Geschmackssache: Saftig bis heitere Aussichten…

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Dieser Tage habe ich einen regelrechten Schmähartikel über grüne Smoothies gefunden. Sie wissen schon, dass sind hippen Mixgetränke meist aus Gemüse und/oder Obst. Die eignen sich so trefflich für gute Vorsätze in Sachen Abnehmen und Gesundheit. Das meiste davon ist blanker Unsinn, behauptet ein Salonkolumnist und entwickelt daraus eine Argumentation mit der Schlussfolgerung: Grüne Smoothies raus. Denn die wären aus der sogenannten Schimpansendiät heraus entwickelt und folgten dem falschen gesundheitlichen Ansatz, weil deren Inhaltsstoffe eher unbekannt oder nicht genau untersucht worden sind.


Nun ja, Max ist schließlich kein Kind von kulinarischer Traurigkeit. Zumal ich nur zu gut weiß, dass auch gesunde Ernährung Ansichts- oder Auslegungssache ist. Zwei Experten, drei Meinungen. Und  schließlich will man sich ja gelegentlich die Illusion nicht nehmen lassen, dass es gesund ist, mal einen Gemüsetrunk zu sich zu nehmen. Es sei denn, es gilt der Grundsatz: Entweder selbst gemacht oder gar nicht.

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Ich empfehle einen Energiespender als Mix aus ein paar gefrorenen Brokkoliröschen, Banane, Kiwi, Cherrytomaten, Apfel, etwas Zitronensaft und verschiedenen Kräutern wie Petersilie, Salbei, Basilikum, oder Gewächse wie Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch und Spitzwegerich. Dazu etwas Wasser und zum Süßen selbstgemachten Rotklee- oder Löwenzahnsirup. Man kann also seiner geschmacklichen Fantasie freien Lauf lassen.


Hauptsache man ist dabei in Sachen Gesundheit nicht zu „freaky“, also ausgeflippt. Letztlich macht es wie fast immer die Dosis: Allzu viel is(s)t ungesund. Einen vernünftigen Mixer sollte man übrigens haben. Der Smoothie soll ja, was immer das auch heißt, schön smooth sein. Alles klar? Dann den „Kopp in‘ Nacken und rein in die Birne“, wie man im Nordosten sagt. Außerdem hat man so ein Ding in fünf Minuten zubereitet und damit das Gefühl entwickelt, dem Körper etwas Gesundes gegönnt zu haben.

Schlürfen kann man das Zeugs vor dem Frühstück, also vor Rührei und Schinken, oder als Pausengetränk zwischendurch. Auch zu diversen bissfesten Speisen dürfte sich der flüssige Mix als geschmackliche Kombination anbieten. Die Palette reicht von einfacher Suppe mit Einlage bis hin zu Fisch- und Wildgerichten.


Mir hat es diesbezüglich ein geiles Tauben-Gericht von Markus Jost angetan. Jost  ist Küchenchef im Chemnitzer Restaurant „Max Louis“. Er hat eine Menge solcher Angebote auf Lager, die man auch selbst zubereiten kann. Der Restaurant-Name geht übrigens leider nicht auf mich zurück, sondern auf die Vornamen eines früheren Webstuhl-Fabrikanten in „Ruß-Chamtz“. Tipp: Ein Besuch in dem historischen Industrie-Ambiente lohnt sich nicht nur in kulinarischer Hinsicht.

Diese Kolumne erschien samt einem Rezept für rosa gebratene Taube
am 12. Januar 2017 in der Sächsischen Zeitung und der Freien Presse.

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