Le Bambou“ – Freiberg: Genussmomente in einer alten Stadt

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Restaurant "Le Bambou"

Obergasse 1 - 09599 Freiberg
www.lebambou.de

Als ich das letzte Mal in der Silber-, Dom- und Universitätsstadt Freiberg weilte, vermittelte das "Le Bambou" noch ein stark an das Afrikanische angelehnte Ambiente. Das ist immerhin reichlich fünf Jahre her. Das unweit des Freiberger Stadtzentrums gelegene Restaurant hat nicht nur den Inhaber gewechselt, sondern strahlt auch ein neues Outfit aus. Großzügige, moderne Optik mit viel Glas und  einer schlicht-eleganten Einrichtung prägen den ersten Eindruck, der auf den Gast wirkt.

Fremd war mir aber der neue Besitzer des Restaurants durchaus nicht, denn Ronny Löser hat schon seinerzeit als Sommelier in dem für Ortsunkundige gar nicht so leicht zu findenden Haus gearbeitet. Dass das "Le Bambou", dessen Name auch unter dem neuen Betreiber erhalten blieb, trotzdem ein gut besuchter gastlicher Ort und sozusagen Geheimtipp unter Feinschmeckern ist, verdankt es neben dem ideenreich umtriebigen Ronny Löser vor allem auch dem Küchenchef Karsten Schönfeld. Die beiden sind das, was man landläufig ein "gutes Gespann" nennt. Und auch Schönfeld ist durchaus kein Neuer in dem Restaurant, zeichnete er doch bereits vor 2003 verantwortlich für die Küche des Hauses, bevor er nach kulinarischen Wanderjahren wieder nach Freiberg zurückfand.

Was mich an Schönfelds Küche begeistert, ist die kreative Kombination hochwertiger Produkte mit feinen Gewürzen und Aromen sowie die optisch und geschmackliche klare Symbiose regionaler und internationaler Einflüsse. Kein Wunder also, dass sich das "Le Bambou" bis ins Haus Michelin herumgesprochen hat und das Restaurant mit einem begehrten Bib Gourmand ausgezeichnet wurde. Das ist eine Art Michelin-Stern, aber durchaus kein Hilfs-Stern. Denn Bib Gourmand steht für eine Küche, die handwerklich trefflich zubereitet ist und ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis bietet.

Was Karsten Schönfeld über seine Küche sagt, erfahren Sie auf dieser Seite...
 
Das wissen inzwischen nicht nur die Stammgäste des Hauses und zahlreiche Geschäftsleute zu schätzen, denen an einem preiswerten Business-Lunch gelegen ist. Auf der Mittagskarte jedenfalls bleiben bei den täglich wechselnden sowie den "festen" Gerichten nahezu keine geschmacklichen Wünsche offen.

Karsten Schönfeld bietet Gerichte wie in Salbei geschmortes Kaninchen mit Nudelrisotto, geschmorte Rindsschulter, Wiener Schnitzel, oder eine Fischvariation mit Garnele und mediterranem Fenchelgemüse ebenso an, wie ein Steinpilzsüppchen sowie Zanderfilet mit Rotweinrisotto. Mir hat es die Roulade mit Cranberriesrotkohl und Kartoffelknödelchen angetan. Genau das Richtige, wenn man nach dem Essen noch zu arbeiten hat und sich keine Ruhepause gönnen kann.


Am Abend aber bieten Löser und Schönfeld durchaus noch eine höhere kulinarische Liga an, kommt die Meisterschaft des Küchenchefs noch mehr zur Geltung. Zumal dann ja auch noch mehr Zeit zum Verweilen und Genießen bleibt. Ronny Löser bietet den Gästen zur Einstimmung traumhafte Aperitifs mit und ohne Alkohol an, oder berät seine Gäste bei der Wahl des passenden Weines zum Essen. Wie wäre es also mit einem Hausaperitif mit Bouvet-Ladubay-Sekt.

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Mir würde allerdings bereits die Wahl der Vorspeise schwerfallen. Blattsalate mit Pute oder Carpaccio vom irischen Rind konkurrieren mit Teriyaki vom Kalbsrücken. Wie ich mich kenne, würde ich mich aber wohl für die gebratene Jakobsmuschel mit Garnele entscheiden. Kaum gesagt, überrascht mich Karsten Schönfeld mit einer Kostprobe davon. Die Fleischgerichte strahlen trotz Iberico-Schweinscarré eher Bodenständigkeit aus. Geschmorte Ochsenbacke mit Schlosskartoffeln und glaciertem Gemüse, oder Hirschkalbsrücken mit Kürbiscrème, Zuckerschoten und Babyauberginen. Gar nicht schlecht, ganz nach meinem und sicher auch der Gäste Geschmack.

Ich habe mich auf der Rückfahrt am Abend trotzdem "nur" für eine vegetarische Variante entschieden: Spinatravioli mit fantastischem Ziegenkäse, Kirschtomaten und Basilikum. Da läuft mir heute noch beim Schreiben das berühmte Wasser im Mund zusammen. Für die Leckermäulchen hält der Küchenchef, der mit nur einer Küchenhilfe den "Laden" schmeißt, noch süße Desserts, aber auch deftigen Käse mit Feigensenf und Fenchelbrot bereit.

Für alle, die sich kulinarisch einmal im besten Sinne des Wortes verführen lassen wollen, halten Ronny Löser und sein Küchenchef 3- bis 5-Gang-Überraschungsmenüs bereit. Was das genau ist, verrät Löser nicht, fügt aber mit einem Augenzwinkern hinzu: "Sonst wäre es ja keine Überraschung." Immerhin kann ich bei meinem kurzen abendlichen Aufenthalt noch erleben, wie sich ein nicht mehr ganz junges Paar an einem 4-Gang-Menü labt, die beiden sich sichtlich zufrieden "anfunkeln" und die Dame angesichts des Dessert nahezu jauchzt. Die kommen bestimmt wieder.

Dass im "Le Bambou" neben dem Gaumenschmaus auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, dafür sorgt die exquisite Weinkarte des Hauses. Das ist sozusagen des Weinliebhabers Löser Steckenpferd. Er wartet mit einer erstaunlich großen Vielfalt an Spitzenweinen aus Weinanbaugebieten weltweit auf. Ronny Löser: "Unsere Weinkarte war immer sehr gut bestückt. Wir profitieren dabei von der Zusammenarbeit mit dem Freiberger Weinhaus "Maison des Vins", das sich direkt bei unserem Restaurant befindet. Waren unsere Weine früher vorwiegend französischer Provenienz, lege ich jetzt großen Wert auf ein breites Angebot deutscher Weine. Darunter natürlich auch Spitzenweine aus Sachsen und von der Saale-Unstrut."

Davon kann ich leider nicht kosten, da mich mein Weg noch ins Erzgebirge führen wird. Aber bei nächster Gelegenheit werde ich mir mit Sicherheit einen Grauburgunder vom Weingut Schloss Proschwitz, oder einen würzigen Kloster Pforta Blauen Zweigelt von der Saale-Unstrut genehmigen.


Man kann schließlich auch direkt neben dem Restaurant im "Hotel Auberge Mistral" übernachten, das wie die Weinhandlung von den Vorbesitzern des "Le Bambou" betrieben wird. Immerhin wollte ich schon lange einmal Freiberg erkunden, wo mein Vater in den frühen 1950er Jahre auf einer Gebietsschule der SDAG Wismut lernte und mit seinem besten Freund aus Chemnitz die Gegend unsicher machte.


So ganz nebenbei erzählte mir Ronny Löser außerdem, dass das "Le Bambou" auch exklusives Catering für Privatpersonen und Unternehmen, Kochkurse oder sogenannte Winzerlunche anbietet. Bei letzteren gibt's nicht nur diverse Weine zu verkosten, sondern wird auch mit viel Weinfachwissen, humorigen Anekdoten und einem tollen 3-Gänge-Menü aufgewartet.

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Und wem einmal die Geschenkideen ausgehen, dem empfiehlt der charmant-eloquente Ronny Löser einen Gutschein als ganz besonderes Geschenk für einen lieben Menschen. Einzulösen im "Le Bambou", versteht sich. Überraschungen inklusive, versteht sich auch...

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