel. Zu den anspruchsvollsten Rezepten zählt zweifelsohne der Schweinenacken im Heumantel von Stefan Weber, aber auch die etwas exotischeren Kreationen aus Früchten und Gemüse, etwa von Marget Stege aus Rostock oder Reinhold Meißner aus Lübz. Herauszuheben, weil völlig neu und professionell kreiert, sind natürlich die zeitgemäßen Interpretationen typisch ostpreußischer Gerichte wie Königsberger Klops, Heilsberger Keilchen oder Rote Grütze.

Den eingereichten Rezepten eine Rangfolge in fachlicher Hinsicht zuzuordnen, wäre allerdings fehl am Platze. Und letztlich spielt ja auch immer der eigene Geschmack eine Rolle. Unsere kulinarische Sommerreise endet hier. Doch nicht die Gaumenfreude. Und auch in unserer Zeitung bleibt der Genuss nach wie vor ein Thema. Jeden Dienstag erscheint die Seite „Kochen & Genießen“ mit geschmackvollen Rezepten und Tipps rund ums Essen. Lassen Sie sich inspirieren, denn Geschmack verbindet ja bekanntlich.

Dieser Beitrag erschien im Rahmen der Seite "Kochen & genießen"
in der Schweriner Volkszeitung vom 1./2. August 2015.

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