Strengliner Mühle – Pronstorf: Ankommen und Wohlfühlen ist das Motto…

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Hotel & Restaurant "Strengliner Mühle"

Mühlenstraße 2 - 23820 Pronstorf-Strenglin
www.strengliner-muehle.de

Kennengelernt habe ich Henning Molt 2009 bei den sogenannten Gastro-Kickern, die stets unter dem Slogan "Kicken mit Herz und Genuss" auflaufen, spielen und dabei Spenden für einen guten Zweck sammeln. Der sympathische junge Mann ist mir im Laufe der Jahre in guter Erinnerung geblieben. Grund genug, mich endlich auf die Reise von Mecklenburg ins Schleswig-Holsteinische zu begeben und sein gastliches Haus, das "Hotel-Restaurant Strengliner Mühle" einmal näher zu betrachten.

Die frühlingshafte Fahrt jedenfalls war schon einmal eine Augenweide: Weite, sanft-hügelige Landschaft, leuchtende Rapsfelder, hier und da ein See. Sogar ein Hase hat meinen Weg gekreuzt. Der brauchte wohl mal jemanden, um "Moin, Moin" zu sagen... Und das Ziel meiner Reise stand dem in nichts nach, strahlte schon äußerlich Frühling und Gastlichkeit aus.

Schön auch, zu sehen, dass sich Henning Molt in seiner jungenhaft und fröhlichen Art so gar nicht verändert hat und im persönlichen Gespräch sehr realistische Positionen vertritt und gescheite Antworten parat hat. "Meine männlichen Vorfahren hießen alle Hans, nur Hinrich nicht, der hieß Henning...", war seine sehr humorige Einleitung in die Vorstellung seines Hauses, das er gemeinsam mit seinen Eltern Lisa und Hans, der Großmutter Inge (stolze 94 Jahre jung) und seiner Schwester Ulrike führt und in dem er in der Küche als Chef das Zepter schwingt. Henning Molt: "Im Ernst, das H in den männlichen Vornamen unserer Familie hat schon Tradition. Mal sehen, ob einer meiner Söhne später ebenfalls in den 'Laden' einsteigt."


Und eben dieser "Laden" hat eine wechselvolle Geschichte auf dem "Buckel" und wurde bereits 1614 erstmals als Wassermühle urkundlich erwähnt. Später wurde auch eine Windmühle erbaut und in Betrieb gesetzt, ein Backhaus gebaut und endlich 1906 eine Schankerlaubnis mit Zimmervermietung erteilt. Richtig vorwärts mit dem gastronomischen Betrieb ging es ab 1957, als der Gaststättenbetrieb erweitert, 1989 die Scheune als Gästehaus mit komfortablen Zimmern umgebaut wurde und 1994 ein zweites Gästehaus entsteht.

Es spricht übrigens für die Bodenständigkeit der Familie Molt, dass sie ihr Haus vom DEHOGA "nur" mit drei SternenS haben zertifizieren lassen, obwohl die Kriterien für ein Vier-Sterne-Haus gegeben sind. Hans Molt erklärt das sehr plausibel: "Warum sollen wir die Gäste mit Sternen verunsichern. Sie sollen sich ungezwungen wohlfühlen und nicht dem vermeintlichen Druck eines Nobelhotels ausgesetzt sein. Für uns zählen Ankommen und Wohlfühlen unserer Gäste mehr als plakative Sterne. Wenn sie also weitersagen, dass es sich hier gut entspannen und genießen lässt, dann hat das aus unserer Sicht mehr Wert als ein vierter Stern..."


Wer sich in der "Strengliner Mühle" zur Nacht betten will, findet im Haupthaus, dem Gästehaus und dem sogenannten Aparthaus großzügig gestaltete und geschmackvoll eingerichtete Zimmer vor, die keine Annehmlichkeiten modernen Wohnens vermissen lassen. Besonders attraktiv wirkt schon äußerlich die inzwischen wieder reetgedeckte "Alte Scheune" (Gästehaus), die im gemütlichen Landhausstil eingerichtet ist. Zum Relaxen lädt ein weiträumiger Freizeitbereich mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Infrarotkabine und Solarium ein. Auch das Umfeld des Hotelkomplexes passt ganz in das Ensemble aus Natur, Architektur, Hotellerie und Gastronomie. Der renaturierte Mühlenbach lädt im Außenbereich der "Strengliner Mühle" zum entspannten Verweilen in reizvoller Umgebung ein.


So wohl durchdacht und gut strukturiert wie der Hotelbereich präsentiert sich auch der gastronomische Bereich des Hauses. Im Wintergarten-Restaurant hat man eine reizvolle Aussicht auf den Mühlen-Komplex. Auch die Holsteiner Gaststube bietet uriges Ambiente. Viel Platz für Festlichkeiten aller Art bieten darüber hinaus der "Mühlenraum" und das "Bachzimmer" (hat nichts mit dem gleichnamigen Komponisten zu tun), die miteinander kombinierbar sind. Im "Clubraum" kann man dagegen stilvoll im kleineren Rahmen feiern und dinieren. Und bei gutem Wetter lohnt sich ein Verweilen auf der Terrasse allemal.

"Nu ward oewer tied, ok mal oewer dat Eten tau schnacken...", meine ich. Soll heißen, es geht um das Essen, das Küchenchef Henning  Molt und sein Team bieten. Ich kann dabei vorwegnehmen, dass eben das geboten wird, was Molt auch im Interview mit mir ausspricht: Moderne, deftige Landhausküche. Henning Molt: "Wir setzen ganz auf regionale Akzente, was Produkte und Geschmack betrifft. Regionalität ist neben der Gewissheit, ein sicheres und kontrolliertes Lebensmittel zu genießen, auch ein Stück ökologisches Handeln. Demzufolge findet man keine Produkte auf unserer Speisekarte, die einen langen Weg aus Südostasien, Australien, Südamerika oder anderen Winkeln des Erdballs auf sich nehmen müssen."


Gesagt, getan - ein Mann, ein Wort: Die Speisekarte ist eine wohltuend regionale kulinarische Visitenkarte. So gut wie alles, von den Vorspeisen über Fleisch und Fisch bis hin zum Essen für den kleinen Hunger stammt alles aus dem meerumschlungenen Land, wie es in  der Hymne des norddeutschen Bundeslandes heißt. Da fehlt Strengliner Räucheraal-Filet mit Schnittlauchrührei und Schwarzbrot ebenso wenig wie Cremesuppe von Sarlhäuser Lachsforelle, Holsteiner Pannfisch (Barsch) und Ostseescholle oder gebackene Dorschschnitte.

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Zugegeben, ich bin kein großer Freund von Scholle und Co., aber vom Holsteiner Matjesteller habe ich mit großem Vergnügen gekostet. Und eine Miniportion vom gebratenen Lammrücken vom Schäferhof mit Tomaten, Kräutern und Knoblauchkartoffeln hat ein Übriges getan, mich von der exzellenten Küche des Hauses zu überzeugen. Nur zu dem Wort "lecker" konnte ich mich auch bei Henning Molt nicht durchringen. Dafür gibt's "geilere" Bezeichnungen. Mehr ging jedenfalls im Rahmen meines Kurzbesuches nicht. Den reichlichen Rest holen meine Frau und ich nach, wenn wir einmal gemeinsam hier einkehren. Ich wette, mein Weib labt sich dann am Fisch in vielen Variationen, und ich stürze mich auf Fleischgenüsse und vielleicht einen Tomaten-Mozzarella-Salat mit Olivenöl zum "schlank werden". Aber diesbezüglich ist der Zug wohl schon abgefahren...


Empfehlenswert sind auch die saisonalen kulinarischen Empfehlungen des Küchenchefs. Im Herbst und Winter bringt er gefüllte Holsteiner Rippe, Holsteiner Grünkohl oder Strengliner Karpfen auf den Tisch. Nicht zu vergessen viele Variationen von Wild aus der Traveniederung oder das (ich wollte schon "leckeren" schreiben) deftigen Rübenmus, das man einfach mal kosten muss. Dem nicht nach steht eine opulente Weihnachtskarte als Buffet. Und natürlich wird auch zur Spargel- und Erdbeerzeit kulinarische Vielfalt vom Feinsten aufgetischt.


Mein Fazit: Die "Strengliner Mühle" bietet eine wohltuende Kombination zwischen Herberge und Gastlichkeit. Hier wirkt nichts aufgesetzt. Küche und Service bieten freundlich-kompetente Authentizität. Der Gast ist hier augenscheinlich das Maß der Dinge. Die Familie Molt versteht es zudem auch gut, sich virtuell in Szene zu setzen. Die Internet-Seite ist übersichtlich strukturiert. Im Detail könnte man diesbezüglich aber noch optimieren, damit der virtuelle Besucher nicht zu viel scrollen muss. Auch redaktionell könnte man hier und da straffen und konsequenter auf Online-Besuche ausrichten. Die Hauptsache aber ist, dass der Besuch selbst zum Erlebnis wird. Ich konnte mich davon überzeugen und werde gern wieder zu diesem gastlichen Haus fahren und es weiter empfehlen.


<Humor on:> Einziger "echter" Kritikpunkt ist die Tatsache, dass mir Henning Molt im Vorfeld unserer Gespräche versprochen hat, bei meinem Aufschlagen ein kühles Bier zu servieren. Das hat er entweder vergessen, oder nur warmes Bier auf Lager gehabt... Humor off. Um es aber mit seinen Worten zu sagen: "Ein richtiger Mann verschmäht vor 17 Uhr ein Bier und kann ja ohnehin keines trinken, wenn er auf vier Rädern unterwegs ist..." Na ja. Irgendwo hat er ja Recht. Obwohl... <Humor off>

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